Sexueller Missbrauch

Prozess wegen schweren Kindesmissbrauchs - Angeklagter geständig

In Schweinfurt hat ein Angeklagter vor Gericht gestanden, eine Elfjährige missbraucht zu haben.

In Schweinfurt hat ein Angeklagter vor Gericht gestanden, eine Elfjährige missbraucht zu haben.

Bild: Patrick Pleul, dpa (Symbolbild)

In Schweinfurt hat ein Angeklagter vor Gericht gestanden, eine Elfjährige missbraucht zu haben.

Bild: Patrick Pleul, dpa (Symbolbild)

Ein 50-Jähriger missbraucht eine Elfjährige. Das Mädchen wurde von ihrem Stiefvater "vermittelt" - und auch von diesem mehrfach missbraucht.
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dpa
04.06.2021 | Stand: 12:21 Uhr

Ein wegen schweren Kindesmissbrauchs in Unterfranken angeklagter Mann hat die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft weitgehend eingeräumt. Der Angeklagte gab am ersten Prozesstag eine Erklärung über seine Verteidigerin ab, wie ein Sprecher des Landgerichts Schweinfurt am Mittwoch mitteilte. Demnach sei sich der mittlerweile 50-Jährige nicht bewusst gewesen, dass das Mädchen zum Tatzeitpunkt im Sommer 2020 erst elf Jahre alt gewesen war.

Die Staatsanwaltschaft geht jedoch davon aus, dass dem Angeklagten schon beim Anblick des Mädchens klar gewesen sein musste, dass dieses noch keine 14 Jahre alt sein konnte. Zudem habe das Mädchen beim ersten Treffen auf Nachfrage des Angeklagten sein richtiges Alter genannt. Die Elfjährige war durch den Lebensgefährten ihrer Mutter an den Angeklagten vermittelt worden. Der Lebensgefährte hatte das Mädchen selbst mehrfach missbraucht.

Angeklagter hängte seine Telefonnummer auf Rastplätzen aus - auf der Suche nach Sexualkontakten

Laut Anklage soll der Beschuldigte auf der Suche nach flüchtigen Sexualkontakten einen Zettel mit seiner Handynummer auf der Toilette eines Autobahnparkplatzes aufgehängt haben. Einige Zeit später erhielt er eine Nachricht von einem angeblich 14 Jahre alten Mädchen. Beide sollen Bilder über Whatsapp ausgetauscht haben, weshalb der Deutsche zudem wegen der Verbreitung pornografischer Schriften angeklagt ist.

Stiefvater des Mädchens stand ebenfalls vor Gericht

Der Lebensgefährte der Mutter hatte das Mädchen Männern an Rast- und Autobahnparkplätzen in Unterfranken angeboten. Vergangene Woche war der heute 49-Jährige zu zehn Jahren Haft verurteilt worden (Az.: 12 Js 8837/20). Die Mutter soll von einigen Übergriffen auf ihr Kind durch ihren Lebensgefährten gewusst haben. Gegen die 39-Jährige startet voraussichtlich Ende Juni ein gesondertes Verfahren.

Die Jugendschutzkammer hatte gleich zu Beginn des Prozesses die Öffentlichkeit für die Aussage des Mannes ausgeschlossen - unter anderem zum Schutz der Privatsphäre des missbrauchten Mädchens sowie des Angeklagten. Weitere Details des Geständnisses wurden nicht mitgeteilt.

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