Bayerische Mundart-Wörtern

Was bedeutet «bockeln» oder «Fotzenhobel»? - Neues Online-Wörterbuch für bayerische Dialektbegriffe ist ein Renner

Die neue Seit Internet-Datenbank «Bayerns Dialekte Online» liefert Übersetzungen für die vielfältigen Begriffe der Mundart.

Die neue Seit Internet-Datenbank «Bayerns Dialekte Online» liefert Übersetzungen für die vielfältigen Begriffe der Mundart.

Bild: Angelika Warmuth, dpa (Symbolbild)

Die neue Seit Internet-Datenbank «Bayerns Dialekte Online» liefert Übersetzungen für die vielfältigen Begriffe der Mundart.

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Eine neue Online-Datenbank liefert Übersetzungshilfen für die bayerischen Dialektwörter. Die Nachfrage nach dem digitalen Nachschlagewerk ist schon groß.
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dpa
15.08.2021 | Stand: 09:55 Uhr

Was verbirgt sich hinter Worten wie "Schwammerl", "bockeln" oder "Fotzenhobel"? Selbst Nordlichter dürften sie auf den ersten Blick als bayerische Vokabeln erkennen - aber selten wissen, was sie bedeuten. Seit gut einem Monat liefert die Internet-Datenbank "Bayerns Dialekte Online" (BDO) Übersetzungen für die vielfältigen Begriffe der Mundart. Ein Angebot, das rege genutzt wird: Rund 25 000 Aufrufe verzeichnete die Bayerische Akademie der Wissenschaften, die das Angebot betreibt, im ersten Monat.

"Mundartwörterbücher wie dieses sind ein Blick in die Geschichte der deutschen Sprache", sagt Andrea Schamberger-Hirt, Redaktionsleiterin bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Die Datenbank befindet sich derzeit in einer Testphase und ist noch lange nicht vollständig. Sie besteht aus drei Teilwörterbüchern - für die Regionen Franken, Bayerisch-Schwaben und den bairischen Sprachraum (Oberpfalz, Nieder- und Oberbayern). Mittlerweile enthält die Datenbank rund 125.000 Artikel ("Haia. Bschütta. Mullala zemmatkehra": 16 unvergleichliche Dialekt-Begriffe aus der Allgäuer Landwirtschaft).

Bayerische Dialekt-Datenbank noch unvollständig

Die bairischen Begriffe sollen künftig den größten Bestand davon ausmachen. Bislang ist jedoch erst ein kleiner Teil zum Nachschlagen aufgearbeitet - im Alphabet ungefähr bis zum Buchstaben D (Lesen Sie auch: Ausstellung zur Trachtenkultur im Füssener Land: Wie die Allgäuer Lederhose wurde, was sie heute ist)

Das liegt an einer schier unüberschaubaren Quellenlage: Rund 18 Millionen Belege liegen der nach und nach umfassender werdenden Datenbank zugrunde - insbesondere Fragebögen, auf denen Menschen Mundart-Begriffe aus ihrer Heimat vermerkt haben. Die ältesten datieren auf die Zeit des Ersten Weltkriegs, häufig verfasst im heute mühsam zu entziffernden Sütterlin. Hinzu kommen für die altbayerischen Dialekte Quellen aus Archiven: "Wir gehen da zurück bis ins Frühmittelalter", sagt Schamberger-Hirt (Lesen Sie auch: Gibt es zu wenig Allgäuer Dialekt beim bayerischen Rundfunk?).

Dialekte in Bayern: ein Stück Traditionspflege

Auch heute noch erfragt die Bayerische Akademie der Wissenschaften bei Bürgern Wörter im heimischen Dialekt. Für viele sei das ein Stück Traditionspflege: "Die Menschen haben ein großes Bedürfnis, dass Wörter, die ihre Oma noch gesagt hat, dokumentiert werden."

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Bis sich die Datenbank als praktisch vollständig bezeichnen darf, wird es dabei noch dauern: Zumindest für den bairischen Mundartbereich soll sich die Dokumentation bis zum Jahr 2064 hinziehen.

>> Hier geht's zur BDO-Datenbank.