Von insgesamt rund 75.000 Klassen

Luftfilter-Förderung nur für 23.000 Klassen beantragt

Ein Luftfilter steht im Klassenzimmer einer Grundschule. In Bayern wurde nicht einmal für die Hälfte aller Klassen Luftfilter-Förderung beantragt.

Ein Luftfilter steht im Klassenzimmer einer Grundschule. In Bayern wurde nicht einmal für die Hälfte aller Klassen Luftfilter-Förderung beantragt.

Bild: Arne Dedert, dpa

Ein Luftfilter steht im Klassenzimmer einer Grundschule. In Bayern wurde nicht einmal für die Hälfte aller Klassen Luftfilter-Förderung beantragt.

Bild: Arne Dedert, dpa

Luftfilter in Klassenräumen sollen helfen, dass Schüler in Bayern wieder in der Schule lernen dürfen. Doch in vielen Klassen bleibt die Luft ungefiltert.
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dpa
07.09.2021 | Stand: 07:29 Uhr

Zum Schulstart werden wohl zahlreiche Klassenräume in Bayern nicht mit Luftfiltern ausgestattet sein. Wie viele das sind, ist zwar unklar, aber bis Ende August waren beim bayerischen Kultusministerium nach Angaben eines Sprechers erst für rund 23.000 Klassenräume Fördergelder beantragt worden - von insgesamt rund 75.000. Allerdings gebe es auch Schulen, die die Luftfilter ohne Fördergelder beschafft hätten, betonte ein Ministeriumssprecher. Die Zahl der tatsächlich mit einem Filter ausgestatteten Klassen dürfe darum höher sein. Wie hoch wisse er aber nicht.

"Die beantragte Summe erhöht sich jedoch täglich", sagte der Sprecher außerdem. Nach Angaben von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) waren nur zwei Wochen vor Beginn des Schuljahrs aber erst zehn Prozent der Gelder aus dem jüngsten, im Sommer aufgelegten Förderprogramm abgerufen worden. Das Kultusministerium betonte allerdings, dass früher ausgezahlte Fördergelder dagegen schon zu 100 Prozent abgerufen worden seien.

"Viele Schulträger wollen nicht investieren"

"Das ist uns schlicht zu wenig. Hier wurde furchtbar viel Zeit verschenkt", sagte die stellvertretende Vorsitzende des Bayerischen Elternverbandes, Henrike Paede zu den Zahlen aus dem Ministerium. "Viele Schulträger wollen nicht investieren, weil sie nicht wussten, ob mit entsprechender Ausstattung auch wirklich mehr Präsenzunterricht stattfinden kann. Dazu hat die Politik leider nie eine Ansage gemacht."

Auch für die Präsidentin des bayerischen Lehrerverbandes BLLV, Simone Fleischmann, ist diese Situation untragbar. Denn die Schulen, die es sich leisten konnten, auch ohne Fördergelder Luftfilter anzuschaffen, seien diejenigen, die finanziell gut ausgestattet sind. "Und nicht diejenigen aus einem schwierigeren sozio-ökonomischen Umfeld, in denen die Schüler besonders dringend auf Präsenzunterricht angewiesen sind."

Rahmenmöglichkeiten für guten Unterricht unter Corona-Bedingungen nicht überall geschaffen

Sie kritisierte scharf, dass auch nach anderthalb Jahren Pandemie noch immer nicht überall die Möglichkeit für guten Unterricht unter Corona-Bedingungen geschaffen worden sei. "Und so reden wir wieder nur über Corona-Rahmenbedingungen und nicht über Inhalte oder darüber, wie wir es unseren Schülern erleichtern können, mit der Pandemie umzugehen."

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Der Landeselternverband Bayerischer Realschulen forderte "bis spätestens Ende 2021 ein Raumluftreinigungsgerät und Plexiglastrennwände in jedem Klassenraum" und schrieb einen "Brandbrief" an Kultusminister Michael Piazolo. "Unsere Kinder sind die Leidtragenden, weil Sachaufwandsträger sich vor Kosten scheuen, deren Ausgabe die Gesundheit unserer Kinder sichern sollen und die Erhaltung des Bayerischen Bildungsstandards gewährleisten", heißt es darin.

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