Was ist erlaubt und was nicht?

Stiller Tag in Bayern: Ein preußischer König führte den Totensonntag ein

Der Totensonntag, auch Ewigkeitssonntag genannt, ist auch 2022 ein wichtiger Tag für die evangelischen Kirchen in Deutschland und der Schweiz und ein Gedenktag für die Verstorbenen.

Der Totensonntag, auch Ewigkeitssonntag genannt, ist auch 2022 ein wichtiger Tag für die evangelischen Kirchen in Deutschland und der Schweiz und ein Gedenktag für die Verstorbenen.

Bild: Bernd Thissen, dpa

Der Totensonntag, auch Ewigkeitssonntag genannt, ist auch 2022 ein wichtiger Tag für die evangelischen Kirchen in Deutschland und der Schweiz und ein Gedenktag für die Verstorbenen.

Bild: Bernd Thissen, dpa

Morgen ist Totensonntag 2022: Warum gibt es diesen Tag? Und was darf man nicht an Totensonntag, der zugleich ein stiller Tag ist? Der Überblick.
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Von Allgäuer Zeitung
19.11.2022 | Stand: 13:33 Uhr

Totensonntag am 20. November 2022, auch Ewigkeitssonntag genannt, ist ein wichtiger Tag für die evangelischen Kirchen in Deutschland und der Schweiz und ein Gedenktag für die Verstorbenen. Vier Fakten zum Totensonntag, der in Bayern ein sogenannter stiller Tag mit Tanzverbot ist.

1. Ein preußischer König führte den Totensonntag ein

Im Gegensatz zu vielen anderen kirchlichen Feiertagen und Gedenktagen, die teilweise hunderte Jahre alt sind, ist der Totensonntag neueren Datums. Der preußische König Friedrich Wilhelm III. führte diesen Tag erst 1816 zum "Gedenken der Entschlafenen" ein. Was genau ihn dazu bewog, ist strittig. Anlass könnten die vielen Gefallenen in den Befreiungskriegen von 1813 bis 1815 sein. Andere glauben, der Soldatenkönig widmete den Tag seiner 1810 im Alter von nur 34 Jahren gestorbenen Frau Luise von Mecklenburg-Strelitz - bekannt als Königin Luise.

2. Der Totensonntag kann nur auf einen von sieben Tagen fallen

Totensonntag ist immer der letzte Sonntag vor dem ersten Adventssonntag und damit der letzte Sonntag des Kirchenjahres. Nachdem der vierte Adventssonntag immer vor dem 25. Dezember liegt, kann Totensonntag also nur auf Termine vom 20. bis 26. November fallen. 2022 fällt er damit auf den frühestmöglichen Zeitpunkt.

3. Totensonntag 2022 ist kein Feiertag, aber ein stiller Tag

Der Totensonntag ist in Deutschland kein gesetzlicher Feiertag. Gewisse Regeln gibt es trotzdem, denn der Sonntag ist ein stiller Tag mit Tanzverbot. Es gibt also einige Dinge, die man am Totensonntag nicht darf:

  • Laute Partys feiern
  • In Gaststätten laute Musik hören oder tanzen
  • Unterhaltungsveranstaltungen durchführen, die keinen ernsten Charakter haben.

Bei Verstößen gegen die Regeln am Totensonntag drohen in Bayern hohe Geldbußen bis zu 10.000 Euro.

4. Totensonntag und Allerheiligen sind sich ähnlich

Am Totensonntag gedenkt man der Verstorbenen. Evangelische Christen nehmen den Tag deshalb häufig zum Anlass, die Gräber ihrer Angehörigen zu besuchen und diese schön zu schmücken und mit brennenden Kerzen auszustatten. Insofern hat der Tag für Protestanten eine ähnliche Bedeutung wie Allerseelen oder Allerheiligen Anfang November für die Katholiken.

Zur Gestaltung des Ewigkeitssonntags mit Texten, Gebeten und Liedern hat die evangelische Kirche ein Heft herausgebracht, das hier kostenlos zum Download verfügbar ist.