Kritik an Automobilausstellung

Tausende demonstrieren in München gegen die IAA

Auf der IAA zeigen Hersteller unter anderem wieder riesige Geländewagen: Teilnehmer der Demonstration gegen die Automobil-Ausstellung (IAA Mobility) machen gegen SUVs Front.

Auf der IAA zeigen Hersteller unter anderem wieder riesige Geländewagen: Teilnehmer der Demonstration gegen die Automobil-Ausstellung (IAA Mobility) machen gegen SUVs Front.

Bild: Matthias Balk/dpa

Auf der IAA zeigen Hersteller unter anderem wieder riesige Geländewagen: Teilnehmer der Demonstration gegen die Automobil-Ausstellung (IAA Mobility) machen gegen SUVs Front.

Bild: Matthias Balk/dpa

Die Demonstrationen gegen die IAA in München haben am Samstag einen zahlenmäßigen Höhepunkt erreicht. Bis zum Nachmittag blieb es friedlicher als am Freitag.
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dpa
11.09.2021 | Stand: 18:18 Uhr

Tausende Menschen haben in München gegen die Automesse IAA Mobility demonstriert. Die Veranstalter gingen von 25.000 Teilnehmern bei einem Demonstrationszug und einer Fahrradsternfahrt aus, die sich am Samstagnachmittag auf der Theresienwiese trafen, wo normalerweise das Oktoberfest stattfindet. Den Veranstaltern zufolge beteiligten sich rund 5000 Personen an der Demonstration und 20.000 an der Sternfahrt. Die Polizei hatte zu Beginn des Demonstrationszuges die Beteiligung an ihm auf einen Wert im niedrigen Tausenderbereich geschätzt.

Protest gegen IAA: Sternfahrt auf 16 Routen zur Theresienwiese

Ersten Informationen zufolge verliefen Demonstration und Sternfahrt weitgehend friedlich. Den Veranstaltern waren zunächst keine Vorkommnisse bekannt. Allerdings berichtete der Grünen-Landtagsabgeordnete Markus Büchler, der die Demonstration als "parlamentarischer Beobachter" begleitet hatte, von mindestens einer "Schlagstockszene", die er beobachtet habe. Zudem bestätigte er Aussagen des Aktionsbündnisses "Sand im Getriebe", dass aus der Demonstration heraus zwei Bäume besetzt worden seien.

Von der Sternfahrt, die auf 16 Routen zur Theresienwiese geführt hatte, wurden zunächst keine Vorfälle bekannt. Die Polizei war mit bis zu 4500 Beamten im Einsatz.

IAA-Protest: Bündnis fordert Abkehr von der autodominierten Verkehrspolitik

Zur Sternfahrt und der Demonstration hatte ein Bündnis eingeladen, zu dem unter anderem der ADFC, Attac, der BUND, die Deutsche Umwelthilfe, Greenpeace und der Verkehrsclub Deutschland gehören. Sie fordern "eine klare Abkehr von der autodominierten Verkehrspolitik und Vorrang für den Fuß-, Rad- und Nahverkehr". Die Demonstration sehen sie als Zeichen für eine Mobilitätswende.

Die Radler-Sternfahrt führte auf 16 verschiedenen Routen zur Theresienwiese.
Die Radler-Sternfahrt führte auf 16 verschiedenen Routen zur Theresienwiese.
Bild: Matthias Balk/dpa

Die Aktivisten und Demonstranten kritisieren IAA und Autokonzerne. Unter anderem werfen sie ihnen vor, die Messe sorge nur für einen grünen Anstrich, und es werde zu wenig für den Klimaschutz getan.

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Rund um die IAA gibt es seit Tagen Proteste und Aktionen von Kritikern. Am Freitag hatte es dabei auch Zusammenstöße zwischen Polizei und Hunderten Aktivisten gegeben, bei denen die Beamten Schlagstöcke und Pfefferspray einsetzten. Am Dienstag und Freitag wurden zudem Autobahnen blockiert.

Kanzlerkandidat Laschet hat für die IAA-Proteste kein Verständnis

Unionskanzlerkandidat Armin Laschet zeigte auf dem CSU-Parteitag am Samstag in Nürnberg für die Proteste gegen die IAA kein Verständnis. "Das ist die grünste IAA, die es je gegeben hat", sagte der CDU-Chef. Noch nie sei so viel von Klimaneutralität, Nachhaltigkeit und Umweltschutz die Rede gewesen. "Dass man dagegen noch demonstriert, Straßen blockiert und den Kampf gegen diese Industrie führt, zeigt: Manchen geht es nicht um Umweltschutz, sondern um Systemveränderung."