Weniger Vorsorge

Wegen Corona schieben viele Menschen Arztbesuche auf die lange Bank

Trotz der Corona-Krise ist die ärztliche Versorgung im Ostallgäu gewährleistet.

Viele Menschen meiden seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie Arztpraxen und schieben etwa Vorsorge- und Früherkennungstermine auf.

Bild: Bernd Weissbrod, dpa (Symbol)

Viele Menschen meiden seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie Arztpraxen und schieben etwa Vorsorge- und Früherkennungstermine auf.

Bild: Bernd Weissbrod, dpa (Symbol)

Viele Menschen meiden seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie Arztpraxen und schieben etwa Vorsorge- und Früherkennungstermine auf.

dpa
12.06.2020 | Stand: 11:19 Uhr

Viele Menschen meiden seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie Arztpraxen und schieben etwa Vorsorge- und Früherkennungstermine auf. Das legen Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) nahe, die das Gesundheitsministerium in München am Donnerstag veröffentlicht hat.

Demnach ging die Zahl der Arztbesuche von Patienten älter als 60 mit diagnostizierten Herzschwäche Ende März um knapp ein Drittel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück. In der letzten Märzwoche seien Früherkennungsuntersuchungen bei Hausärzten um mehr als 80 Prozent eingebrochen, bei Fachärzten wie Urologen um 60,5 und bei Frauenärzten um 53,9 Prozent. Die Zahl sogenannter U-Untersuchungen bei Kindern und Jugendlichen sei um rund 22 Prozent gesunken.

"Die KVB befürchtet, dass sich der Trend im April und Mai über alle Arztgruppen hinweg verstetigt haben dürfte", teilte das Ministerium weiter mit. Ressortchefin Melanie Huml (CSU) warnte daher: "Vorsorge sollte nicht aus Angst vor dem Coronavirus auf die lange Bank geschoben werden. Denn viele Krankheiten sind heilbar, wenn man sie früh genug erkennt - auch manche Krebsarten." Außerdem sei es wichtig, beispielsweise Hinweise auf einen möglichen Schlaganfall oder Herzinfarkt sofort vom Arzt prüfen zu lassen.

Wer aus Furcht vor einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus nicht zum Arzt gehe, laufe Gefahr, andere schlimme Krankheiten zu verschleppen. "Das ist sehr gefährlich", mahnte die Ministerin laut Mitteilung vom Donnerstag. Die niedergelassenen Ärzte hätten Vorkehrungen getroffen, um Patienten sicher behandeln zu können.