Daheim in den Bergen

Sofort ins Allgäu verliebt: Deshalb dreht ein ARD-Team gerade einen Fernsehfilm in der Region

Vor dem Dorfladen und der Heimatstube in Grünenbach tummelte sich am Dienstag ein Filmteam, das für die ARD-Reihe „Daheim in den Bergen“ drehte.

Vor dem Dorfladen und der Heimatstube in Grünenbach tummelte sich am Dienstag ein Filmteam, das für die ARD-Reihe „Daheim in den Bergen“ drehte.

Bild: Anja Worschech

Vor dem Dorfladen und der Heimatstube in Grünenbach tummelte sich am Dienstag ein Filmteam, das für die ARD-Reihe „Daheim in den Bergen“ drehte.

Bild: Anja Worschech

Im ehemaligen Wirtshaus Adler in Westallgäuer Grünenbach dreht ein 50-köpfiges Filmteam für die ARD-Reihe „Daheim in den Bergen“. Für die Aufnahmen wird ein riesiger Aufwand betrieben - sogar die Hauptstrasse des Ortes muss immer wieder gesperrt werden. Auch an weiteren Orten im Allgäu wird gedreht, etwa in Blaichach und in Fischen. Warum die Produzenten das Allgäu auswählten, wie Anwohner das Spektakel erleben und wann es das Resultat zu sehen gibt, verraten wir hier.
04.09.2019 | Stand: 13:32 Uhr

Heimatstube in Grünenbach. Schon wird es mucksmäuschenstill. Alle unterhalten sich nur noch im Flüsterton. Selbst der Verkehr auf der Hauptstraße muss anhalten, damit später kein Störgeräusch auf dem Tonband zu hören ist. Der ehemalige Gasthof Adler hat sich an diesem Tag in ein Filmset verwandelt. Ein etwa 50-köpfiges Team dreht zwei 90-minütige Filme für die ARD-Reihe „Daheim in den Bergen“, die im Frühjahr 2020 zur Hauptsendezeit um 20.15 Uhr im Ersten ausgestrahlt werden.

Drehorte sind unter anderem die Alpe Oberberg in Blaichach, ein Hof in Sibratshofen, das Illerufer in Fischen und eben die Heimatstube in Grünenbach.

Sogar die Hauptstraße wurde dafür zeitweise immer wieder gesperrt.
Sogar die Hauptstraße wurde dafür zeitweise immer wieder gesperrt.
Bild: Anja Worschech

Der Raum mit Holzvertäfelung hat sich für die Filmaufnahmen in das Zimmer von Florian Leitner verwandelt, gespielt von Matthi Faust: An den Wänden hängen Familienfotos, vor dem Sofa steht ein Schachbrett und auf dem Schreibtisch liegen allerlei Dokumente verstreut. Die Fenster sind von außen mit schweren Molton-Vorhängen verhangen. Ein Trick der Filmleute, da die Szene am Abend spielt, erklärt Laura Lüppen, die Assistentin des Produzenten.

Im Film wird es so aussehen, als seien Florian Leitner und seine Filmtochter Mila, gespielt von Nadja Sabersky, allein im Raum. In Wirklichkeit arbeiten dort ungefähr zehn Leute: Kameraleute, Ton- und Lichtmänner sowie die Zuständigen für Maske und Kostüm drängen sich in dem kleinen Raum. Vor der Gaststube lagert das Equipment der Filmcrew auf großen Rollwagen. Wie viel Technik und Requisiten notwendig sind, lässt sich damit erahnen. Pro Tag entstehen etwa vier bis fünf Filmminuten.

Die Betreiber des Grünenbacher Dorfladens, Anton, Alexandra und Emma-Luna Buhmann, beobachteten den Filmzirkus neugierig.
Die Betreiber des Grünenbacher Dorfladens, Anton, Alexandra und Emma-Luna Buhmann, beobachteten den Filmzirkus neugierig.
Bild: Anja Worschech

Warum sich das Filmteam ausgerechnet das Allgäu ausgesucht hat, ist schnell beantwortet. „Wir haben uns die Region angeschaut und sofort verliebt“, sagt Lüppen. Besonders die weitläufigen, übersichtlichen Landschaftsstrukturen und die sanfte Voralpenlandschaft hätten das Filmteam überzeugt – auch wenn dadurch der Anfahrtsweg für die Filmschaffenden sehr viel länger sei.

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Spannend und aufregend

Familie Buhmann, die Betreiber des Dorfladens, erleben das Spektakel bereits zum zweiten Mal. Schon im vergangen Jahr wurde in dem Gebäude gedreht. Damals war auch der bekannte Schauspieler Walter Sittler am Set dabei. „Ein super netter Mensch“, sagt Alexandra Buhmann. Mit ihm hat die Familie einige Erinnerungsfotos geschossen. Heuer haben die Buhmanns extra ihren Betriebsurlaub verlängert, um dem Filmteam ungestörte Aufnahmen zu ermöglichen. Es sei ein Riesenaufwand, sagt Alexandra Buhmann. Aber eben auch unglaublich spannend und aufregend zu sehen.

Ab und an gibt es für die Betreiberfamilie des Dorfladens auch den ein oder anderen exklusiven Einblick in die Filmarbeiten. „Eine große Ehre“, findet Tochter Emma-Luna. Vater Anton Buhmann dokumentiert das Geschehen mit seiner analogen Kamera. Und natürlich warten die Drei schon gespannt darauf, dass der Film im Fernsehen erscheint. Das wird ein Familienevent, sagt Emma-Luna.

Für das Filmteam heißt es nach der Mittagspause: zusammenpacken. Denn der nächste Drehort ist der Haxenwirt bei Immenstadt.