Da dürften viele staunen

Skytrail am Alpsee wirft Gewinn ab 

Über den Alpsee Skytrail haben sich viele Immenstädter mockiert. Dass er Gewinn abwirft, hätten sie nicht gedacht.

Über den Alpsee Skytrail haben sich viele Immenstädter mockiert. Dass er Gewinn abwirft, hätten sie nicht gedacht.

Bild: Benjamin Liss

Über den Alpsee Skytrail haben sich viele Immenstädter mockiert. Dass er Gewinn abwirft, hätten sie nicht gedacht.

Bild: Benjamin Liss

Das kommt für viele überraschend: Der neue Alpsee-Skytrail in Immenstadt-Bühl macht Gewinn. Das ist das Ergebnis der Bilanz, die jetzt die Immenstädter Tourismus GmbH vorlegte. Warum das 15 Meter hohe Kletterelement bislang schwarze Zahlen schreibt, erfährst Du hier.   
08.12.2016 | Stand: 17:09 Uhr

Überflüssiges Prestigeobjekt, finanzieller Flopp, Geldverbrennung: Viele Immenstädter haben in den vergangenen Monaten über den neuen Alpsee-Skytrail in Bühl geschimpft oder sich darüber lustig gemacht. Jetzt legte die Immenstädter Tourismus GmbH, der das 15 Meter hohe Kletterelement gehört,  eine erste Bilanz vor: „Wir haben in den ersten fünf Monaten Betrieb ein Plus von 3000 Euro erwirtschaftet“, sagte Geschäftsführer Alfred Becker. Für Bürgermeister Armin Schaupp ist das die Bestätigung, „dass wir mit dem Skytrail auf dem richtigen Weg sind“. Allerdings werden wohl auch im nächsten Jahr die ursprünglich erhofften 45.000 Besucher nicht erreicht. Diese Marke soll aber geschafft werden, wenn ab 2018 der Lern- und Erlebnisparcours fertig ist. Das Projekt wird nächstes Jahr gestartet. 

Folgende Zahlen legten Becker und seine Stellvertreterin Annika Lehr vor: Genau 7998 zahlende Besucher verzeichnete bisher die Tourismus GmbH seit der Eröffnung des Kletterturms Mitte Juni. Das erbrachte Einnahmen von 43.200 Euro. Die gesamten Betriebskosten betrugen in der Zeit 40.000 Euro. Unterm Strich also ein Gewinn von über 3000 Euro. Zwar habe man laut Becker die ursprünglich anvisierten Besucherzahlen bei weitem noch nicht geschafft: „Doch dafür sind auch unsere Ausgaben viel niedriger als gedacht.“

Denn das große Plus der neuen Anlage sei die geringe Anzahl an Personal, das dafür nötig ist: Das liegt vor allem an dem Sicherheitssystem: Das Knauf-Ende des Sicherungsseils, das mit dem Klettergurt verbunden ist, wird am Anfang des Skytrails in eine Schiene eingehängt und muss nicht – wie beispielsweise in Hochseilklettergärten – immer wieder umgehängt werden. Damit ist weniger Gefahr für die Kletterer verbunden, und weniger Aufsicht notwendig.

Der Skytrail kommt bei vielen Touristen und Einheimischen gut an.
Der Skytrail kommt bei vielen Touristen und Einheimischen gut an.
Bild: Benedikt Siegert

Daher wurde nur bei schönem Wetter in der Hauptsaison eigens Personal für den Skytrail bereitgestellt. „Wenn weniger Besucher zu erwarten waren, haben wir die Anlage vom Alpseehaus aus mitbetreut“, sagte Lehr. Das Personal der Tourismus GmbH sei dafür extra geschult worden. Nächstes Jahr werden 17 000 Gäste für die 15 Meter hohe Anlage mit 42 Elementen auf drei verschiedenen Ebenen angepeilt, erklärte Becker.

Das Ziel von 45.000 Besuchern habe man aber nicht aus dem Auge verloren, unterstrich Bürgermeister Schaupp. Es könne aber nur geschafft werden, wenn auch der geplante Lern- und Erlebnisparcours fertig sei. Davon werde der Skytrail ein Element sein.

Aufgebaut wird der 177 000 Euro teure Parcours ab nächstem Jahr. Gefördert von dem EU-Programm „Interreg“ soll er bis 2018 mit 14 Themenbereichen Urlaubern und Schulklassen den naturnahen Einstieg in die Allgäuer Berge vermitteln.

Und hier die detaillierte Bilanz der Immenstädter Tourismus GmbH für den Alpsee-Skytrail nach den ersten fünf Monaten Betrieb:

Projektkosten und Finanzierung: Der Kletterturm (Skytrail allein 574 000 Euro) kostete samt dem Bau und der umgebenden Infrastruktur insgesamt 675 000 Euro. Für das Projekt nahm die Gesellschaft einen Bankkredit über 650 000 Euro auf, 25 000 Euro kamen als Eigenkapital.

Umsatz: Bisher haben 8000 Besucher Eintritt für den Skytrail bezahlt. Das ergibt Einnahmen in Höhe von 43 200 Euro. Dem gegenüber stehen folgende Betriebsausgaben: Während der Hauptsaison waren je nach Wetterlage eine Vollzeit- und zwei Teilzeitkräfte sowie vier geringfügig Beschäftigte angestellt. Dafür fielen bis jetzt 25 000 Euro an Personalkosten an. Hinzukommen an Zins und Tilgung für den Bankkredit in diesem Jahr 15 000 Euro (3000 Euro pro Monat) – zusammen sind das Ausgaben von 40 000 Euro.

Gewinn: Unterm Strich bleiben also über 3000 Euro als Gewinn nach den ersten fünf Monaten übrig.