Polizei-Skandal in München

Noch mehr Drogen-Fälle bei Münchner Polizei befürchtet

Der Drogen-Skandal um Polizisten in München weitet sich aus.

Der Drogen-Skandal um Polizisten in München weitet sich aus.

Bild: Peter Kneffel, dpa

Der Drogen-Skandal um Polizisten in München weitet sich aus.

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Im Drogen-Skandal um Münchner Polizisten könnte es nach Einschätzung der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) womöglich noch mehr Fälle geben als bekannt.
Der Drogen-Skandal um Polizisten in München weitet sich aus.
dpa
24.09.2020 | Stand: 15:46 Uhr

"Bei Ermittlungen zu Drogendelikten ist es eigentlich so, dass immer sehr viele Nachfolgedelikte bekanntwerden. Da ist dann ein Rattenschwanz dran", sagte der Chef des bayerischen DPolG-Landesverbandes, Jürgen Köhnlein, der Deutschen Presse-Agentur in München.

Am Mittwoch hatten rund 170 Ermittler eine großangelegte Drogen-Razzia in Dienststellen und Privatwohnungen von Polizisten durchgeführt vor allem in und um München. Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz gegen 21 Polizeibeamte. "Es können auch, wenn es blöd läuft, in einigen Monaten nochmal zehn mehr sein", sagte Köhnlein, der um den Ruf der Polizei fürchtet.

Grüne: "Das wirft Fragen nach der Führungskompetenz auf"

Der Polizeiskandal schlägt auch politisch Wellen. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bayerischen Landtag, Katharina Schulze, forderte eine "rasche und umfangreiche Stellungnahme" von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) im Innenausschuss des Landtags. "Neben dem nicht hinnehmbaren Drogenhandel wiegen vor allem die Vorwürfe des Amtsmissbrauchs durch Verfolgung Unschuldiger schwer", sagte sie.

"Auch die große Zahl der eingeweihten oder beteiligten Polizistinnen und Polizisten schockiert. Da hat sich offensichtlich unbemerkt und vor allem unkontrolliert eine kriminelle Gruppe innerhalb der Polizei gebildet und sich gegenseitig gedeckt - das wirft auch Fragen nach der Führungskompetenz in der Behörde auf."

Der Skandal in München weckt im Allgäu Erinnerungen an die Verfehlungen des früheren Allgäuer Chef-Drogenfahnder, bei dem vor sechs Jahren 1,8 Kilogramm Kokain im Dienstschrank gefunden wurden.