Virus-Check

Tausende Urlaubs-Rückkehrer absolvieren Corona-Test

Reisende gehen zur Registration des Corona-Testzentrum am Münchner Flughafen.

Reisende gehen zur Registration des Corona-Testzentrum am Münchner Flughafen.

Bild: Peter Kneffel/dpa

Reisende gehen zur Registration des Corona-Testzentrum am Münchner Flughafen.

Bild: Peter Kneffel/dpa

Am Münchner Airport landeten am Wochenende 4000 Rückkehrer aus Risikogebieten, an Autobahnen und auf Bahnhöfen wurden in elf Tagen gut 50.000 Reisende getestet.
Reisende gehen zur Registration des Corona-Testzentrum am Münchner Flughafen.
dpa
09.08.2020 | Stand: 20:19 Uhr

Am ersten Wochenende nach Einführung der Corona-Pflichttests für Rückkehrer aus Risikogebieten haben sich in Bayern mehrere Tausend Reisende testen lassen. Allein am Flughafen München seien mehr als 50 Maschinen aus Risikogebieten mit mehr als 4000 Passagieren gelandet, sagte ein Sprecher am Sonntag.

Rückkehrer am Flughafen getestet: "gut und problemlos gelaufen"

"Die Reiserückkehrer haben sich alle bereitwillig testen lassen und wollten das auch", sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums. Es sei gut und problemlos gelaufen.

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Die Tests, die für den einzelnen nur wenige Minuten dauern, werden an zwei Teststationen in den Terminals 1 und 2 von einem privaten Dienstleister im Auftrag des Landesamts für Gesundheit durchgeführt. Im Terminal 2, wo die meisten Flugzeuge aus Risikogebieten landen, nähmen die Passagiere ihr Gepäck in Empfang und würden dann direkt anschließend getestet, sagte der Flughafensprecher. Etwa ein Viertel seien aber Umsteiger, die direkt weiterfliegen und nicht in München getestet würden. Mancher habe auch eine Bescheinigung eines Corona-Tests aus dem Herkunftsland, sagte die Ministeriumssprecherin.

Rotes Kreuz testet an den Grenzübergängen und auf Bahnhöfen

Die Tests an den Autobahn-Grenzübergängen Passau, Kiefersfelden und Rosenheim sowie auf den Bahnhöfen München und Nürnberg werden dagegen von ehrenamtlichen Helfern des Bayerischen Roten Kreuzes, des Malteser-Hilfsdiensts und anderer Hilfsorganisationen durchgeführt. Seit dem Start der Testationen am 30. Juli seien schon gut 50.000 Menschen getestet worden - 21 000 davon an der Donautal-Autobahn bei Passau, sagte ein Rotkreuz-Sprecher.

Die Helfer müssten alle halbe Stunde ausgetauscht werden, weil sie in Vollschutzanzügen arbeiteten. Sie seien dann erschöpft und nassgeschwitzt, "wie in einem Skianzug und der prallen Sonne", sagte der Rotkreuz-Sprecher. Täglich seien 180 bis 250 Freiwillige im Einsatz, insgesamt seien es rund 2000. Der Einsatz könne auf ehrenamtlicher Ebene so aber nicht weitergehen. Kommende Woche müsse die Arbeit an professionelle Dienstleister übergeben werden.

Hermann lobt "hervorragend funktionierende Testzentren"

Innenminister Joachim Herrmann (CSU) und BRK-Präsident Theo Zellner besuchten am Sonntag die Teststation Hochfelln-Nord an der Autobahn bei Rosenheim. Herrmann dankte allen Einsatzkräften: Sie hätten "hervorragend funktionierende Testzentren geschaffen". Das bayerische Kabinett will am Montag über die aktuelle Corona-Situation beraten, auch über die Reiserückkehrer und den Corona-Ausbruch im niederbayerischen Mamming.

Lehrer-, Eltern- und Schülervertreter in Bayern sind sich uneins über eine denkbare generelle Maskenpflicht auch im Unterricht. Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV), die Landes-Eltern-Vereinigung der Gymnasien und der Landesschülerrat äußerten sich skeptisch bis ablehnend und warnten vor Folgen für Kinder auch im sozial-emotionalen Bereich. Der Philologenverband und die Direktorenvereinigung der Gymnasien dagegen erklärten, bei steigenden Corona-Zahlen wäre eine Maskenpflicht auch im Unterricht noch das kleinere Übel gegenüber anderen Maßnahmen.

Auch in Bayern könnten Schulen schon nach einem einzigen Corona-Fall geschlossen werden: "Wenn dieser Schüler viele Begegnungen hatte, dann kann es passieren", sagte Kultusminister Michael Piazolo (FW) dem Bayerischen Rundfunk. Das sei aber nur das letzte Mittel. Die Schulen versuchten, feste Gruppen zu haben und auch in den Pausen zu schichten, "und insofern kann es auch sein, dass nur eine Klasse nach Hause geschickt wird oder manchmal auch ein Teil einer Schule".