Betrugsskandal

Erste Anklage im Wirecard-Komplex - doch Manager bleiben vorerst verschont

Die Ermittler werfen früheren Wirecard-Spitzenmanagern bandenmäßigen Betrug vor. Sie sollen nicht vorhandene Umsätze in Milliardenhöhe erfunden haben, um systematisch Kredite und Investorengelder zu erschleichen.

Die Ermittler werfen früheren Wirecard-Spitzenmanagern bandenmäßigen Betrug vor. Sie sollen nicht vorhandene Umsätze in Milliardenhöhe erfunden haben, um systematisch Kredite und Investorengelder zu erschleichen.

Bild: Peter Kneffel, dpa (Archiv)

Die Ermittler werfen früheren Wirecard-Spitzenmanagern bandenmäßigen Betrug vor. Sie sollen nicht vorhandene Umsätze in Milliardenhöhe erfunden haben, um systematisch Kredite und Investorengelder zu erschleichen.

Bild: Peter Kneffel, dpa (Archiv)

Im Wirecard-Skandal wurde nun erstmals Anklage erhoben. Doch die trifft keinen Manager, sondern eine Nebenfigur. Die Hintergründe zu der Entscheidung.
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dpa
13.01.2022 | Stand: 10:09 Uhr

Eineinhalb Jahre nach dem Zusammenbruch des Wirecard-Konzerns hat die Münchner Staatsanwaltschaft die erste Anklage im mutmaßlich größten Betrugsskandal der Nachkriegszeit erhoben. Beschuldigt ist kein Wirecard-Manager, sondern eine Nebenfigur:

Ein ehemaliger Geschäftspartner des untergetauchten Ex-Vertriebschefs Jan Marsalek soll zuerst mit diesem gemeinsam 22 Millionen Euro aus der Konzernkasse veruntreut haben, wie die Münchner Staatsanwaltschaft mitteilte. Anschließend soll der Angeklagte von diesem veruntreuten Geld acht Millionen Euro für sich selbst abgezweigt haben. Zuerst hatte die "Süddeutsche Zeitung" berichtet.

Skandal um Wirecard: Anklage trifft keinen Manager

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann 26 besonders schwere Fälle der Geldwäsche verbunden mit Betrug in besonders schwerem Fall und falscher Buchführung vor.

Laut Ermittlungen wollten Marsalek, der Angeklagte und weitere Komplizen die 22 veruntreuten Wirecard-Millionen über eine Anlagegesellschaft in deutsche Start-ups investieren und so die kriminelle Herkunft der Gelder verschleiern - daher der Geldwäschevorwurf.

Angeklagter soll acht Millionen Euro ausgegeben haben

Anders als mit Marsalek und Co. verabredet soll der Angeklagte dann aber acht Millionen Euro für den Kauf und Umbau eines Hauses in München sowie eigene Büros in der Schweiz ausgegeben haben.

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Gericht will erst im Mai über Wirecard-Bilanzen entscheiden

Nun muss zunächst das Münchner Landgericht über die Zulassung der Anklage entscheiden. (Lesen Sie auch: Insolvenzverwalter will Wirecard-Bilanzen für nichtig erklären lassen)

Marsalek ist seit Sommer 2020 untergetaucht und wird in Russland vermutet

Bislang nicht angeklagt ist der frühere Wirecard-Vorstandschef Markus Braun, der seither in Untersuchungshaft sitzt. Das für die Haftprüfungen zuständige Münchner Oberlandesgericht hatte aber kürzlich deutlich gemacht, dass es mit einer Anklage Brauns bis März rechnet.

Die Ermittler werfen Braun und anderen früheren Wirecard-Spitzenmanagern bandenmäßigen Betrug vor. Sie sollen nicht vorhandene Umsätze in Milliardenhöhe erfunden haben, um systematisch Kredite und Investorengelder zu erschleichen. Der Betrugsschaden könnte demnach eine Rekordsumme von drei Milliarden Euro erreicht haben. (Lesen Sie auch: Memmingen: Frau fällt auf falsches Gewinnversprechen herein)