Polizei und Staatsschutz ermitteln

Nachbarschaftsbefragung bringt neue Hinweise zu Stromausfall in München

Die Ermittlungen zum großen Stromausfall in München sind angelaufen.

Die Ermittlungen zum großen Stromausfall in München sind angelaufen.

Bild: Peter Kneffel, dpa

Die Ermittlungen zum großen Stromausfall in München sind angelaufen.

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Nach dem großflächigen Stromausfall in München hat die Polizei neue Hinweise zu einer möglichen Brandstiftung durch eine Nachbarschaftsbefragung erhalten.
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dpa
23.05.2021 | Stand: 13:33 Uhr

Die neuen Hinweise müssten nun allerdings erst einmal überprüft werden, wie ein Sprecher der Polizei München am Sonntag mitteilte.

In Teilen der Stadtteile Haidhausen, Ramersdorf und Berg am Laim war durch ein Feuer in einer Baugrube am frühen Freitagmorgen in rund 20.000 Haushalten der Strom ungewöhnlich lange ausgefallen. Die Polizei vermutet Brandstiftung.

Stromausfall in München: Staatsschutz ermittelt

Derzeit ermittelt der Staatsschutz wegen des Verdachts einer politischen Straftat. "Bei brennenden Versorgungsleitungen können politische Motive vorliegen", sagte ein Polizeisprecher.

Die Staatsanwaltschaft München I verwies ebenfalls nur darauf, dass der Staatsschutz, das Kriminalfachdezernat 4 des Polizeipräsidiums München, die Ermittlungen übernommen hat, das sich schwerpunktmäßig mit politischen Straftaten befasst.

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Stromausfall in München am 21. Mai 2021

Der Stromausfall hatte ungewöhnlich lange gedauert, weil rund 50 Stromkabel der Mittelspannung vollkommen zerstört wurden. In der Folge fielen etwa 150 Trafostationen aus. Passanten hatten in der Nacht zu Freitag erst ein seltsames Knistern und dann einen Knall gehört. Als die Feuerwehr eintraf, loderten Flammen aus der Grube.

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Das Brandbild in der etwa einen Meter tiefen Grube weise auf Brandstiftung hin, erläuterte ein Polizeisprecher am Freitag. Genaueres wollte er zunächst nicht sagen, die Analysen der Brandfahnder seien noch nicht abgeschlossen. "Wir sind noch am Anfang der Ermittlungen", betonte der Polizeisprecher. "Wir können zum jetzigen Zeitpunkt keine Angaben machen, ob es Zusammenhänge mit anderen Delikten gibt."

Bereits 2019 Anschläge auf Infrastruktureinrichtungen in München

Es wäre aber nicht der erste Brandanschlag auf Infrastruktureinrichtungen in der Landeshauptstadt: Die Ermittler sprachen schon im vergangenen Jahr von einer "Serie". Seit November 2019 hatten Unbekannte in München mehrfach Funkmasten und andere Infrastruktureinrichtungen angezündet. Es entstand ein Gesamtschaden von rund 3,6 Millionen Euro. Die Taten ordneten die Ermittler linksextremen Straftätern zu, entsprechende Hinweise in die Szene führten jedoch zu keinen konkreten Personen. Die Ermittlungen wurden deshalb eingestellt.

Nach Angaben der Stadtwerke München (SWM) waren alle Haushalte am frühen Samstagnachmittag nach rund anderthalb Tagen wieder mit Strom versorgt und an das Netz angeschlossen. "Good News des Tages: Grundversorgung für alle Privathaushalte wieder hergestellt", twitterten die SWM.

Die Arbeiten seien in der Nacht durch heftige Regenfälle erschwert worden. Letzte Industrie- und Gewerbekunden sollten aber bis zum Abend folgen. Die Stadtwerke bedankten sich "für die mentale Unterstützung und vor allem die Geduld" und schlossen ihren Post mit "#Münchenleuchtetwieder".