Blutbad in Unterkunft

Lebenslange Haft nach tödlichem Familienstreit in Flüchtlingsheim

Der 30 Jahre alter Angeklagte hatte in einem Augsburger Flüchtlingsheim mehrere Angehörige seiner Ehefrau mit einem Messer verletzt und seinen Schwager getötet.

Der 30 Jahre alter Angeklagte hatte in einem Augsburger Flüchtlingsheim mehrere Angehörige seiner Ehefrau mit einem Messer verletzt und seinen Schwager getötet.

Bild: Ulf Vogler, dpa

Der 30 Jahre alter Angeklagte hatte in einem Augsburger Flüchtlingsheim mehrere Angehörige seiner Ehefrau mit einem Messer verletzt und seinen Schwager getötet.

Bild: Ulf Vogler, dpa

Mit einem Messer hatte ein 30 Jahre alter Mann in einem Flüchtlingsheim in Augsburg ein Blutbad angerichtet. Für seine Tat muss er lebenslang ins Gefängnis.
dpa
02.03.2021 | Stand: 19:48 Uhr

Nach der Tötung eines Jugendlichen in einem Augsburger Flüchtlingsheim ist ein 30 Jahre alter Mann zu lebenslanger Haft wegen Mordes verurteilt worden. Der Angeklagte hatte in dem Heim Familienmitglieder seiner Ehefrau mit einem Messer angegriffen. Seinen 15 Jahre alten Schwager tötete der Mann auf brutale Art und Weise.

Vier weitere Angehörige des Opfers wurden mit dem Messer teilweise schwer verletzt. Die Frau hatte sich vor der Tat von ihrem Ehemann getrennt.

Besondere Schwere der Schuld: Zum Mord kommen weitere Straftaten hinzu

Der 30-jährige Afghane wurde am Dienstag vom Landgericht Augsburg auch wegen versuchten Mordes und weiterer Gewalttaten verurteilt. Die Strafkammer stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest. Dadurch wird die Gefängnisstrafe voraussichtlich nicht bereits nach 15 Jahren zur Bewährung ausgesetzt. Der Verteidiger erklärte, dass er mit seinem Mandanten noch besprechen müsse, ob er beim Bundesgerichtshof einen Revisionsantrag gegen das Urteil einreicht (Az. 8 Ks 401 Js 113618/20).

Verurteilter plante die Tat und besorgte sich ein Messer

Der Angeklagte hatte sich in einem Baumarkt ein langes Messer gekauft, war nach Augsburg gefahren und dort in dem Heim auf die Familie seiner Ehefrau losgegangen. Richterin Sabine Konnerth sprach von einer «eiskalt geplanten Tat».

Sie betonte, dass der 30-Jährige einerseits insbesondere seine Schwiegermutter habe töten wollen, weil er diese hasste und für die Trennung verantwortlich machte. Die Frau wurde lebensgefährlich verletzt und musste nach einem Bauchstich notoperiert werden. Mit der Tötung des 15-Jährigen, dem einzigen Sohn der Familie, habe der Angeklagte der Familie den größtmöglichen Schmerz zufügen wollen, erklärte die Richterin.

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Der Angeklagte hatte den Angaben zufolge früher lange im Iran gelebt und dort seine Ehefrau noch als Mädchen gekauft. «Mit Liebe hatte das nichts zu tun. Es war ein Geschäft», sagte Konnerth. Die Ehefrau sei für den Mann nur «Ware» gewesen. In der Folge sei die Frau regelmäßig beleidigt und misshandelt worden. Nach einem «zehnjährigen Martyrium» habe sie sich dann in Deutschland von ihrem Mann getrennt.

Mit dem Urteil folgte die Strafkammer dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger hatte die Tötung des 15-Jährigen als Notwehr bewertet, weil sein Mandant bei dem Treffen in dem Flüchtlingsheim selbst angegriffen worden sei. Diese Tatversion des Angeklagten lehnte das Landgericht aber als «frei erfunden» ab.

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