Tourismus und Wintersport in Bayern

Wirtschaftsminister Aiwanger rührt Werbetrommel für Wintersport in Corona-Zeiten

Wegen der Corona-Pandemie befürchten bayerische Politiker und Hoteliers Einbußen im Wintersport-Tourismus. Welche Regeln voraussichtlich gelten werden.

Wegen der Corona-Pandemie befürchten bayerische Politiker und Hoteliers Einbußen im Wintersport-Tourismus. Welche Regeln voraussichtlich gelten werden.

Bild: picture alliance/Sina Schuldt/dpa (Symbolfoto)

Wegen der Corona-Pandemie befürchten bayerische Politiker und Hoteliers Einbußen im Wintersport-Tourismus. Welche Regeln voraussichtlich gelten werden.

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Vor Corona buchten viele Urlauber ihre Ferien Monate im Voraus. Die Pandemie hat das geändert. Politiker und Hotellerie fürchten ausbleibende Wintersport-Gäste.
Wegen der Corona-Pandemie befürchten bayerische Politiker und Hoteliers Einbußen im Wintersport-Tourismus. Welche Regeln voraussichtlich gelten werden.
dpa
29.09.2020 | Stand: 15:45 Uhr

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger wirbt gemeinsam mit Hotellerie und Kommunalpolitikern für den Wintertourismus in Bayern.

"Wintersport ist in diesem Jahr auf alle Fälle verantwortbar", sagte der Freie Wähler-Chef am Dienstag in Garmisch-Partenkirchen. "Die Bedeutung des Wintertourismus nimmt immer mehr zu."

Für viele bayerische Hotels und Gaststätten ist der Sommer zwar weit besser gelaufen als im Frühjahr befürchtet. Doch die Aussichten für den Winter sind ungewiss, weil viele Gäste wegen der Corona-Epidemie mittlerweile sehr kurzfristig buchen.

Auf lange Sicht planen ist unmöglich

"Langfristige Planung gibt es aktuell nicht", sagte der Garmischer Hotelier Daniel Schimmer bei der Pressekonferenz. Das treibt keineswegs nur Wirte und Hotelbesitzer um, sondern auch die örtliche Politik: "Der Tourismus ist überlebenswichtig für uns", sagte Landrat Anton Speer (Freie Wähler).

Die Seilbahnbetreiber planen derzeit einen Betrieb mit Hygienevorschriften, aber ohne Einschränkungen. "Die Skigebiete rechnen damit, dass eine hundertprozentige Belegung der Seilbahnen möglich sein wird", sagte Klaus Stöttner, Vorsitzender des Tourismusverbands München Oberbayern und CSU-Landtagsabgeordneter.

Sicher ist das jedoch noch nicht. Die Regeln für den Winter werden denjenigen ähneln, die derzeit gelten: Abstandsregeln und Seilbahnbenutzung nur mit Masken. Corona-Vorkehrungen treffen auch die Skischulen, so soll es keine Gruppen mit mehr als zehn Teilnehmern geben.

Wirtschaftsminister Aiwanger hält volle Gondeln für vertretbar

Aiwanger jedenfalls hält Fahrten auch in vollen Gondeln für sicher: "Man ist nur wenige Minuten mit anderen beieinander. Ich bin sogar überzeugt, dass das sicherer ist als im ÖPNV." Denn auch Busse und Bahnen sind zu Stoßzeiten mittlerweile wieder gut gefüllt, die Fahrzeiten aber gewöhnlich länger.

Im Sommer war in vielen bayerischen Ferienorten trotz fehlender ausländischer Gäste mehr Betrieb als üblich, da viele Urlauber heuer Ferien im Inland bevorzugten. (Lesen Sie auch: Gastgewerbe mit Krisen-Umsatzverlust von 17,6 Milliarden Euro). Im Landkreis Garmisch-Partenkirchen gab es Proteste gegen die Blechlawinen an jedem schönen Wochenende.

Wird der Andrang in bayerischen Wintersport-Orten heuer gar größer?

In der Wintersportbranche gilt daher auch nicht als ausgeschlossen, dass im Winter ebenfalls größerer Andrang als üblich herrschen könnte. Allerdings sind die bayerischen Skigebiete sehr viel kleiner als die Konkurrenz in Österreich und der Schweiz und wären einen Massenansturm von Skiurlaubern womöglich nicht gewachsen.

Aiwanger fürchtet jedoch kein Chaos: "Die Steuerungskonzepte vor Ort sind sehr ausgefeilt."