Extremismus in der Pandemie

Verfassungsschutz beobachtet deutlich mehr extremistische Gewalt

Die Zahl rechtsextremer und linksextremer Gewalttaten hat in der Corona-Pandemie zugenommen. Das ist laut Innenminister Joachim Herrmann (CSU) "ein Alarmzeichen für unsere Demokratie".

Die Zahl rechtsextremer und linksextremer Gewalttaten hat in der Corona-Pandemie zugenommen. Das ist laut Innenminister Joachim Herrmann (CSU) "ein Alarmzeichen für unsere Demokratie".

Bild: Sven Hoppe, dpa

Die Zahl rechtsextremer und linksextremer Gewalttaten hat in der Corona-Pandemie zugenommen. Das ist laut Innenminister Joachim Herrmann (CSU) "ein Alarmzeichen für unsere Demokratie".

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Die Corona-Pandemie hat Demokratiefeinden Aufschwung verliehen. Insbesondere die Anhänger von Verschwörungsmythen und Extremisten haben seit einem Jahr Zulauf.
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dpa
19.04.2021 | Stand: 16:49 Uhr

Die Pandemie hat nach Beobachtung der bayerischen Verfassungsschützer die Extremisten auf beiden Seiten des Spektrums zu mehr Straftaten verleitet. "2020 hat die Zahl rechtsextremer und die Zahl linksextremer Gewalttaten gleichermaßen zugenommen. Das ist ein Alarmzeichen für unsere Demokratie", sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Montag in München bei der Vorstellung des Verfassungsschutzberichtes für das vergangene Jahr.

Ein Drittel mehr rechtsextremistische Straftaten in Bayern

Laut Herrmann waren unter den 2455 registrierten rechtsextremistischen Straftaten 81 Gewalttaten. Dies seien etwa ein Drittel mehr Gewalttaten als im Vorjahr. Die Zahl der linksextremistischen Gewalttaten stieg von 47 auf 62. Die von Linksextremisten ausgeübte Gewalt richte sich dabei besonders gegen Polizeibeamte als die sichtbarsten Vertreter des Staates.

Der Innenminister betonte, dass Demokratiefeinde und Verschwörungstheoretiker die Corona-Krise nutzten, um Verunsicherte mit ihrer extremistischen und antidemokratischen Agitation zu infizieren. Die Wechselwirkung zwischen Rechtsextremismus und Verschwörungstheorien habe dazu geführt, dass die Extremisten auf der rechten Seite im Freistaat weiteren Zulauf erhalten hätten. "Aktuell gehen wir von 2770 Personen aus. Das ist ein Plus von 7,7 Prozent", sagte Herrmann.

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