Berufungsprozess beginnt

Pfarrer intim mit Ministrantin - Berufung zurückgenommen

Ein früherer Kaplan einer unterfränkischen Gemeinde soll mit einer Minderjährigen intim geworden sein.

Ein früherer Kaplan einer unterfränkischen Gemeinde soll mit einer Minderjährigen intim geworden sein.

Bild: Andreas Arnold, dpa (Symbolbild)

Ein früherer Kaplan einer unterfränkischen Gemeinde soll mit einer Minderjährigen intim geworden sein.

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Eine junge Ministrantin verliebt sich in einen Kaplan. Der katholische Geistliche wird schließlich doch intim mit der Minderjährigen.
Ein früherer Kaplan einer unterfränkischen Gemeinde soll mit einer Minderjährigen intim geworden sein.
dpa
18.02.2021 | Stand: 13:16 Uhr

Ein halbes Jahr nach einem Gerichtsurteil gegen einen Priester wegen schweren sexuellen Missbrauchs einer Ministrantin beginnt in Schweinfurt der Berufungsprozess. Angeklagt ist ein 43-Jähriger. Der frühere Kaplan einer unterfränkischen Gemeinde hat nach Überzeugung der Anklage vor mehr als zehn Jahren das damals zwölfjährige Mädchen sexuell missbraucht.

Das Amtsgericht Bad Kissingen hatte den Pfarrer im vergangenen August wegen Kindesmissbrauchs zu einem Jahr und vier Monaten Haft verurteilt. Das Schöffengericht setzte die Strafe zu drei Jahren Bewährung aus. Zudem sollte der Mann 1.200 Euro an eine gemeinnützige Organisation zahlen.

Staatsanwaltschaft und Verteidigung legten Berufung ein

Staatsanwaltschaft und Verteidigung legten gegen dieses Urteil Berufung ein - nun muss sich die 2. kleine Strafkammer am Landgericht Schweinfurt mit den Vorwürfen befassen. Zwei Verhandlungstage sind angesetzt. Das Urteil könnte bereits an diesem Freitag fallen.

Laut dpa möchte der Priester im Berufungsprozess einen Freispruch erreichen. Das sagte sein Verteidiger am Donnerstag zu Verhandlungsauftakt im Landgericht. Bisher war unklar, warum der Angeklagte gegen das Urteil des Amtsgerichts Bad Kissingen vom vergangenen August Rechtsmittel eingelegt hat. "Tatsächlich ist das Ziel ein Freispruch", erklärte der Anwalt des 43-Jährigen auf Nachfrage der Strafkammer.

Das mutmaßliche Opfer hatte im ersten Prozess eingeräumt, damals für den Priester geschwärmt zu haben. Die heute 23-Jährige schrieb dem Angeklagten nach eigener Aussage Nachrichten und rief ihn immer wieder an. "Ich habe irgendwann festgestellt, dass ich mich verliebt habe", sagte sie vor dem Amtsgericht.

Pfarrer ließ sich schließlich doch auf Intimitäten mit Minderjähriger ein

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Trotz anfänglicher Ablehnung ließ sich der Geistliche um das Jahr 2010 herum dann doch auf Intimitäten mit der damals zwölfjährigen Schülerin ein. Den Vorwurf des Kindesmissbrauchs wies er allerdings schon bei seiner polizeilichen Befragung im Frühjahr 2019 von sich.

Die Anklage hatte für den Angeklagten eineinhalb Jahre Haft ohne Bewährung verlangt. Die Verteidigung plädierte auf Freispruch, denn erwiesen sind die sexuellen Handlungen ihrer Ansicht nach nicht.

Dem Deutschen ist bis zur Klärung des Sachverhaltes die Ausübung des priesterlichen Dienstes durch den Würzburger Bischof Franz Jung verboten. Ob er sein Priesteramt dauerhaft abgeben muss, wird die Kirche entscheiden. Katholische Priester versprechen vor Gott, keusch und ehelos zu leben. Sexuelle Beziehungen sind damit ausgeschlossen (Zölibat).

Update vom 18. Februar: Im Berufungsprozess um den sexuellen Missbrauch einer Ministrantin durch einen Priester haben Staatsanwaltschaft und Verteidigung ihre Berufung zurückgenommen. Das erklärten beide am Donnerstag vor dem Landgericht Schweinfurt. Damit ist das Urteil des Amtsgerichts Bad Kissingen vom vergangenen August rechtskräftig.

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