Rätsel gelöst

Lange untersuchte Feder aus Bayern gehörte Urvogel Archaeopteryx

Eine Feder auf der Versteinerung des Urvogels Archaeopteryx.

Eine Feder auf der Versteinerung des Urvogels Archaeopteryx.

Bild: Helmut Tischlinger & Ryan Carney, dpa

Eine Feder auf der Versteinerung des Urvogels Archaeopteryx.

Bild: Helmut Tischlinger & Ryan Carney, dpa

Forscher haben das Rätsel um die in Bayern entdeckte fossile Feder lösen können. Nun steht auch fest, inwiefern heutige Vögel von den Raubsauriern abstammen.
Eine Feder auf der Versteinerung des Urvogels Archaeopteryx.
dpa
02.10.2020 | Stand: 07:42 Uhr

Ein altes Rätsel ist gelöst: Eine vor 159 Jahren in Bayern entdeckte fossile Feder gehörte tatsächlich dem Urvogel Archaeopteryx. Seit dem Fund des isolierten Feder-Fossils im fränkischen Altmühltal 1861 sei über dessen Herkunft diskutiert worden, sagte Ryan Carney von der University of Southern Florida. Er ist der Hauptautor der Studie, die im Fachmagazin "Scientific Reports" veröffentlicht wurde. Mithilfe eines speziellen Elektronenmikroskops haben sie demnach herausgefunden, dass die Feder vom linken Flügel eines Exemplars des Urvogels stammt. An der Untersuchung beteiligt war auch der Paläontologe Helmut Tischlinger aus Stammham in Bayern.

Urvögel aus dem Jura

Der Archaeopteryx ist einer von zwei bekannten Urvögeln aus dem Jura (vor rund 145 bis 200 Millionen Jahren), die in den Solnhofener Plattenkalken im Altmühltal gefunden worden sind. Damals lebte er dort in einer subtropischen Lagunenlandschaft. Als Übergangsform zwischen Reptilien und Vögeln belegt er, dass die heutigen Vögel direkte Nachfahren von Raubsauriern sind. Mosaikformen urtümlicher Vögel und vogelähnlicher Dinosaurier wurden in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach entdeckt, vielfach in Sedimentgesteinen der Unterkreide im Nordosten Chinas.