Staatsanwaltschaft München

Wirecard-Skandal: Ex-Vorstandsmitglied kommt frei

Ein ehemaliger Vorstand des Münchner Unternehmens Wirecard soll wieder freigelassen werden.

Ein ehemaliger Vorstand des Münchner Unternehmens Wirecard soll wieder freigelassen werden.

Bild: Peter Kneffel, dpa (Archivbild)

Ein ehemaliger Vorstand des Münchner Unternehmens Wirecard soll wieder freigelassen werden.

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Weil er nur bis Ende 2017 an möglichen Taten beteiligt war, soll ein Ex-Vorstand von Wirecard wieder freigelassen werden.
Ein ehemaliger Vorstand des Münchner Unternehmens Wirecard soll wieder freigelassen werden.
dpa
02.11.2020 | Stand: 15:57 Uhr

Die Münchner Justiz will einen ehemaligen Wirecard-Vorstand aus der Untersuchungshaft entlassen. Die Staatsanwaltschaft teilte am Montag mit, sie habe bei der Ermittlungsrichterin des Amtsgerichts beantragt, den Haftbefehl vom Juli gegen engmaschige Auflagen außer Vollzug zu setzen.

Nach den bisherigen Ermittlungen sei der Ex-Vorstand im Unterschied zu den weiter in Haft befindlichen Beschuldigten nur bis Ende 2017 an möglichen Taten beteiligt. "Wesentliche, insbesondere schadensträchtige Taten fanden nach Auffassung der Staatsanwaltschaft erst nach seinem Ausscheiden aus dem Vorstand statt."

Wirecard-Skandal: Ex-Vorstandsmitglied verlässt Untersuchungshaft

Das Vermögen des Beschuldigten sei bereits umfassend gesichert. "Nach Erfüllung der Auflagen kann der Beschuldigte die Untersuchungshaftanstalt sofort verlassen", teilte die Behörde mit.

Nach dem Bilanzskandal beim insolventen Zahlungsdienstleister Wirecard wurden der frühere Vorstandschef Markus Braun sowie das frühere Vorstandsmitglied und ein weiterer Manager im Sommer in U-Haft genommen. Nach dem ehemaligen Vorstandsmitglied Jan Marsalek fahndet die Polizei weiterhin.

Die Staatsanwaltschaft sieht in Braun einen Hauptverantwortlichen für "gewerbsmäßigen Bandenbetrug", bei dem die Wirecard-Chefetage über Jahre Scheingeschäfte in Milliardenhöhe verbucht haben soll, um das Unternehmen über Wasser zu halten und Kredite zu erschwindeln. Auf diese Weise sollen Banken und Investoren um bis zu 3,2 Milliarden Euro geprellt worden sein.