Für kirchliche Missbrauchsopfer

Kardinal Marx gründet Stiftung für Missbrauchsopfer mit privatem Geld

Reinhard Kardinal Marx, Erzbischof von München und Freising, möchte einen Großteil seines Privatvermögens dazu hernehmen, um Missbrauchsopfern zu helfen.

Reinhard Kardinal Marx, Erzbischof von München und Freising, möchte einen Großteil seines Privatvermögens dazu hernehmen, um Missbrauchsopfern zu helfen.

Bild: Matthias Balk, dpa (Archivbild)

Reinhard Kardinal Marx, Erzbischof von München und Freising, möchte einen Großteil seines Privatvermögens dazu hernehmen, um Missbrauchsopfern zu helfen.

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Sexuellen Missbrauch in der Kirche vorbeugen und aufarbeiten: Dabei soll die Stiftung von Kardinal Marx helfen - mit einem Großteil seines Privatvermögens.
Reinhard Kardinal Marx, Erzbischof von München und Freising, möchte einen Großteil seines Privatvermögens dazu hernehmen, um Missbrauchsopfern zu helfen.
dpa
04.12.2020 | Stand: 13:38 Uhr

Mit einer gemeinnützigen Stiftung will Kardinal Reinhard Marx kirchlichen Missbrauchsopfern einen weiteren Weg zu Heilung und Versöhnung eröffnen. Marx kündigte am Freitag an, er habe sich entschlossen, den allergrößten Teil seines Privatvermögens in diese Stiftung zu geben, rund eine halbe Million Euro.

Stiftung soll Engagement der Kirche ergänzen

Die Stiftung unter dem Namen "Spes et Salus" ("Hoffnung und Heil") solle das Engagement der Kirche bei Prävention und Aufarbeitung des Leids ergänzen. "Sexueller Missbrauch im Verantwortungsbereich der Kirche ist ein Verbrechen. Es zerstört das Leben vieler Menschen und bedeutet schwere Belastungen der unmittelbar Betroffenen, aber auch für deren Familien und Freunde", sagte der Erzbischof von München und Freising. "Das System Kirche als Ganzes ist hier schuldig geworden. Missbrauch hat systemische Ursachen und Folgen."

Missbrauch zu bekämpfen sei ein Anliegen von Marx

Umso mehr sei es ihm ein Anliegen, sowohl im Amt des Erzbischofs von München und Freising als auch als Privatperson alles Mögliche zu tun, um Missbrauch zu bekämpfen und aufzuarbeiten. Zeit seines Lebens habe er versucht, verantwortlich mit den finanziellen Mitteln umzugehen, die ihm persönlich als Bezüge für Tätigkeiten als Institutsdirektor, Professor und Bischof zugewiesen worden seien. Im Laufe der Jahre seien so 500.000 Euro zusammengekommen, "die - so ist meine Überzeugung - nicht für mich, sondern für Heil und Heilung von Menschen eingesetzt werden sollen", sagte Marx.

Gespräche zwischen Marx und Betroffenen

Begegnungen und Gespräche mit Betroffenen, Berichte und Untersuchungen über Lebenswege und Schicksale hätten ihm gezeigt, wie viel Kraft und Anstrengungen nötig seien, um sich Ursachen und Folgen von Missbrauch zu stellen und diese zu bearbeiten. Dabei sei ihm klar: "Geld kann keine Wunden heilen. Aber es kann dazu beitragen, dass Bedingungen geschaffen werden, die Heilungs- und Wandlungsprozesse ermöglichen."