Gasversorgung in Deutschland

Söder: Deutschland steuert auf existentielle Gas-Notlage zu

Markus Söder über die Gaskrise: Er befürchtet eine "absolute Katastrophe."

Markus Söder über die Gaskrise: Er befürchtet eine "absolute Katastrophe."

Bild: Karl-Josef Hildenbrand, dpa (Archiv)

Markus Söder über die Gaskrise: Er befürchtet eine "absolute Katastrophe."

Bild: Karl-Josef Hildenbrand, dpa (Archiv)

Wegen der sich zuspitzenden Gas-Krise in Deutschland fordert Markus Söder mehr Anstrengungen zur Sicherstellung der hiesigen Energieversorgung.
##alternative##
dpa
23.06.2022 | Stand: 14:51 Uhr

"Es droht eine existenzielle Gas-Notlage", sagte der bayerische Ministerpräsident am Donnerstag beim Besuch eines Gasspeichers im Münchner Umland. Die Ausrufung der Alarmstufe Gas wegen der deutlich verringerten Lieferungen aus Russland komme "hoffentlich nicht zu spät" und zeige, dass alle Bemühungen, Ersatzlieferanten zu finden, nicht funktioniert hätten. "Es ist ein Zeichen dafür, dass die Lage viel ernster ist, als gedacht." Vizekanzler Habeck rief die Alarmstufe Gas aus, er sagte: "Gas ist nun ein knappes Gut in Deutschland"

Söder rief den Bund auf, die Gasspeicher jetzt zu befüllen. "Eine Regierung muss dafür sorgen, dass genügend Essen und warme Wohnungen und die Versorgung für die Arbeitsplätze da ist. Das ist die Grundaufgabe des Staates und die fordern wir ein", sagte er.

Söder befürchtet "absolute Katastrophe"

Sollte sich die Lage weiter zuspitzen, und in der Folge auch nur ein Betrieb wegen Gasmangels abgeschaltet werden, sei dies "eine absolute Katastrophe. Da sind Tausende von Arbeitsplätzen betroffen. Also wir marschieren da tatsächlich auf eine Form von Deindustrialisierung zu", sagte Söder weiter.

Alle Formen von Energie müssten jetzt genutzt werden. Dazu gehöre neben allen Erneuerbaren auch "absolut die Kernenergie". Der Atommeiler Isar II müsse zumindest so lange betrieben werden, wie es die Brennstäbe hergeben würden. Gut organisiert sei dies fast bis Mitte nächsten Jahres möglich. "Das heißt, all diese Argumente, die vom Bund ins Feld geführt werden, greifen nicht. Es handelt sich am Ende nicht um eine technische, sondern um eine rein politische Entscheidung."

Bayern werde seinerseits seinen Beitrag leisten - etwa für mehr Wind. Es dürfe aber nicht so sein, "dass wir zu den jetzigen Energieprobleme noch zusätzliche bei uns schaffen", sagte Söder. Er kündigte an, in der kommenden Woche einen Krisenstab Energie einrichten zu wollen.

Lesen Sie auch
##alternative##
Gaskrise

Reicht das Gas für den Winter? Fragen und Antworten zur Gaskrise

Für nur 0,99 € einen Monat alle exklusiven AZ Plus-Artikel auf allgaeuer-zeitung.de lesen
Jetzt testen
Ausblenden | Ich habe bereits ein Abo.