Ostallgäuer Hokuspokus

Magie zwischen den Stühlen

Mit Alltagsgegenständen wie Gabeln zeigt Andreas Polzer Zaubertricks. Dabei geht er in Kneipen wie das Zurek’s in Kaufbeuren, spricht die Leute an den Tischen an und bindet sie in seine Magie ein.

Mit Alltagsgegenständen wie Gabeln zeigt Andreas Polzer Zaubertricks. Dabei geht er in Kneipen wie das Zurek’s in Kaufbeuren, spricht die Leute an den Tischen an und bindet sie in seine Magie ein.

Bild: Harald Langer

Mit Alltagsgegenständen wie Gabeln zeigt Andreas Polzer Zaubertricks. Dabei geht er in Kneipen wie das Zurek’s in Kaufbeuren, spricht die Leute an den Tischen an und bindet sie in seine Magie ein.

Bild: Harald Langer

Andreas Polzer aus Eggenthal ist kein gewöhnlicher Zauberer. Er ist Tablehopper. Seine Tricks führt er in Kneipen oder bei Festen wie Weihnachtsfeiern oder Hochzeiten auf, immer nah bei seinem Publikum. Diese Nähe ist ihm auch wichtig, denn er sieht sich eher als Entertainer, der die Menschen direkt einbindet und unterhält. Obwohl er sein Hobby leidenschaftlich gerne macht und damit auch Geld verdient, möchte er trotzdem seinem Job im Finanzamt treu bleiben. Warum er das so macht und was ihn sonst noch von anderen Zauberern unterscheidet, erfährst Du hier...
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Von Mareike Keiper
06.04.2017 | Stand: 18:45 Uhr

„Spüren Sie, wie sich die Münze in Ihrer Hand verformt?“, fragt Andreas Polzer eine Zuschauerin. Sie hält fünf Cent in ihrer Hand und schaut erstaunt. Obwohl der Zauberkünstler nichts anfasst, ist die Münze auf einmal verbogen. Verblüffte Blicke.

Wenn Polzer auftritt, braucht er keine Bühne. Er braucht Menschen. Ein Vorhang und das klassische Hase-in-Hut-Getue sind ihm fremd. Stattdessen geht er bei Veranstaltungen zu den Leuten, spricht sie an, zeigt Tricks. Ohne große Aufmerksamkeit, mit viel Interaktion. Der 22-Jährige unterhält die Menschen mit Tablehopping, also Zauberei, bei der er von Tisch zu Tisch geht. Dabei zeigt er Kunststücke mit Kartenspielen, Besteck, Weingläsern oder auch Sektkühlern. „Ich arbeite überwiegend mit edlen Objekten und trage dabei ein schwarzes Sakko mit weißer Krawatte.“ So will er sich von anderen Zauberern abgrenzen, die oft klassisch mit Zylinder oder, wie er sagt, mystisch mit Umhängen auftreten.

Psycholgie und Ablenkung

Seine Tricks wirken bei den Zuschauern auf zwei Arten, erklärt er: „Mit Psychologie und mit Ablenkung.“ Polzer steuert die Aufmerksamkeit so, dass niemand merkt, wie die Kniffe funktionieren. „Es kommt dabei auf die Präsentation an, ich unterhalte die Menschen. Also bin ich eigentlich eher ein Entertainer“, erklärt er schmunzelnd.

Seit drei Jahren übt Polzer, der ursprünglich aus Blumenried in Eggenthal kommt, schon die Tischmagie. Auf die Idee sei er durch einen Arbeitskollegen gekommen, mit dem er die Gruppe „Enjoy Magic“ gegründet hat. „Er hatte ein Kartenspiel dabei und zeigte mir damit etwas, das völlig anders war als die Zauberei, die ich bis dahin kannte“, erzählt er. Polzer habe schnell gewusst: Das wird sein neues Hobby.

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Auch auf YouTube wird gezaubert

„Ich bin auf den Verein ,Zauberer Fünfseenland’ gestoßen und habe dadurch viele andere Illusionisten kennengelernt.“ Langsam kamen größere Auftritte dazu, vor allem bei Geburtstagen, Weihnachts- und Firmenfeiern, inzwischen auch bei Hochzeiten. Außerdem tritt er einmal monatlich in der Kaufbeurer Zurek’s Bar auf. „Das alles läuft über Mundpropaganda, denn viel Werbung mache ich nicht“, sagt Polzer. Dafür verlangt er jeweils Gage, denn das Lernen neuer Tricks koste viel Arbeit. Er investiere täglich Zeit ins Üben, deshalb nähme das kostenlose Auftreten seiner Zauberkunst den Wert.

Enjoy Magic macht aber noch mehr: Besonders die Straßenzauberei, bei der die Männer Menschen auf der Straße mit ihren Tricks verzaubern, hat es den beiden angetan. „Wir filmen unsere Aktionen immer und stellen sie auf YouTube, das ist dort noch eine Nische“, erklärt der 22-Jährige. Das mache den beiden viel Spaß, bringt aber auch Werbung, denn dadurch seien schon Auftritte zustande gekommen.

Trotz seiner Leidenschaft soll das Zaubern für Polzer ein Hobby bleiben. Dafür liege ihm die Arbeit im Finanzamt zu sehr, der er hauptberuflich in Penzberg (Oberbayern) nachgeht. Die Gleitzeit erlaubt ihm, Auftritte anzunehmen – und falls mal keine zustande kommen, bleibt das Festgehalt.

Mehr Informationen: www.enjoy-magic.de