Premiere für Singspiel

"Out of Allgäu" im Landestheater Schwaben

Im Singspiel „Out of Allgäu“ geht es um Heimat und Fremde – und der Sehnsucht danach. Premiere ist am Freitag.

Im Singspiel „Out of Allgäu“ geht es um Heimat und Fremde – und der Sehnsucht danach. Premiere ist am Freitag.

Bild: Landestheater Schwaben/Meltem Balkaya/melodesign.de

Im Singspiel „Out of Allgäu“ geht es um Heimat und Fremde – und der Sehnsucht danach. Premiere ist am Freitag.

Bild: Landestheater Schwaben/Meltem Balkaya/melodesign.de

Das LTS Schwaben in Memmingen hat seit September ein neues Ensemble. Das gibt im Singspiel „Out of Allgäu“ seine musikalische Premiere.
06.05.2021 | Stand: 13:17 Uhr

Wenn Michael Barfuß auf Reisen ist, sucht er immer das Gespräch mit den Einheimischen, den Wirtsleuten, dem Kellner, dem Bauern, dem Arbeiter, der Verkäuferin. Manchmal spitzt er aber auch nur seine Ohren und hört den Kaffeehaus-Gesprächen am Nebentisch aufmerksam zu. Er will wissen, wie die Menschen in diesem, für ihn fremden Landstrich ticken, wie sie sprechen, was sie bewegt.

Diesmal hat es den gebürtigen Oldenburger, der in Bonn als freier Regisseur und Schauspielmusiker lebt, ins Allgäu verschlagen. Genauer gesagt nach Memmingen. Und hier in der Stadt, aber auch draußen in den umliegenden Dörfern hat sich der 59-Jährige umgeschaut. Er hat den Menschen zugehört, hat Fragen gestellt und Antworten erhalten, hat von Ängsten und Hoffnungen, von Ärger und Freuden erfahren. Seine Erlebnisse hat er in einem Singspiel verarbeitet: „Out of Allgäu“ feiert am Freitag am Landestheater Schwaben in Memmingen Uraufführung.

Michael Barfuß hat sein "Muhsical" als bunten Liederabend konzipiert.
Michael Barfuß hat sein "Muhsical" als bunten Liederabend konzipiert.
Bild: Michael Dumler

Zwischen Queen und Mozart

Ein „Muhsical“ nennt Michael Barfuß augenzwinkernd sein Stück. Als bunten Liederabend hat er es konzipiert – „mit Songs zwischen Queen, Mozart, Volkslied und Anna Depenbusch“. Bei einem Hoffest begegnen sich Land- und Stadtbevölkerung. Gegensätze prallen aufeinander. Und doch: So weit sind die Dorfbewohner gar nicht entfernt von den Städtern. Jeden plagt eine Sehnsucht – oder die vage Hoffnung, dass es woanders womöglich besser ist. „Es ist eine Art Versuchsanordnung mit dem Allgäu als Spielort“, sagt Barfuß.

Wie sehen Fremde das Allgäu? Wie sehen Allgäuer sich selbst? Welche Erwartungshaltungen haben beide? Als Party mit ungewissem Ausgang hat Barfuß sein Stück konzipiert. Der Titel „Out of Allgäu“ erinnert natürlich auch an den legendären Film „Out of Rosenheim“ von Percy Adlon. In dem Kino-Hit von 1987 strandet Marianne Sägebrecht als „Ur-Bayerin“ im fernen, fremden Kalifornien – und findet letztlich hier eine neue Heimat.

In „Out of Allgäu“ geht es um Heimat und Fremde, aber auch um Enge und Weite. Für Barfuß ist der Begriff Heimat unabdingbar mit Sprache, Essen, Musik, Gerüchen verknüpft. Damit verbunden ist aber auch das Gefühl einer Zugehörigkeit, sagt er. Und noch etwas: die Landschaft. Eine besonders schöne hat er im Allgäu angetroffen. Doch Barfuß ist einer, der gern hinter die Oberflächen blickt. Und so interessiert er sich auch für die ökonomische Seite. „Wie ist es hier im Allgäu zu leben, mit Milchkrise und Höfesterben?“ Auch dieser Frage geht er nach.

Mit „Out of Allgäu“ stellt sich das neue LTS-Ensemble – Aurel Bereuter, Claudia Frost, Miriam Haltmeier, Elisabeth Hütter, Christian Bojidar Müller, Jens Schnarre, Regina Vogel – musikalisch vor. Drei kleine Kostproben gibt es bereits unter www.landestheater-schwaben.de. Darunter sind Freddie Mercurys inbrünstiges „Somebody to Love“ und ein dreistimmiger Jodler. Für den Live-Sound sorgt übrigens eine einheimische Band mit Andreas Schütz (Piano, Akkordeon), Sebastian Kern (Schlagzeug), Andreas Kerber (Gitarre, Waldhorn) und Frank Thumbach (E-Bass).

Aufführungen (in Memmingen) am 23. Dezember (20 Uhr, Premiere), 22. Januar, 21., 23., 25. März, 10. Mai. Karten unter Telefon 08331/94 59 16.