Gibt es lebenslang?

Urteil im Mordprozess ohne Leichen erwartet

Am Landgericht München findet ein Mordprozess statt, zu dem es keine Leichen gibt.

Am Landgericht München findet ein Mordprozess statt, zu dem es keine Leichen gibt.

Bild: David-Wolfgang Ebener, dpa (Symbolbild)

Am Landgericht München findet ein Mordprozess statt, zu dem es keine Leichen gibt.

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Im Sommer 2019 verschwanden eine Mutter und ihre Tochter in München spurlos. Der Ehemann erwartet er sein Urteil in einem Mordprozess.
Am Landgericht München findet ein Mordprozess statt, zu dem es keine Leichen gibt.
dpa
21.02.2021 | Stand: 11:27 Uhr

Die Suche nach einer Mutter und ihrer 16-jährigen Tochter hielt München im Sommer 2019 in Atem. Auch wenn ihre Leichen nie gefunden wurden, steht der Ehemann der Frau und Stiefvater des Mädchens inzwischen wegen Mordes vor Gericht. Jetzt geht der Prozess zu Ende. An diesem Dienstag (23. Februar) wird das Urteil gegen den 46-Jährigen am Landgericht München I erwartet. Es geht um Totschlag und Mord.

Letztes Lebenszeichen von Mutter und Tochter im Juli 2019

Am 13. Juli 2019 um genau 12.02 Uhr gab es das letzte Lebenszeichen einer der beiden Frauen. Damals schickte Tochter Tatiana eine Whatsapp-Nachricht an ihre Freundin: "Ich schreib dir gleich" stand darin.

"Doch dazu kam es nicht mehr", sagte Staatsanwalt Daniel Meindl in seinem Schlussplädoyer. "Sie war nur 16 Jahre alt. Sie hatte ihr ganzes Leben noch vor sich." Der Staatsanwalt fordert lebenslange Haft für den Deutsch-Russen wegen Totschlags an seiner Frau und Mordes an seiner Stieftochter.

Leichen nie gefunden

Meindl geht davon aus, dass Tatiana kurz nach der letzten Nachricht von ihrem Stiefvater getötet wurde - und davon, dass der Angeklagte zuvor schon Tatianas Mutter Maria umgebracht hat. Als Motiv vermuten die Ermittler einen Streit zwischen dem Ehepaar - womöglich um ein Testament, das die Frau kurz zuvor in Russland hatte aufsetzen lassen. Ihr Mann wurde darin übergangen.

Trotz intensiver Suche wurden die Leichen der beiden Frauen allerdings nie gefunden. Der Mann bestreitet die Vorwürfe. Sein Verteidiger fordert Freispruch, weil die Taten "nicht mit der erforderlichen Sicherheit" bewiesen seien.

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