Landgericht Nürnberg

Rechtsgerichteten Anschlag geplant: 23-Jähriger zwei Jahre in Haft

Ein 23-Jähriger plante einen Anschlag und kündigte es in einer rechtsterroristischen Chatgruppe an. Das Landgericht Nürnberg hat ihn verurteilt.

Ein 23-Jähriger plante einen Anschlag und kündigte es in einer rechtsterroristischen Chatgruppe an. Das Landgericht Nürnberg hat ihn verurteilt.

Bild: Peter Kneffel, dpa (Symbolbild)

Ein 23-Jähriger plante einen Anschlag und kündigte es in einer rechtsterroristischen Chatgruppe an. Das Landgericht Nürnberg hat ihn verurteilt.

Bild: Peter Kneffel, dpa (Symbolbild)

Er lebte isoliert und stand auf Waffen: Ein junger Mann aus der Oberpfalz plante 2019 einen Anschlag. Jetzt wurde er in Nürnberg verurteilt.
Ein 23-Jähriger plante einen Anschlag und kündigte es in einer rechtsterroristischen Chatgruppe an. Das Landgericht Nürnberg hat ihn verurteilt.
dpa
04.12.2020 | Stand: 13:22 Uhr

Das Landgericht Nürnberg-Fürth hat einen 23 Jahre alten Mann zu zwei Jahren Haft verurteilt, weil er einen Terrorakt geplant hatte. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass der Mann aus der Gegend von Cham (Oberpfalz) vorhatte, sich aus Einzelteilen ein Sturmgewehr zusammenzubauen und eine größere Anzahl von Menschen zu töten. Einen konkreten Plan habe es jedoch nicht gegeben, auch die dafür notwendige Waffe war noch nicht fertig.

Eine Aussetzung der Strafe zur Bewährung sei trotz der psychischen Erkrankung des Mannes nicht in Betracht gekommen, dafür sei die Sozialprognose für den Verurteilten, besonders hinsichtlich einer Wiederholungsgefahr, nicht günstig genug, sagte der Vorsitzende der Staatsschutzkammer am Nürnberger Landgericht, Bernd Zuber. Der 23-Jährige wird zudem nach seiner Haftentlassung unter Führungsaufsicht gestellt - diese kann bis zu fünf Jahre dauern. Seit mehr als zehn Monaten sitzt er bereits in Untersuchungshaft.

Terrorakt geplant - in Chatgruppe angekündigt

Der Oberpfälzer war seit 2019 in der Chatgruppe des rechtsgerichteten Terrornetzwerks "Feuerkrieg Division" aktiv. Dort habe sich der isoliert im Haus seiner Eltern lebende Mann hervorheben wollen und erklärt, er wolle einen "Ort der Andacht" auswählen, an dem er zum "Heiligen" werde - ein Synonym in der Chatgruppe für das Verüben von Attentaten. Er habe sich das Manifest des antisemitischen Attentäters von Halle heruntergeladen - diesen in der Chatgruppe aber als "Versager" tituliert.

(Lesen Sie auch: Auftakt im Prozess um getöteten Pflegebedürftigen: Angeklagter sieht sich als Opfer.)

Freispruch oder Haftstrafe?

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von vier Jahren gefordert, die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert. Der junge Mann selbst hatte eingeräumt, sich Waffenteile für ein Sturmgewehr AK-47 besorgt zu haben, jedoch die Anschlagspläne verneint. Er habe mit der Waffe in einem Schützenverein schießen wollen, gab er an. Das Gericht wertete dies lediglich als Schutzbehauptung.

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Der Angeklagte sitzt im Sitzungssaal im Strafjustizzentrum des Landgerichts Nürnberg-Fürth zum Prozessbeginn ein. Wegen mutmaßlicher Pläne für einen rechtsgerichteten Terrorakt muss sich der 23-Jähriger vor der Staatsschutzkammer Landgerichts verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vor.
Prozess in Nürnberg

23-Jähriger bestreitet mutmaßliche Anschlagspläne vor Gericht

Die "Feuerkrieg Division" ist eine international vernetzte Terrororganisation, die sich den Kampf gegen unter anderem Ausländer, Andersgläubige und Homosexuelle zum Ziel gesetzt hat. Ihre Wurzeln hat sie in den USA, Ableger sind neben Deutschland in Großbritannien und den baltischen Ländern bekannt.