Weil's immer wieder kracht

Unfallschwerpunkt: A7-Ausfahrt bei Füssen bekommt Ampel

Die Ampelanlage an der A7-Ausfahrt bei Füssen hat beim Staatlichen Bauamt „hohe Priorität“ und wird bis 2018 verwirklicht.

Die Ampelanlage an der A7-Ausfahrt bei Füssen hat beim Staatlichen Bauamt „hohe Priorität“ und wird bis 2018 verwirklicht.

Bild: Peter Samer

Die Ampelanlage an der A7-Ausfahrt bei Füssen hat beim Staatlichen Bauamt „hohe Priorität“ und wird bis 2018 verwirklicht.

Bild: Peter Samer

Die Stelle ist unübersichtlich und dort kracht es immer wieder: Die A7-Ausfahrt bei Füssen wird nicht umsonst bei vielen Autofahrern als gefährlich eingestuft, auch die Polizei spricht von einem Unfallhäufungspunkt. Doch jetzt ist eine Verbesserung in Sicht. Die Ausfahrt soll eine Ampelanlage erhalten.
26.01.2017 | Stand: 16:45 Uhr

An der A7-Ausfahrt bei Füssen kracht es immer wieder, auch schwere Unfälle mit Verletzten und Toten waren schon zu beklagen. Doch jetzt soll dieser Unfallschwerpunkt sicherer werden, das Staatliche Bauamt in Kempten plant eine Ampelanlage. Das Projekt habe „hohe Priorität“, sagt Werner Schmid von der Abteilung Allgemeine Angelegenheiten, Planung, Bau und Betrieb. Bis Mitte, Ende 2018 werde die Anlage stehen. „Wir versuchen aber, es vorher zu schaffen.“ Für Bürgermeister Paul Iacob ist das „eine gute Nachricht für Füssen“. Sie unterstreiche „die hervorragende Zusammenarbeit“ mit dem Straßenbauamt in Kempten.

Die A7-Ausfahrt ist der Stadt schon seit längerem ein Dorn im Auge. Denn Fahrer, die nach Verlassen der Autobahn nach Füssen wollen, müssen mit ihren Fahrzeugen nach links auf die B 310 abbiegen. Da diese Straße aber stark befahren und die Sicht an der Kreuzung trotz schon erfolgter Nachbesserungen eingeschränkt ist, kommt es immer wieder zu Unfällen.

Immer wieder Unfälle

Darauf wies am Dienstagabend auch Zweiter Bürgermeister Niko Schulte im Verkehrsausschuss hin: Es sei unheimlich gefährlich, von der Autobahn runterzufahren, wenn man nach Füssen wolle. Könne man da nicht einen Kreisverkehr oder eine andere Lösung einfordern? Mit einer Antwort konnte Thomas Meiler, der Verkehrsexperte der Füssener Polizei, dienen: Die Regierung von Schwaben habe eine Ampelanlage an dieser Stelle angeordnet. Denn die Einmündung sei seit Jahren ein Unfallhäufungspunkt, alle bisher getätigten Maßnahmen hätten keine Abhilfe geschaffen.

Dass eine Ampelanlage entstehen soll, bestätigte Werner Schmid vom Staatlichen Bauamt. Genauer: Die bereits bestehende Anlage an der sogenannten Tunnelkreuzung wird um die neuen Ampeln an der Ausfahrt erweitert, da alle Signalphasen eng aufeinander abgestimmt sein müssten. Dieses Projekt wolle man „so schnell wie möglich planen und umsetzen“, doch sei dies nicht ganz so leicht. „Wir brauchen zunächst jemanden, der sich das verkehrlich genau anschaut.“

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Denn die künftige Ampelanlage müsse auf die unterschiedlichsten Szenarien reagieren. Etwa, wenn der Grenztunnel wegen Instandsetzungs- und Wartungsarbeiten gesperrt sei: Dann müssten die Ampeln so geschaltet werden, dass der Verkehr von der Autobahn möglichst zügig über Füssen/Ziegelwies ins Außerfern fließen kann, sagt Schmid. Anders dagegen bei der Blockabfertigung in der Tourismussaison: „Dann wollen wir ja, dass die Leute auf der A7 bleiben und nicht durch Füssen fahren.“ Das müsse die Ampelanlage berücksichtigen. Solche Szenarien seien die „Hauptknackpunkte“, die man bei der technischen Planung berücksichtigen müsse, sagt der Abteilungsleiter.

Schwieriger Untergrund

Dazu kämen bauliche Hürden: „Die Untergrundverhältnisse sind schwierig.“ Doch wolle man die Ausfahrtspur auf einem längeren Abschnitt zweispurig gestalten, damit Links- und Rechtsabbieger möglichst schnell abfahren können. „Das wird wegen des Untergrunds eine echte Herausforderung, doch all diese Punkte haben wir auf dem Schirm“, sagt Schmid. Voraussichtlich Mitte oder Ende 2018 werde man die Ampeln in Betrieb nehmen können. Zu den möglichen Kosten können derzeit weder er noch Leo Weiß von der Autobahndirektion Südbayern etwas sagen. Klar sei indes, dass die Autobahndirektion den finanziellen Hauptanteil bei dieser Gemeinschaftsmaßnahme tragen werde, sagt Weiß.

Ein Kreisverkehr an dieser Stelle sei nicht machbar, erklärt Schmid zudem auf Nachfrage. Er könne nicht auf die Sondersituationen durch den Grenztunnel reagieren und sei auch nicht leistungsfähiger als die Ampelanlage. Zudem wäre ein Kreisverkehr aufgrund des schwierigen Untergrunds baulich mehr als problematisch.