Fotoausstellung Rathaus

Was geht, was geht gar nicht? Memminger Kids prüfen ihre Stadt

Die Bilder der Kinder werden im Rathaus in Memmingen ausgestellt.

Die Bilder der Kinder werden im Rathaus in Memmingen ausgestellt.

Bild: Dunja Schütterle

Die Bilder der Kinder werden im Rathaus in Memmingen ausgestellt.

Bild: Dunja Schütterle

In den Ferien war die 10-jährige Hannah Schedel mit der Kamera unterwegs. Mit der Aktion „Nimm Deine Stadt unter die Lupe“ hatte der Kinderschutzbund Memmingen-Unterallgäu die jungen Bürger dazu aufgerufen, Fotos zu machen. Damit konnten sie dokumentieren, welche Ecken ihnen gut gefallen, was man verbessern könnte und was ihrer Meinung nach gar nicht geht. Wie Hannahs Foto von Geranien die Stadt verändern soll, erfährst Du hier.
09.10.2018 | Stand: 10:45 Uhr

„Wir freuen uns über die vielen Einsendungen, die noch bis zum 12. Oktober in der Rathaushalle zu sehen sind“, sagte Monika Dörr, die Zweite Vorsitzende des Memminger Kinderschutzbundes am Tag der Ausstellungseröffnung. Zur Fotoaktion will der Kinderschutzbund ein festes Kinderparlament installieren, um Kindern mehr Beteiligung in der Stadt zu ermöglichen. Hierfür bot die Aktion die ersten Anregungen.

Ein Foto von Hannah zeigt das Rathaus und die Blumenkästen mit den rotblühenden Geranien an den Fenstern, die der Schülerin des Bernhard-Strigel-Gymnasiums gut gefallen und die sie an dem Gebäude sehr schön findet. Auf dem anderen Bild von ihr sieht man einen Laternenmast, der mit Aufklebern vollgeklebt wurde. Unter ihrem Foto steht, dass sie das ziemlich hässlich findet, weil es auch einen schlechten Eindruck bei anderen Leuten mache, die in der Stadt auf Besuch sind.

Verschmutzungen mit Müll, Graffiti an Hauswänden und Unterführungen oder wie bei Hannah die Aufkleber an den Laternenmasten haben viele Kinder in ihren Bildern festgehalten. Den neunjährigen Noah Küchle aus Dickenreishausen hingegen stört eine Baustelle in Volkratshofen, auf der sich schon seit Jahren nichts mehr tut.

Fragen an Fachleute stellen

Vertreter des Kinderparlaments können sich in Zukunft mit solchen Fragen an die verantwortlichen Gremien wenden, um zu erfahren, welche Gründe zum Beispiel so einen Bau verzögern. Jede der 14 Schulen am Ort bestimmt dazu zwei delegierte Schüler für das Kinderparlament, die sich zweimal im Jahr im Rathaus treffen werden, um die Fragen und Belange nach den Themengebieten „Schule, Freizeit, Verkehr und Sonstiges“ dem Oberbürgermeister und der Stadtverwaltung vorzutragen. Anhand von praktischen Beispielen können auch in der Schule die Inhalte des Lehrplans zum Thema „Demokratie und Gesellschaft“ von der dritten bis zur sechsten Klasse vertieft werden. Das Kinderparlament startet im Januar. Oberbürgermeister Manfred Schilder lobte die Jungen und Mädchen für ihr großes Engagement und versprach ihnen, ihre Anliegen ernst zu nehmen.

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