Pizza&Partyhits

Oh sole mio! Toni Musto ist der singende Wirt von Kempten

Toni Musto in seinem Element: Der Wirt des Traditionslokals Mylord in Kempten singt italienische Hits. Am Saxofon begleitet ihn Mitarbeiter Roberto Sestero.

Toni Musto in seinem Element: Der Wirt des Traditionslokals Mylord in Kempten singt italienische Hits. Am Saxofon begleitet ihn Mitarbeiter Roberto Sestero.

Bild: Tobias Schuhwerk

Toni Musto in seinem Element: Der Wirt des Traditionslokals Mylord in Kempten singt italienische Hits. Am Saxofon begleitet ihn Mitarbeiter Roberto Sestero.

Bild: Tobias Schuhwerk

Pizza, Pasta, Party-Hits:  Gastronom Toni Musto serviert den Gästen im Restaurant Mylord in Kempten italienische Spezialitäten - und singt dazu.
13.08.2020 | Stand: 09:18 Uhr

Diese Geschichte stammt aus dem Archiv von allgaeu.life. Sie erschien zunächst im Januar 2018.

Vom Tellerwäscher zum Küchenchef und "Cambodunum-Caruso": Antonio "Toni" Musto (58) hat eine erstaunliche Karriere hingelegt. Im ganzen Allgäu hat er Fans, die auf seine kulinarischen oder musikalischen Spezialitäten abfahren. In den meisten Fällen sogar auf beides. Zu seinen Konzerten kommen viele Stammkunden aus dem Mylord. Das Ende der 50er Jahre eröffnete Restaurant ist mit der Stadt Kempten eng verbunden: Es war die erste Pizzaria in der Römerstadt.

Viele Jahre lang wurde sie von Tonis Onkel Filipo betrieben, der ihn als Jugendlicher anstellte und ausbildete. Seit 26 Jahren ist Toni nun selbst der Chef von sieben Angestellten im Mylord, das für seine Fischspezialitäten bekannt ist. "Mein Beruf ist Gastronom. Musik ist mein Hobby", berschreibt Toni Musto seine Philosophie. "Aber ich betreibe auch das mit Leidenschaft." Diese Einstellung ist wohl der Grund für seinen musikalischen Erfolg.

"Ich bin nicht perfekt als Sänger. Das muss auch gar nicht sein. Wichtig ist, dass die Musik von Herzen kommt", sagt der spätberufene Entertainer, der weder Noten lesen kann noch ein Instrument spielt. Sein Talent entdeckte er erst mit 50 Jahren durch einen Zufall!

Als an Silvester eine Band im Mylord spielte, sang er spaßeshalber ein paar Nummern mit. Die Gäste waren begeistert von seiner rauchig-kräftigen Stimme - und Toni von ihren Reaktionen. "Wenn ich selbst singe, kann ich mir die Kosten für die Musiker sparen", erzählt er augenzwinkernd. Mittlerweile hat er eine stattliche Playlist mit italienischen Schlagern, die er zu Playback-Musik ins Mikrofon schmettert. Wer bei ihm Ramazotti bestellt, kann wählen: entweder den Kräuterlikör oder einen Greatest Hit von Eros.

Wenn er in der Kultbox auftritt, kommen viele Stammgäste. Toni Musto erhielt schon fünf Mal den so genannten
Wenn er in der Kultbox auftritt, kommen viele Stammgäste. Toni Musto erhielt schon fünf Mal den so genannten "Sold out"-Award für eine ausverkaufte Kultbox.
Bild: Ralf Lienert

Toni Gusto liebt darüber hinaus die Songs von Adriano Celentano, Zucchero, Lucio Dalla oder Liedermacher Antonello Venditi. Bei seinen Auftritten in der Kultbox spielt er auch auch live mit Musikern seines Vertrauens. Dazu zählt zum Beispiel Roberto Sestero.

Toni Musto singt mit Herz.
Toni Musto singt mit Herz.
Bild: Tobias Schuhwerk

Der Mylord- Mitarbeiter ist ein ausgezeichneter Saxophonist und unterstützt den "Cheffe" nach Kräften. Bei der "6. Serenata Italiana" am 6. Mai (19 Uhr) in der Kultbox wird er wieder mit von der Partie sein (Tickets gibt es hier); genauso wie beispielsweise die Tanzschule Fischer.

Die Kultbox-Auftritte sind für Toni Musto jedes Mal aufregend. Doch vor dem ersten Gig 2011 ging ihm am meisten die Düse. Er hatte schließlich als musikalischer Nobody einfach mal so die Kultbox geblockt! "Das war ein finanzielles Risiko. Ich war heilfroh, dass so viele Leute von Anfang an mitgezogen haben", erinnert er sich und verrät sein Geheimrezept auf der Bühne: "Ich schaue am Anfang immer ins Scheinwerferlicht. Dann sehe ich das Publikum nicht.

Das beruhigt." Spätestens nach dem ersten Song ist Toni Musto dann aber voll drin in seinem Element. "Dann hält mich nichts mehr auf", sagt der verheiratete Vater von drei erwachsenen Kinder, der mittlerweile auch zwei Enkel hat. Sie alle drücken ihrem Toni die Daumen, wenn er wieder zur Hochform aufläuft. An einen Wechsel ins Showgeschäft verschwendet der Wirt allerdings keinen Gedanken. Zur Freude seiner Stammgäste, für die das Mylord eine zweite Heimat ist. Wie heißt es in Kempten so schön: "Zu Musto musst Du!"