Weniger Kontakte, weniger Bewegungsfreiheit

Treffen, Ausflüge, Schulen: Diese Corona-Regeln gelten seit Montag

Die Schulräume in Bayern bleiben leer: Im Freistaat findet bis Monatsende Distanzunterricht in allen Jahrgangsstufen statt. Ab Montag, 11. Januar, gibt es in einigen Bereichen weitere Verschärfungen der Corona-Regeln.

Die Schulräume in Bayern bleiben leer: Im Freistaat findet bis Monatsende Distanzunterricht in allen Jahrgangsstufen statt. Ab Montag, 11. Januar, gibt es in einigen Bereichen weitere Verschärfungen der Corona-Regeln.

Bild: Federico Gambarini, dpa

Die Schulräume in Bayern bleiben leer: Im Freistaat findet bis Monatsende Distanzunterricht in allen Jahrgangsstufen statt. Ab Montag, 11. Januar, gibt es in einigen Bereichen weitere Verschärfungen der Corona-Regeln.

Bild: Federico Gambarini, dpa

Um die hohen Corona-Zahlen in den Griff zu bekommen, wird der Lockdown verlängert. Ab Montag gelten nochmal verschärftere Regeln in Bayern - der Überblick.
12.01.2021 | Stand: 17:00 Uhr

Seit Mittwoch, 16. Dezember, befindet sich Deutschland im Lockdown. Weil die Zahl der Corona-Neuinfektionen bundesweit nicht deutlich zurück geht, haben Bund und Länder den Lockdown Anfang Januar bis zum 31. Januar verlängert. Die Menschen in Deutschland müssen sich auf weitere Beschränkungen einstellen. Bayern hat die Corona-Regeln für Januar sogar noch einmal verschärft.

Der verlängerte Lockdown bedeutet in der Praxis: Viele Geschäfte bleiben weiter geschlossen. Auch Schulen sowie Kitas bleiben dicht (es gibt Distanzunterricht und Notbetreuung) - ebenfalls bleiben Friseure, Fitnessstudios und Co. zu. In Bayern bleibt zudem die Ausgangssperre ab 21 Uhr. Auch die privaten Kontakte und der Bewegungsradius in Hotspot-Regionen werden eingeschränkt. "Corona ist eine Katastrophe, die unser Leben mehr betrifft als jede Krise, die wir in den letzten 50 Jahren zuvor hatten", sagte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder. Er fordert sogar eine Verlängerung des Lockdowns bis in den Februar.

Corona-Regeln im Januar in Bayern im Überblick:

Wen darf ich noch treffen?

  • Kontakte (bis 10.1.): Private Treffen sind weiterhin auf den eigenen und einen weiteren Haushalt, in jedem Fall aber auf maximal fünf Personen zu beschränken. Kinder bis 14 Jahre sind hiervon ausgenommen. Weiterhin gilt der Appell: Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands sind auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren.
  • (neu) Kontakte (ab 11.1.): Private Treffen dürfen nur noch mit einer Person aus einem anderen Haushalt stattfinden. Das gilt unabhängig vom Ort und drinnen wie draußen.
    Kinder von 3 bis 14 Jahren zählen bei der Ein-Person-Regelung ab Montag dazu. Bayern macht allerdings eine Sonderregelung für Kleinkinder unter 3 Jahren: Diese werden von der Kontaktbeschränkung ausgenommen. Bedeutet beispielsweise: Eine Familie darf eine Freundin mit einem zweijährigen Kind treffen, aber nicht eine Freundin mit einem fünfjährigem Kind. Familien sollen sich zudem eine feste Kontaktfamilie zur Betreuung der Kinder suchen können - egal ob Nachbarn oder Großeltern.
    Weitere Ausnahmen: Die Beschränkungen gelten nicht, wenn es um die Wahrnehmung des Sorge- und Umgangsrechtes geht sowie um die Begleitung Sterbender und Beerdigungen im engsten Kreis. Die Betreuung durch Großeltern fällt unter das Sorge- und Umgangsrecht.
    Außerdem ist in Bayern die "wechselseitige, unentgeltliche, nicht geschäftsmäßige Beaufsichtigung für Kinder unter 14 Jahren in festen, familiär oder nachbarschaftlich organisierten Betreuungsgemeinschaften zulässig", wenn sie Kinder aus höchstens zwei Hausständen umfasst.
  • Ausgangssperre für Bayern: Die Ausgangssperre in Bayern von 21 bis 5 Uhr bleibt auch im Januar in Bayern bestehen."Die privaten Kontakte sollen so reduziert werden." Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist dann nur noch aus ganz wenigen triftigen Gründen erlaubt. Dazu zählen: Berufliche Zwecke, medizinische Notfälle, die Betreuung hilfsbedürftiger Personen und die Versorgung von Tieren.

Welche Corona-Regeln gelten für Freizeit und Veranstaltungen in Bayern?

  • (neu): Bewegungsradius in Corona-Hotspots (ab 11.1.): Ab einer Inzidenz von mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen dürfen sich die Menschen nur noch in einem Radius von 15 Kilometern um den eigenen Wohnort bewegen (ab Ortsgrenze). Wer in einem solchen Corona-Hotspot lebt und sich weiter von seinem Zuhause entfernen will, muss dafür dann einen triftigen Grund vorbringen, etwa die Fahrt zum Arbeitsplatz, Einkäufe, Familien- und Krankenbesuche und Arzttermine.
    Wenn der Inzidenz-Wert für 7 Tage in Folge unter die 200er-Marke gesunken ist, kann die Maßnahme außer Kraft gesetzt werden. Hotspots können Tagesreisen von außerhalb in ihre Region zudem verbieten.
    Ein Verstoß gegen die 15-Kilometer-Regelung kann zum Beispiel mit 500 Euro belegt werden. Von den Regelsätzen kann abgewichen werden.
  • (neu) Spielplätze: Kinder dürfen sich über die genannte Haushalt-plus-eins-Regel hinaus nicht in Gruppen auf Spielplätzen verabreden. Grundsätzlich müssen Eltern auf Spielplätzen darauf achten, Ansammlungen zu verhindern.
  • Bundesweit sind Veranstaltungen weiter verboten.
  • Profisport-Veranstaltungen (Fußball, Eishockey, Basketball und mehr) dürfen nur ohne Zuschauer stattfinden.
  • Amateursport in den unteren Ligen findet derzeit nicht statt - egal ob im Freien oder in der Halle.
  • Theater, Kinos, Freizeitparks, Schwimm- und Spaßbäder, Saunen, Thermen, Fitnessstudios, Yoga- oder Tanzschulen, Wellness-Einrichtungen, Museen, Zoos und ähnliche Einrichtungen bleiben auch weiter geschlossen.

Was bedeutet der verlängerte Lockdown für Schulen und Kitas?

  • (neu) Schulen bleiben geschlossen, Schüler lernen in allen Jahrgangsstufen im Distanzunterricht. Für Schüler der Stufen 1 bis 6, Förderschüler und Kinder mit Behinderungen soll eine Notbetreuung eingerichtet werden.
  • (neu) Die Faschingsferien (15. bis 19. Februar) in Bayern wurden abgesagt.
  • (neu) In Kindergärten und Kitas gibt es eine Notbetreuung. Diese können Eltern in Anspruch nehmen, die arbeiten müssen - unhabhängig vom Beruf.

Welche Maßnahmen gibt es für Reisen?

  • Von Reisen innerhalb Deutschlands wird abgeraten.
  • Reiserückkehrer: Wie bisher müssen Reiserückkehrer aus Risikogebieten mit der Einreise einen Test vorlegen, der maximal 48 Stunden alt sein darf oder unmittelbar nach der Einreise vorgenommen werden muss. Zudem gilt eine Quarantänepflicht. Reiserückkehrer müssen sich unmittelbar in die eigene Wohnung oder eine andere geeignete Unterkunft begeben und sich dort für zehn Tage ständig aufhalten. Frühestens nach fünf Tagen kann die Quarantäne durch die Vorlage eines negativen Tests beendet werden. Reisende, die sich in einem Risikogebiet aufhalten, müssen vor ihrer Rückkehr eine digitale Einreiseanmeldung ausfüllen. Ausnahmeregelungen, zum Beispiel für Berufspendler oder Durchreisende, bleiben unberührt.
  • Auslandsreisen: Mehrtägige Auslandsreisen sind nicht grundsätzlich verboten. Jedoch sind die jeweiligen Einreise- und Rückreiseregeln einzuhalten.

Welche Geschäfte müssen schließen, welche bleiben offen?

  • Der Einzelhandel ist vom 16. Dezember 2020 bis zum 31. Januar 2021 geschlossen. Ausnahmen gelten für Geschäfte, die den täglichen Bedarf decken. Dazu zählen: Lebensmittelläden, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Reformhäuser, Babyfachmärkte; Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Optiker, Hörgeräteakustiker, Tankstellen, Kfz-Werkstätten, Fahrradwerkstätten, Banken und Sparkassen, Poststellen, Reinigungen, Waschsalons, Zeitungsverkauf, Tierbedarf, Futtermittelmärkte, Weihnachtsbaumverkauf und Großhandel.
  • (neu) Eine gewisse Lockerung für den Handel gibt es allerdings: Ausdrücklich erlaubt wird das Prinzip "Click&Collect", also das Online-Bestellen von Waren, die dann persönlich im Geschäft des Einzelhändlers abgeholt werden. In anderen Bundesländern war der Service bereits erlaubt. Bayern hatte davon aus Sorge vor Kundenansammlungen vor den Geschäften zunächst Abstand genommen. Die Corona-Hilfen für November sollen Betrieben vom 12. Januar an ausgezahlt werden.

Welche Regeln gelten für die Gastronomie?

  • Restaurants und Lokale bleiben bis Ende Januar weiter geschlossen.
  • Essen-To-Go ist möglich: Die Lieferung und Abholung von Speisen für den Verzehr zu Hause ist weiterhin möglich. Merkel betont: "Der Verzehr vor Ort - also im Freien vor den Lokalen - ist untersagt."
  • (neu) Betriebskantinen sollen nach Möglichkeit geschlossen werden.

Wird der Alkohol-Konsum eingeschränkt?

  • Ja. Das Trinken alkoholischer Getränke im öffentlichen Raum wird weiter verboten. Verstöße werden mit einem Bußgeld belegt. So soll "Glühwein to go" verhindert werden, sagt Söder.

Arbeitsplatz oder Homeoffice?

  • Arbeitgeber werden dringend gebeten zu prüfen, ob Unternehmen entweder durch Betriebsferien oder großzügige Homeoffice-Lösungen geschlossen werden können.

Haben Friseure im Lockdown auf oder müssen sie schließen?

  • Kein Friseur im Lockdown: Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie Friseursalons, Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe werden geschlossen.

Sind notwendige Behandlungen noch erlaubt?

  • Ja. Medizinisch notwendige Behandlungen, zum Beispiel Physio-, Ergo- und Logotherapien sowie Podologie/Fußpflege bleiben weiter möglich.

Welche Regeln gibt es für Gottesdienste?

  • Gottesdienste in Kirchen, Synagogen und Moscheen sowie die Zusammenkünfte anderer Glaubensgemeinschaften sind nur zulässig, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern gewahrt werden kann.
  • Es gilt Maskenpflicht auch am Platz, der Gemeindegesang ist untersagt.
  • Wenn volle Besetzung erwartet wird, sollen sich die Besucher anmelden.

Welche Auswirkungen hat der Lockdown für die Pflege?

  • Für Alten- und Pflegeheime sowie mobile Pflegedienste sollen besondere Schutzmaßnahmen getroffen werden. Der Bund unterstützt diese mit medizinischen Schutzmasken und durch die Übernahme der Kosten für Antigen-Schnelltests.
  • Die Länder werden eine verpflichtende Testung mehrmals pro Woche für das Personal in den Alten- und Pflegeeinrichtungen anordnen.
  • In Regionen mit erhöhter Inzidenz soll der Nachweis eines aktuellen negativen Coronatests für die Besucher verbindlich werden.

Wie geht es weiter?

  • Nächste Schritte: Am 25. Januar wollen Merkel und die Ministerpräsidenten erneut beraten, wie es ab dem 1. Februar weitergehen soll.

(mit dpa)

Bis 15. Dezember galten noch die Regeln des Teil-Lockdowns in Bayern - diese finden Sie hier im Überblick.

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