Goethe-Institut

Neue Goethe-Präsidentin: Deutschlands postkoloniale Rolle überdenken

Carola Lentz ist die neue Präsidentin des Goethe-Instituts.

Carola Lentz ist die neue Präsidentin des Goethe-Instituts.

Bild: picture alliance/Fabian Sommer/dpa

Carola Lentz ist die neue Präsidentin des Goethe-Instituts.

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Deutschland muss aus Sicht der neuen Präsidentin des Goethe-Instituts, Carola Lentz, seine Rolle in einer postkolonialen Ära neu überdenken.
Carola Lentz ist die neue Präsidentin des Goethe-Instituts.
dpa
13.11.2020 | Stand: 15:04 Uhr

"Wir müssen lernen genau zuzuhören", sagte Lentz während der Einführung in ihr Amt am Freitag in der Münchner Zentrale des Goethe-Instituts.

Es geht nach den Worten der 66 Jahre alten Ethnologin darum, was Menschen in den ehemaligen Kolonien und generell im Globalen Süden zu sagen haben, was Deutschland von europäischen Nachbarn lernen kann, wie in aller Welt gemeinsam Sprach- und Kulturarbeit angegangen werden kann.

"Wichtig sind dabei transparente Kommunikation und offene Auseinandersetzung mit den Asymmetrien, dem Machtgefälle, in dem solche transkulturellen und transnationalen Begegnungen stattfinden", sagte Lentz. (Lesen Sie auch: Bayerischer Landtag diskutiert über "Mohr"-Wappen)

Goethe-Institut: Einrichtungen in 98 Ländern

Die Seniorforschungsprofessorin an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz war im vergangenen Jahr vom Präsidium des Goethe-Instituts für die Position gewählt worden. Sie ist nach der Juristin Jutta Limbach die zweite Frau an der Spitze des Instituts und wird Nachfolgerin von Klaus-Dieter Lehmann. Der 80 Jahre alte Lehmann war seit 2008 Präsident der Organisation.

Das Goethe-Institut dient mit weltweit 157 Instituten als kulturelles Aushängeschild Deutschlands im Ausland. Derzeit sitzt die Einrichtung in 98 Ländern. In Deutschland hat das Goethe-Institut zwölf Standorte.