Wanderer sitzen fest

Unwetter in Bayern: Katastrophenfall im Landkreis Garmisch ausgerufen

Blitze entladen sich über Zapfendorf in Franken - in der Region tobten in der Nacht auf Sonntag heftige Gewitter.

Blitze entladen sich über Zapfendorf in Franken - in der Region tobten in der Nacht auf Sonntag heftige Gewitter.

Bild: Nicolas Armer/dpa

Blitze entladen sich über Zapfendorf in Franken - in der Region tobten in der Nacht auf Sonntag heftige Gewitter.

Bild: Nicolas Armer/dpa

Es war eine unruhige Nacht mit schweren Unwettern in Bayern: In Franken war die Feuerwehr im Dauereinsatz, im Landkreis Garmisch rief der Landrat den Katastrophenfall  aus.

dpa
14.06.2020 | Stand: 14:50 Uhr

Nach dem schweren Unwetter am Wochenende haben Hubschrauber im Landkreis Garmisch-Partenkirchen Wanderer ins Tal gebracht. Landrat Anton Speer rief am Sonntag den Katastrophenfall aus. Laut Mitteilung sitzen Wanderer auf der Höllentalangerhütte fest und können wegen beschädigter Brücken nicht zu Fuß ins Tal zurück. Sie werden mit Hubschraubern ausgeflogen. Verletzte gibt es einem Sprecher der Bergwacht zufolge aber nicht. Die Wanderer hätten auf der Hütte übernachtet. In der Nacht waren bereits gut 200 Bewohner der Gemeinde Grainau vorsorglich in Sicherheit gebracht worden, nachdem ein Bach über die Ufer getreten und eine Mure abgegangen war.

Unwetterbilanz in Bayern: Blitz steckt Scheune in Brand

Ein Blitzeinschlag setzte im Landkreis Wolfratshausen eine Scheune in Brand - zwei Menschen wurden verletzt. Die Scheune, in der Heu gelagert war, brannte nach Polizeiangaben völlig aus. 120 Feuerwehrleute verhinderten, dass "extremer Funkenflug" das benachbarte Wohnhaus des Anwesens in Eurasburg in Flammen setzte. Durch die Hitze wurden an umliegenden Häusern mehrere Fensterscheiben beschädigt. Alle fünf Bewohner des Hofes brachten sich in Sicherheit. Ein 64-Jähriger wurde mit einer Rauchgasvergiftung in die Klinik eingeliefert. Während der Löscharbeiten wurde ein 19 Jahre alter Feuerwehrmann verletzt. Den Schaden schätzte die Polizei auf mindestens 150.000 Euro.

Unwetter treffen auch Franken - Viele Einsätze für Feuerwehren

Besonders viel zu tun hatte die Feuerwehr in Franken: Allein im Landkreis Aschaffenburg gab es am Abend 70 Einsätze. "n der Gemeinde Haibach stand ein Haus bis zum Erdgeschoss unter Wasser", teilte die Feuerwehr am Sonntag mit. Die Bewohnerin kam verletzt ins Krankenhaus. Zahlreiche Keller liefen voll. Etliche Straßen wurden von Schlamm überspült. 

In Nürnberg meldete die Feuerwehr wegen des Unwetters mehr als 100 Einsätzen in zwei Stunden. In ein Gebäude sowie in zwei weiteren Wohnungen schlug den Angaben zufolge der Blitz ein. Bei Lauf am Holz verfing sich ein brennender Ast in der Oberleitung der Bahn. Zudem liefen mehrere Keller voll. Verletzt wurde niemand.

Im südlichen Oberallgäu wurden am Abend Keller geflutet, Bäche traten über die Ufer. Auch Kempten und Lindau traf es heftiger.

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