Ohne Abstand und Maske

Nürnberg, Ravensburg, Tübingen: Randale und Missachtung der Corona-Regeln

Bei Einsätzen gegen die Partyszene wurden Polizeibeamte verletzt.

Bei Einsätzen gegen die Partyszene wurden Polizeibeamte verletzt.

Bild: Nicolas Armer, dpa (Symbolbild)

Bei Einsätzen gegen die Partyszene wurden Polizeibeamte verletzt.

Bild: Nicolas Armer, dpa (Symbolbild)

In Nürnberg greifen mehrere Dutzend Menschen die Polizei an - in Ravensburg und Tübingen feiern hunderte Menschen ohne Maske und Abstand.
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dpa
06.06.2021 | Stand: 07:54 Uhr

Mehrere Dutzend Menschen haben in der Nacht zum Samstag in Nürnberg randaliert, Polizisten mit Flaschen beworfen und mehrere Beamte verletzt. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte: "Die Aggressivität und Intoleranz, die wir hier erlebt haben, machen mich fassungslos. Die rücksichtslose Gewaltbereitschaft gegen unsere Polizeibeamte ist für mich völlig inakzeptabel."

Nach Schließung der Außengastronomie um 23.00 Uhr habe sich die Stimmung unter den etwa 80 verbliebenen Menschen auf dem Platz am Kornmarkt alkoholbedingt immer mehr aufgeheizt, sagte ein Polizeisprecher. Als ein Mann auf eine Frau einschlug und Beamte dazwischen gingen und den Mann festnehmen wollten, solidarisierten sich Umstehende mit dem Mann und gingen auf die Einsatzkräfte los. Ein Beamter wurde von einer Flasche am Kopf getroffen und verletzt. Der Tatverdächtige entkam.

Randale in Nürnberg: Kornmarkt wird geräumt

Weil sich die Lage nicht beruhigte, räumte die Polizei schließlich gegen 4.30 Uhr den Kornmarkt. Dabei wurden die Einsatzkräfte erneut mit Flaschen beworfen. Ein Polizist erlitt durch einen Flaschenwurf eine Kopfplatzwunde, aus der im Krankenhaus Glassplitter entfernt werden mussten. Die Polizei setzte Stöcke und Pfefferspray ein, nahm 13 Menschen in Gewahrsam und leitete Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung, Landfriedensbruchs und Widerstands gegen Polizeibeamte ein. Herrmann sagte: "Ich kann nicht verstehen, dass sich andere mit solchen Chaoten massiv solidarisieren, diese sogar schützen und dabei unsere Polizisten angreifen und verletzen."

Schon am vergangenen Wochenende waren in mehreren Städten Deutschlands Feierlichkeiten ausgeufert, darunter Stuttgart, Regensburg, Hamburg, München. In Regensburg randalierten Feiernde teils, warfen Gegenstände auf Polizisten und ignorierten die Maskenpflicht.

Tübingen und Ravensburg: Hunderte Menschen feiern ohne Abstand und Maske

In Tübingen löste die Polizei in der Nacht wegen Verstößen gegen die Corona-Regeln eine Ansammlung von etwa 300 Menschen auf. Als die Beamten die Gruppen aufforderten, nach Hause zu gehen, wurden sie den Angaben nach beschimpft. Auch hier wurden Einsatzkräfte mit Flaschen beworfen und angegriffen, vier Polizisten wurden leicht verletzt. Aus vielen Städten gab es ähnliche Meldungen, die Polizei war wegen zahlreicher Verstöße gegen Corona-Verordnungen im Dauereinsatz.

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Eine Party hat in Ravensburg am Freitagabend zu einem größeren Polizeieinsatz geführt. Mehrere Anwohner haben sich am Freitagabend bei der Polizei gemeldet und teilweise massive Ruhestörungen und Ansammlungen von Personen im Bereich der sogenannten Veitsburg mitgeteilt. Als die Beamten mit Unterstützung des Ordnungsamtes eintrafen, konnten bis zu 400 Personen aus der Partyszene angetroffen werden. Die Personen hatten sich laut Polizei in mehrere Kleingruppen aufgeteilt, die lautstark Musikanlagen betrieben, tanzten und gegen die bestehenden Coronaverordungen verstießen.