Drogen im Internet angeboten

Landgericht Memmingen: Prozess um Drogenhandel auf dem Postweg

Mutmaßliche Drogenhändler sollen Cannabis in Briefen verschickt haben.

Mutmaßliche Drogenhändler sollen Cannabis in Briefen verschickt haben.

Bild: Allyse Pulliam, dpa (Symbolfoto)

Mutmaßliche Drogenhändler sollen Cannabis in Briefen verschickt haben.

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Drei mutmaßliche Drogenhändler aus Baden-Württemberg sollen Rauschgift im Internet angeboten und die Abnehmer dann auf dem Postweg beliefert haben.
Mutmaßliche Drogenhändler sollen Cannabis in Briefen verschickt haben.
dpa
08.04.2021 | Stand: 19:08 Uhr

In Schwaben soll ein Trio täglich Dutzende Drogenrationen mit Briefen verschickt haben. Zwei Männer und eine Frau stehen seit Donnerstag wegen insgesamt 8723 Einzelverkäufen von Cannabisprodukten vor dem Landgericht in Memmingen.

Drogenhandel: Bis zu 48 Sendungen am Tag - insgesamt mehr als 51 Kilogramm

Das Trio soll laut Anklage mit dem Drogenversand insgesamt rund 740 000 Euro verdient haben. Mehr als 51 Kilogramm sollen die Beschuldigten so verschickt haben - mit bis zu 48 Sendungen pro Tag. Die Abnehmer sollen die Angeklagten über Handelsplattformen im sogenannten Darknet des Internets gefunden haben.

Nach Angaben eines Gerichtssprechers haben sich die Parteien zu Beginn des Prozesses darauf geeinigt, über ein mögliches Strafmaß im Fall von Geständnissen zu verhandeln. Die angeklagte Frau könnte im Fall einer solchen Verständigung mit einer Bewährungsstrafe rechnen, bei den Männern wird es voraussichtlich eher auf Gefängnisstrafen hinauslaufen.

Mutmaßliche Drogenhändler: Urteil wird voraussichtlich im Mai verkündet

Bei den Beschuldigten handelt es sich um einen 42-Jährigen aus Blaustein (Alb-Donau-Kreis) und dessen 34 Jahre alte Ehefrau. Der dritte Verdächtige ist ebenfalls aus Baden-Württemberg, ein 32-Jähriger aus Trochtelfingen im Landkreis Reutlingen. Da die Drogenbriefe unter anderem auch in Neu-Ulm über Briefkästen losgeschickt wurden, wurden die drei in Bayern angeklagt.

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Die Angeklagten hatten sich bei den Ermittlungen zunächst zu den Vorwürfen nicht geäußert. Die beiden Männer sitzen in Untersuchungshaft. Für den Prozess sind zunächst fünf Verhandlungstage geplant, das Urteil wird voraussichtlich im Mai verkündet.

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