Polizist kniet auf Hals und Kopf

Polizist kniet auf Mann - Staatsanwaltschaft München prüft Einsatz

Ein Bundespolizist soll auf Kopf und Hals eines Manns gekniet sein, der um Hilfe rief.

Ein Bundespolizist soll auf Kopf und Hals eines Manns gekniet sein, der um Hilfe rief.

Bild: Karl-Josef Hildenbrand, dpa (Symbolbild)

Ein Bundespolizist soll auf Kopf und Hals eines Manns gekniet sein, der um Hilfe rief.

Bild: Karl-Josef Hildenbrand, dpa (Symbolbild)

Die Staatsanwaltschaft überprüft einen Einsatz der Bundespolizei in einer Münchner S-Bahn-Station vom Februar 2020. Grund ist ein Video, das für Aufsehen sorgt.
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dpa
05.07.2021 | Stand: 14:36 Uhr

Das Nachrichtenmagazin "Focus" hatte am Montag ein Video des Einsatzes veröffentlicht. Darin ist zu sehen, wie ein Polizist auf Kopf- und Halsregion eines um Hilfe rufenden Mannes kniet. "Das Vorgehen von der Polizei wird von uns überprüft", sagte nun die Sprecherin der Behörde, Anne Leiding, der Deutschen Presse-Agentur. Es handle sich um Vorermittlungen, um zu klären, ob ein Verfahren eingeleitet wird.

Das Video stammt nach Angaben der Bundespolizei aus einer Polizisten-Bodycam. Wie es an die Öffentlichkeit gelangte, war zunächst unklar.

Gegen Mann läuft ein Ermittlungsverfahren

Gegen den Mann, auf dessen Hals der Polizist kniete, läuft bereits ein Ermittlungsverfahren - eben wegen jenes Einsatzes. "Die Bundespolizei hat den Vorgang bei der Staatsanwaltschaft München I angezeigt", sagte ein Polizeisprecher auf Anfrage. Die Staatsanwaltschaft nahm die Ermittlungen auf und erhob daraufhin im August 2020 Anklage wegen Körperverletzung, Beleidigung und tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte.

"Focus online" zufolge war der Mann bei einer Fahrkartenkontrolle ins Visier der Beamten geraten, obwohl er eine gültige Fahrkarte gehabt habe. "Ich konnte mich nicht mehr bewegen und mir wurde schlecht. Ein Mann kniete auf meinem Hals. Ich hatte wirklich Todesangst", zitiert das Portal einen 53-Jährigen, bei dem es sich um den Mann auf dem Video handeln soll.

Von der Bundespolizei hieß es weiter: "Festzuhalten ist lediglich an dieser Stelle, dass der Staatsanwaltschaft die ermittelten Beweismittel vorliegen - so auch die Aufzeichnungen durch die im Einsatz aktivierte Bodycam."

Video erinnert an Fall von George Floyd

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Strafmaß festgelegt

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Das Video erinnert auf den ersten Blick - auch wenn die Folgen nicht zu vergleichen sind - an den tödlichen Polizeieinsatz gegen George Floyd in den USA, der eine Welle des Entsetzens und große Proteste ausgelöst hatte.

Floyd war am 25. Mai vergangenen Jahres in Minneapolis bei einem brutalen Polizeieinsatz getötet worden. Beamte nahmen den 46-Jährigen fest, weil er eine Schachtel Zigaretten mit einem falschen 20-Dollar-Schein bezahlt haben soll. Videos von Passanten dokumentierten, wie Polizisten den unbewaffneten Mann zu Boden drückten. Ein Polizist presste dabei sein Knie gut neun Minuten lang auf Floyds Hals, während dieser immer wieder flehte, ihn atmen zu lassen. Floyd verlor das Bewusstsein und starb wenig später. Der Polizist wurde zu 22 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt.

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