Straßenprojekt

Vierspuriger Ausbau der B 12 im Allgäu könnte Ende 2021 starten

B12 Höhe Jengen / Buchloe

A Vierspurige? Ja, bitte! Auf der wichtigen Verkehrsader im Allgäu soll der Verkehr in Zukunft auf vier Spuren rollen.

Bild: Christoph Kölle

A Vierspurige? Ja, bitte! Auf der wichtigen Verkehrsader im Allgäu soll der Verkehr in Zukunft auf vier Spuren rollen.

Bild: Christoph Kölle

Diese Meldung interessiert nicht nur zahlreiche Pendler im Allgäu: Der vierspurige Ausbau der B 12 könnte Ende 2021 beginnen.
21.11.2019 | Stand: 19:51 Uhr

Markus Kreitmeier ist von Haus aus ein optimistischer Mensch. Das gilt auch für den vierspurigen Ausbau der B 12. „Wenn alles glatt läuft, können wir zwischen Buchloe und Jengen Ende 2021 mit den ersten Arbeiten beginnen“, sagt der stellvertretende Chef des Staatlichen Bauamtes Kempten. Und dabei sei nicht nur das Einzäunen der Baufläche gemeint: „Wir wollen da durchaus schon richtig betonieren.“

Der finale Genehmigungsmarathon für den ersten Bauabschnitt mit einer Länge von 10,5 Kilometern soll Anfang 2020 starten. Geschätzte Dauer des sogenannten Planfeststellungsverfahrens, an dessen Ende das Baurecht für den Nord-Abschnitt stehen soll: ein bis eineinhalb Jahre.

Die geplante Reihenfolge des vierspurigen B 12-Ausbaus.
Die geplante Reihenfolge des vierspurigen B 12-Ausbaus.
Bild: Stefan Beckmann (Grafik)

Für das derzeit bedeutendste Straßenbauprojekt der Region (Gesamtkosten: 265 Millionen Euro), hatten sich seit den 1980er Jahren Politiker, Unternehmer und Tausende Bürger stark gemacht. 2019 hat das Vorhaben erheblich an Tempo gewonnen. „Wir machen für dieses Projekt, was möglich ist“, sagt Kreitmeier im Gespräch mit der Allgäuer Zeitung.

Bauamt arbeitet am Anschlag

 

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In Planungen und Voruntersuchungen für die neue B 12 hat die Behörde im laufenden Jahr über 1,5 Millionen Euro investiert. Wegen des Vorhabens war das Bauamt personell verstärkt worden. Inzwischen sind fünf Mitarbeiter für Großprojekte zuständig, sie kümmern sich zu 85 Prozent um die B 12. Den Zeitplan nennt Kreitmeier „sehr ehrgeizig“. Er sagt: „Wir laufen am Anschlag.“

So oder so: Mit den Fortschritten 2019 ist der stellvertretende Behördenchef „absolut zufrieden“: „Es gab nichts, das uns aus dem Takt gebracht hat.“ Die Ostallgäuer Landrätin Maria Rita Zinnecker und der Kaufbeurer Oberbürgermeister Stefan Bosse bestätigen diese Einschätzung. „Ich bin begeistert, wie schnell das vorwärts geht“, sagt Bosse. Vom aktuellen Zeithorizont sei er „überrascht“. Zinnecker verweist einmal mehr auf den enormen Bedarf nach der vierspurigen Anbindung an die A 96: „Unternehmen wie AGCO/Fendt sind darauf angewiesen.“

Die neue B 12 sei unabhängig von der zunehmenden Bedeutung des Öffentlichen Nahverkehrs zwingend nötig, ergänzt Anton Klotz, Oberallgäuer Landrat und Chef der Allgäu GmbH.

Ob der vierspurige Ausbau im Nord-Abschnitt tatsächlich Ende 2021 starten kann, hängt erst einmal vom Bundesbauministerium ab. Dort wird seit September die Vorentwurfsplanung des Teilstücks durchleuchtet – Naturschutzfragen werden dabei ebenso geprüft wie die auf 57 Millionen Euro veranschlagten Baukosten. „Vielleicht kriegen wir bis Weihnachten grünes Licht“, sagt Abteilungsleiter Thomas Hanrieder. Dann könne bei der Regierung von Schwaben das Genehmigungsverfahren beantragt werden, zudem erleichtere dies den Grunderwerb. Um Zeit zu sparen, hat die Behörde wesentliche Planunterlagen bereits vorab bekommen.

Ende 2022 könnten im Abschnitt bei Kempten die Bagger rollen. Hier soll Mitte 2020 die Vorentwurfsplanung eingereicht werden. Der genaue Trassenverlauf ist noch offen, ebenso die genaue Lage der zusätzlichen Auffahrt bei Betzigau. Wiederum ein Jahr später sei dann der Abschnitt bei Kaufbeuren am Zug.

Über 70 neue Brücken nötig
Für die vierspurige B 12 müssen zwischen Kempten und Buchloe über 70 Brücken neu gebaut werden. Dies ist laut Abteilungsleiter Thomas Hanrieder kein Schildbürgerstreich: „Meist ersetzen die Neubauten Übergänge aus den 50er und 60er Jahren, bei denen wir in absehbarer Zeit ohnehin rangemusst hätten.“ Lebensdauer einer Brücke im Regelfall: 90 bis 100 Jahre.
Nur in wenigen Fällen, etwa im dreispurigen Bereich nahe Buchloe, sei eine Brücke jüngeren Baudatums. „Dieser Übergang wurde 2008 im Zuge der Straßenverbreiterung gebaut.“ Hätte man da bei der Spannweite nicht bereits vier Spuren einkalkulieren müssen? „Nein“, betont Hanrieder: „Damals war nicht klar, ob die B 12 jemals vierspurig wird.“ Hätte man die Brücke auf Verdacht größer gebaut, wäre der Rechnungshof eingeschritten. Beim jetzigen Ausbau werde bei jedem einzelnen Übergang geprüft, was mehr Sinn macht: Erweiterung oder Neubau. Dass meist neu gebaut werde, liege auch an den veränderten Anforderungen an Durchfahrtsmaße und Lkw-Tragkraft.

Das Staatliche Bauamt informiert in Bürgersprechstunden über den B 12-Ausbau. Die Termine: Dienstag, 10. Dezember, Germaringen, Donnerstag, 12. Dezember, Buchloe (Lindenberg), Dienstag, 17. Dezember, Jengen.