Corona-Krise

Keine "Maschkera"-Umzüge wegen Corona - Demo geplant

Das Maschkera-Gehen hat in Oberbayern Tradition. Dass die Umzüge wegen der Corona-Krise nicht stattfinden dürfen, sorgt für Unmut.

Das Maschkera-Gehen hat in Oberbayern Tradition. Dass die Umzüge wegen der Corona-Krise nicht stattfinden dürfen, sorgt für Unmut.

Bild: picture alliance / Peter Lehner/dpa | Peter Lehner

Das Maschkera-Gehen hat in Oberbayern Tradition. Dass die Umzüge wegen der Corona-Krise nicht stattfinden dürfen, sorgt für Unmut.

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Maskenpflicht - aber keine traditionellen Maschkera-Umzüge: Das sorgt im Werdenfelser Land für Wirbel. Eine Demo ist geplant.
Das Maschkera-Gehen hat in Oberbayern Tradition. Dass die Umzüge wegen der Corona-Krise nicht stattfinden dürfen, sorgt für Unmut.
dpa
30.01.2021 | Stand: 08:11 Uhr

Am Sonntag wollen Einheimische gegen das Verbot der Brauchtums-Umzüge auf die Straße gehen. 200 Teilnehmer sind für die Demonstration in Garmisch-Partenkirchen nach Angaben des Landratsamtes zugelassen.

Mit Schellen und teils auch mit Kuhglocken lärmend ziehen in anderen Jahren am sogenannten Unsinnigen Donnerstag "Maschkera" - Maskierte - mit historischen geschnitzten Holzmasken durch die Orte, insbesondere durch Mittenwald und Garmisch-Partenkirchen. Nach altem Brauch läuten sie damit den Frühling ein und vertreiben die Dämonen der dunklen Jahreszeit. Dieses Jahr heißt es für die Maskierten: Zuhause bleiben.

Für Demonstranten wiederum gilt nun in der Corona-Krise: Maskenpflicht. Das Tragen dar Larve hingegen sei problematisch, da man dann nicht erkennen könne, ob der Mund-Nasen-Schutz vorschriftsmäßig getragen werde, sagte ein Sprecher des Landratsamtes.

Maschkera-Verbot: Behörde beruft sich auf Infektionsschutzmaßnahmenverordnung

Die Behörde betont, sie setze kein "eigens konstruiertes Verbot" um, sondern wende lediglich das für den gesamten Freistaat geltende Recht an. Nach der bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung sei das Maschkera-Gehen nicht möglich.

Das Landratsamt sehe keine Möglichkeit, hier besonderes Fingerspitzengefühl zu zeigen und von den geltenden rechtlichen Vorgaben abzuweichen, erläuterte die Behörde und führte detailliert aus: Die Verordnung untersage generell das Faschingstreiben in ganz Bayern.

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Ein Spaziergang an der frischen Luft sei bei Einhaltung der Kontaktbeschränkungen zwar möglich und das Tragen einer Maschkera-Larve wirke sich hier auch zunächst nicht aus. Wenn aber mehrere dieser Spaziergänger aufeinanderträfen oder eine Intention erkennbar ist, dass am Maschkera-Brauchtum festgehalten werde, liege ein Verstoß gegen die Corona-Verordnung vor.

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Schließlich sei das Maschkera-Gehen kein triftiger Grund, um das Haus zu verlassen. Auch handele es sich um eine kulturelle Veranstaltung, die laut Verordnung ebenfalls unzulässig sei.

Nur Männer dürfen am Maschkera-Gehen teilnehmen. Just aber zwei Frauen haben zu der Demo aufgerufen. Medien hatten darüber berichtet.