Rainer Langhans, der Krebs und die Frauen

Rainer Langhans hat wohl unheilbaren Krebs. Angst vor dem Tod hat er aber nicht

Die 68er-Ikone Rainer Langhans hat Krebs. Vor allem für die Frauen war der Umgang damit anfangs ungewohnt, sagt er.

Die 68er-Ikone Rainer Langhans hat Krebs. Vor allem für die Frauen war der Umgang damit anfangs ungewohnt, sagt er.

Bild: Felix Hörhager, picture alliance/dpa

Die 68er-Ikone Rainer Langhans hat Krebs. Vor allem für die Frauen war der Umgang damit anfangs ungewohnt, sagt er.

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Rainer Langhans hat Krebs, aggressiv und wohl unheilbar. Angst macht ihm das aber nicht, sagt er - ganz im Gegenteil.
Die 68er-Ikone Rainer Langhans hat Krebs. Vor allem für die Frauen war der Umgang damit anfangs ungewohnt, sagt er.
dpa
18.01.2021 | Stand: 10:19 Uhr

Ex-Kommunarde Rainer Langhans (80) übt nach eigenen Angaben schon seit Jahrzehnten das Sterben. "Ich übe das jetzt seit 45, fast 50 Jahren, aus dem Körper zu gehen und die Erfahrung zu machen", sagte er im Interview der Deutschen Presse-Agentur in München und sprach von einem "jahrzehntelangen Sterbenüben". Er sei "ein geistiges Wesen, ein liebendes Wesen" und die Realität setze ohnehin erst nach dem Tod ein.

Frauen hatten zuerst Schwierigkeiten, sich an den Umgang mit dem Krebs zu gewöhnen

Langhans ist nach eigenen Angaben unheilbar an Prostatakrebs erkrankt. Seine drei Lebensgefährtinnen hätten zuerst Schwierigkeiten damit gehabt, sich an seinen Umgang mit der lebensbedrohlichen Krankheit zu gewöhnen.

"Die Frauen waren zunächst entsetzt und haben gesagt: Nein, Du darfst noch nicht gehen", sagte Langhans. "Ich denke, sie verstehen ungefähr, was ich da versuche - dass ich sterben möchte - aber schöner - und dass ich das Ganze als Liebesakt verstehe, den ich jetzt noch mit ein bisschen Zeit entschlüsseln und erfahrbar für mich machen möchte."

Die 68er-Ikone Rainer Langhans sieht sich als "Asperger-Autist"

Die 80-Jährige 68er-Ikone bezeichnet sich selbst immer wieder als "Asperger-Autist": "Diese Leute können mit dieser Welt, die hier herrscht, absolut nichts anfangen, verstehen das nicht und finden keinen Zugang zu ihr." Sie seien "totale Aliens". "Sie müssen natürlich immer danach suchen, woher sie kommen und wohin sie eigentlich gehören. Denn hierher nicht."

Darum habe auch er sich schon in jungen Jahren auf die Suche gemacht und in seiner 68er-Kommune seine Welt gefunden. Dass diese Welt dann wieder zusammenbrach, könne er bis heute nicht fassen.

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