260 Todesopfer

Fast drei Jahre nach Staudamm-Katastrophe in Brasilien: Prozess in München beginnt gegen TÜV Süd

Eine Brücke, deren zentrale Säulen durch den Schlamm des Staudamms von Córrego do Feijão in Brumadinho entwurzelt worden sind. Am 25. Januar 2019 brach der Damm der Eisenerzmine Córrego do Feijão, eine tödliche Schlammlawine setzte sich in Gang.

Eine Brücke, deren zentrale Säulen durch den Schlamm des Staudamms von Córrego do Feijão in Brumadinho entwurzelt worden sind. Am 25. Januar 2019 brach der Damm der Eisenerzmine Córrego do Feijão, eine tödliche Schlammlawine setzte sich in Gang.

Bild: Rodney Costa, dpa

Eine Brücke, deren zentrale Säulen durch den Schlamm des Staudamms von Córrego do Feijão in Brumadinho entwurzelt worden sind. Am 25. Januar 2019 brach der Damm der Eisenerzmine Córrego do Feijão, eine tödliche Schlammlawine setzte sich in Gang.

Bild: Rodney Costa, dpa

Nach der Staudamm-Katastrophe Anfang 2019 im brasilianischen Brumadinho beginnt vor dem Landgericht München der Musterprozess gegen den TÜV Süd.
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dpa
28.09.2021 | Stand: 09:53 Uhr

Nach der Staudamm-Katastrophe im brasilianischen Brumadinho Anfang 2019 haben die betroffene Gemeinde und die Familie eines der 260 Todesopfer den TÜV Süd auf Schadenersatz verklagt - vor dem Landgericht München beginnt nun am Dienstag (09.00) der Musterprozess. Die Anwälte der Kläger vertreten nach eigenen Angaben aber 1200 Geschädigte und erhoffen letztendlich Entschädigungen im dreistelligen Millionen-Bereich.

Das Rückhaltebecken einer Eisenerzmine des brasilianischen Bergbaukonzerns Vale war am 25. Januar 2019 gebrochen. Mindestens 260 Menschen waren von der Schlammlawine getötet worden. Eine Tochtergesellschaft des TÜV Süd hatte den Damm ein halbes Jahr zuvor geprüft und für sicher befunden. Der TÜV Süd sieht aber keine rechtliche Verantwortung für den Dammbruch, weil der Bergbaukonzern Vale Vorgaben nicht eingehalten habe.

Fast drei Jahre nach Staudamm-Katastrophe in Brasilien: Prozess in München beginnt gegen TÜV Süd

Vale hat inzwischen in einem gerichtlichen Vergleich mit dem brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais fast sechs Milliarden Euro Entschädigung zugesagt. Etwa ein Drittel der Summe soll nach Angaben der brasilianischen Behörden der Gemeinde Brumadinho und der Bevölkerung dort zugutekommen. Das sei aber "eine Mogelpackung", denn es seien keine Zahlungen an die Opfer vorgesehen, sagte Kläger-Anwalt Jan Erik Spangenberg.

Kläger im Münchner Musterverfahren sind neben der Gemeinde Brumadinho die Angehörigen einer Vale-Ingenieurin, die bei dem Dammbruch zu Tode kam. Dass die Kammer bereits eine Entscheidung verkündet, ist nach Angaben einer Sprecherin unwahrscheinlich. Spangenberg rechnet aber mit einer ersten Einschätzung zu einigen wesentlichen Fragen.

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