"Eklatantes Versagen"

Wechselunterricht in Bayern startet - und die Technik geht prompt in die Knie

In Bayern ist am Mittwoch der sogenannte Wechselunterricht gestartet - mit technischen Problemen bei der Lernplattform Mebis (Archivbild).

In Bayern ist am Mittwoch der sogenannte Wechselunterricht gestartet - mit technischen Problemen bei der Lernplattform Mebis (Archivbild).

Bild: Armin Weigel, dpa

In Bayern ist am Mittwoch der sogenannte Wechselunterricht gestartet - mit technischen Problemen bei der Lernplattform Mebis (Archivbild).

Bild: Armin Weigel, dpa

In Bayern ist am Mittwoch der sogenannte Wechselunterricht gestartet - mit technischen Problemen bei der Lernplattform Mebis.
dpa
09.12.2020 | Stand: 13:14 Uhr

Zum Start des Wechselunterrichts in höheren Schulklassen am Mittwoch in Bayern werfen die Landtags-Grünen Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) "eklatantes Versagen" vor. Die störanfällige Lernplattform Mebis sei bereits in den ersten Stunden in die Knie gegangen, sagte Max Deisenhofer, Grünen-Sprecher für digitales Lernen, in München. Dabei habe Piazolo acht Monate Zeit gehabt, die Software nachbessern zu lassen und ausreichend Systemressourcen für massenhaften Distanzunterricht bereitzustellen.

"Dass dies anscheinend nicht geschah und die Schulen jetzt erneut unverschuldet ihrem Bildungsauftrag nicht nachkommen können, ist ein eklatantes Versagen von Michael Piazolo und stellt dessen Eignung für das verantwortungsvolle Amt massiv in Frage", kritisierte Deisenhofer. Bereits bei den bayernweiten Schulschließungen wegen Corona im Frühling gab es Probleme mit Mebis, unter anderem wegen Überlastung. Die Störung am Mittwoch war vormittags wieder behoben.

Schultechnik streikt: "Das ist ein absolutes Armutszeugnis"

Deisenhofer kritisierte auch die Kommunikation der Staatsregierung. Von den Schulen erwarte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) maximale Flexibilität. So habe das Kultusministerium die Schulen erst am Dienstag um 14 Uhr über den Wechselunterricht informiert, der dann tags darauf startete. "Gleichzeitig schafft er es aber nach acht Monaten Pandemie nicht, dass Mebis zuverlässig funktioniert, wenn es gebraucht wird. Das ist ein absolutes Armutszeugnis!"

Das empörte auch Simone Strohmayr, Vize-Chefin der SPD-Fraktion: "Seit gestern wissen wir Eltern, was ab heute gelten soll: toll, wieder alles anders, auf einmal keine Schulaufgaben mehr? Aber können sollen es die Kinder dann schon - Lehrplan bleibt???", twitterte sie.