Justiz im Freistaat Bayern

Zahl verurteilter Missbrauchstäter und Stalker in Bayern stark gestiegen

Knapp 5.000 Menschen mehr als im Vorjahr haben die Gerichte im Freistaat Bayern im Jahr 2019 verurteilt. Vor allem die Zahl der verurteilten Missbrauchstäter nahm zu.

Knapp 5.000 Menschen mehr als im Vorjahr haben die Gerichte im Freistaat Bayern im Jahr 2019 verurteilt. Vor allem die Zahl der verurteilten Missbrauchstäter nahm zu.

Bild: Frank Rumpenhorst, dpa (Symbolbild)

Knapp 5.000 Menschen mehr als im Vorjahr haben die Gerichte im Freistaat Bayern im Jahr 2019 verurteilt. Vor allem die Zahl der verurteilten Missbrauchstäter nahm zu.

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Die bayerischen Gerichte haben 2019 knapp 5.000 Menschen mehr verurteilt als noch im Vorjahr. Vor allem die Zahl der verurteilten Missbrauchstäter stieg stark.
Knapp 5.000 Menschen mehr als im Vorjahr haben die Gerichte im Freistaat Bayern im Jahr 2019 verurteilt. Vor allem die Zahl der verurteilten Missbrauchstäter nahm zu.
dpa
20.11.2020 | Stand: 11:36 Uhr

Die bayerische Justiz hat im vergangenen Jahr knapp 5.000 Menschen mehr verurteilt als im Jahr 2018. Das teilte Bayerns Innenminister Georg Eisenreich (CSU) in München mit. Die detaillierte Strafverfolgungsstatistik wollte er am Vormittag vorstellen.

"Die Justiz im Freistaat verfolgt Straftäter entschlossen und konsequent"

Die Zahl zeigt aus Sicht des Ministers: "Die Justiz im Freistaat verfolgt Straftäter entschlossen und konsequent." Die bayerische Strafverfolgungsstatistik liefert alljährlich Daten darüber, wie sich die Kriminalität und ihre strafrechtliche Aufarbeitung in Bayern entwickelt hat.

Im Jahr 2018 hatten bayerische Gerichte gut 116.000 Straftäter rechtskräftig verurteilt, das waren etwas weniger als im Jahr davor. Eisenreich hatte damals hervorgehoben, Bayern sei nach wie vor das sicherste Bundesland - und München die sicherste deutsche Großstadt.

Zahl verurteilter Missbrauchstäter in Bayern stark gestiegen

Die Zahl verurteilter Missbrauchstäter ist in Bayern im vergangenen Jahr stark gestiegen. 308 Täter wurden 2019 wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt, wie Justizminister Georg Eisenreich (CSU) bei der Vorstellung der Strafverfolgungsstatistik am Freitag in München sagte. Das ist ein Plus von 22,7 Prozent im Vergleich zu 2018. Bei schwerem sexuellem Missbrauch von Kindern gab es den Angaben zufolge ebenfalls einen deutlichen Zuwachs von 27,6 Prozent. Und auch beim Besitz kinderpornografischer Schriften stieg die Zahl der Verurteilten erheblich um 25,2 Prozent - von 298 auf 373 im Jahr 2019.

"Das sind erschreckend hohe Zahlen", sagte Eisenreich. "Hinter jeder Tat steht das unfassbare Leid eines Kindes." Der Minister begrüße zwar den aktuellen Gesetzentwurf zur Hochstufung des Kindesmissbrauchs vom Vergehen zum Verbrechen. "Er geht mir aber noch nicht weit genug. Wir müssen die Betreiber von Kinderpornografie-Foren noch stärker ins Visier nehmen: Wer einen Marktplatz für Pädokriminelle betreibt, gehört für mindestens drei Jahre hinter Gitter."

Deutlich mehr Stalker verurteilt

Außerdem sind deutlich mehr Stalker im vergangenen Jahr von bayerischen Gerichten verurteilt worden. Die Zahl stieg laut Eisenreich von 2018 auf 2019 von 60 auf 103. Unter den 103 Verurteilten waren 91 Männer. Eisenreich forderte, den sogenannten Stalking-Paragrafen 238 des Strafgesetzbuches weiter zu verschärfen: "Stalking-Opfer müssen vor besonders hartnäckigen Tätern und besonders schwerwiegenden Nachstellungen noch besser geschützt werden."

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