Neue Züge im Allgäu

Schneller, moderner, sauberer: Das soll beim Bahnfahren durchs Allgäu ab 2021 besser werden

Ein Zug des Typs FLIRT des Zugbetreibers Go-Ahead am Stuttgarter Hauptbahnhof. In Baden-Württemberg sind sie Züge gelb-weiß, in Bayern sollen sie in blau und weiß erstrahlen und ab Ende 2021 die elektrifizierte Strecke zwischen München und Lindau bedienen.

Ein Zug des Typs FLIRT des Zugbetreibers Go-Ahead am Stuttgarter Hauptbahnhof. In Baden-Württemberg sind sie Züge gelb-weiß, in Bayern sollen sie in blau und weiß erstrahlen und ab Ende 2021 die elektrifizierte Strecke zwischen München und Lindau bedienen.

Bild: Fabian Sommer/dpa

Ein Zug des Typs FLIRT des Zugbetreibers Go-Ahead am Stuttgarter Hauptbahnhof. In Baden-Württemberg sind sie Züge gelb-weiß, in Bayern sollen sie in blau und weiß erstrahlen und ab Ende 2021 die elektrifizierte Strecke zwischen München und Lindau bedienen.

Bild: Fabian Sommer/dpa

Ach ja, die Bahn... Vieles wurde in den vergangenen Wochen wieder über sie gesagt und geschrieben. Einerseits soll sie das Klima retten, eine saubere Alternative zu Flugzeug und Auto darstellen. Andererseits ärgern sich viele Fahrgäste wie eh und je über verspätete Züge, teure Fahrkarten und überfüllte Abteile. Auf einer der wichtigsten Verbindungen durchs Allgäu soll bald vieles besser werden. Das verspricht zumindest das britische Unternehmen "Go-Ahead", das ab Dezember 2021 den elektrischen Zugbetrieb zwischen München und Lindau über Buchloe und Memmingen übernehmen wird. Die Pläne im Detail...

Von Allgäuer Zeitung
10.06.2020 | Stand: 14:46 Uhr

Ab Dezember 2021 sollen die Regionalzüge zwischen München, Memmingen und Lindau elektrisch betrieben werden. Für die Fahrgäste bricht damit ein neues Zeitalter an: Lautes Motorengebrumm und Dieselabgase gehören dann der Vergangenheit an, zudem werden die Züge schneller als bisher fahren. Angekündigt sind mehr durchgehende Verbindungen zwischen München und Memmingen, flotte Expresszüge werden die Strecke in etwa einer Stunde zurücklegen. Das sagten Vertreter des Zugbetreibers Go-Ahead bei einer Veranstaltung des Fahrgastverbandes Pro Bahn in Buchloe.

Neue Züge im Allgäu mit Klimaanlage & W-Lan

Die Fahrzeit zwischen München und Lindau über Memmingen wird dann schneller sein als über Kempten. Die Zahl der Direktverbindungen werde sich erhöhen, kündigte Bastian Goßner, kaufmännischer Geschäftsleiter von Go-Ahead Bayern, an. Bereits ein Jahr zuvor, im Dezember 2020, sollen die Eurocity-Züge von München nach Zürich mit elektrischer Energie fahren – der Beginn des elektrischen Zugbetriebs im Allgäu. Die Regionalzüge folgen dann ein Jahr später.

Die Fahrgäste dürfen sich, so verspricht es zumindest Go-Ahead, auf neue Züge freuen, die mit Niederflureinstieg, Klimaanlage, modernem Informationssystem und rollstuhlgerechten WC-Kabinen ausgestattet sein werden. An den meisten Sitzplätzen sind Tische und Steckdosen zum Laden von Handy und Laptop vorgesehen, und es wird WLAN in den Zügen geben.

Weiß-blaue Züge & mehr Sitzplätze

Go-Ahead lässt für die bayerischen Strecken Züge in weiß-blauem Design liefern und wirbt damit, man biete ein Stück Heimat auf der Schiene. Das vorrangige Ziel seines Unternehmens sei es, auf die Bedürfnisse der Fahrgäste einzugehen, sagte Goßner. „Wir wollen Menschen von A nach B bringen.“ Neben Go-Ahead werden weitere Zugfahrten im Allgäu von anderen Zugbetreibern wie etwa DB Regio und der Bayerischen Regiobahn betrieben. Die Fahrkarten werden bei allen Zugbetreibern gleichermaßen gelten, sodass die Fahrgäste problemlos zwischen den Unternehmen umsteigen können.

Das Nahverkehrsunternehmen aus Großbritannien, das pro Jahr eine Milliarde Fahrgäste befördert, hat die Ausschreibung für den elektrischen Zugbetrieb von München nach Lindau ab 2021 gewonnen und lässt dafür derzeit 22 Triebzüge bauen, die jeweils 200 Sitzplätze in der zweiten Klasse, 16 in der ersten Klasse und 21 Stellplätze für Fahrräder haben. Zwischen München im Buchloe werde man viele Züge mit zwei oder drei dieser Triebzüge fahren, sodass man besonders im Berufsverkehr mehr Sitzplätze bieten könne als dies bisher der Fall sei. „Wir sind für eine steigende Nachfrage gewappnet“, sagte Betriebsplaner Stefan Mühlstraßer.

In der Diskussion zeigte sich, dass die regelmäßigen Fahrgäste und Pro-Bahn-Mitglieder das neue Angebot durchaus positiv sehen. Bestehende Probleme der Infrastruktur werden damit aber nicht verschwinden: Die Strecke nach München sei übervoll, das Anhängen weiterer Zugteile in Buchloe aufwändig, das Sicherstellen von Anschlüssen nicht immer einfach – damit werde auch Go-Ahead zu kämpfen haben, so verschiedene Wortmeldungen.