Umweltausschuss

Buchloer Ausschuss rückt Energiefragen in den Mittelpunkt

In der ersten Sitzung des neu gegründeten Umweltausschusses wurde die Teilnahme am European Energy Award beschlossen. Wie das Gremium Nachhaltigkeit und Klimaschutz gewährleisten will, wird sich im Laufe der Jahre zeigen.

In der ersten Sitzung des neu gegründeten Umweltausschusses wurde die Teilnahme am European Energy Award beschlossen. Wie das Gremium Nachhaltigkeit und Klimaschutz gewährleisten will, wird sich im Laufe der Jahre zeigen.

Bild: Bernd Feil

In der ersten Sitzung des neu gegründeten Umweltausschusses wurde die Teilnahme am European Energy Award beschlossen. Wie das Gremium Nachhaltigkeit und Klimaschutz gewährleisten will, wird sich im Laufe der Jahre zeigen.

Bild: Bernd Feil

Buchloe beteiligt sich am European Energy Award.Nachhaltigkeit und Energieeffizienz stehen für die Stadt im Vordergrund
11.10.2020 | Stand: 14:19 Uhr

Die erste Sitzung des neu gegründeten Umweltausschusses der Stadt Buchloe stand ganz im Zeichen des Miteinanders. Bürgermeister Robert Pöschl sprach im Vorfeld von einem guten Omen für den Ausschuss, da am selben Tag bereits Bayerns Umwelt- und Verbraucherschutzminister Thorsten Glauber in der Gennachstadt war, um bei der Eröffnung des dritten Standorts der Kontrollbehörde für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen dabei zu sein. Außerdem sagt Pöschl: „Der neue Ausschuss ist wichtig, weil die Bereiche Umwelt- und Klimaschutz, Energiepolitik und Städtebau hier vorangebracht werden.“ In der erstem Sitzung ging es vor allem um den European Energy Award (EEA).

Martin Sambale, Geschäftsführer des Energie- und Umweltzentrums Allgäu (eza), stellte das Projekt vor. Der EEA sei ein Qualitätsmanagement-System, das die Nachhaltigkeit der Energie- und Klimaschutzpolitik in Städten, Landkreisen und Kommunen regeln und verbessern soll. Der Plan sei, so Sambale, in einem ersten Zeitfenster von drei Jahren eine IST-Analyse durchzuführen, darauf aufbauend ein Arbeitsprogramm zu erstellen und Maßnahmen auf kommunaler Ebene umzusetzen. Kombiniert mit einer externen Erfolgskontrolle erhalten die Städte im besten Fall einen Award – ein europäisches Gütezertifikat. „Hierbei ist aber nicht der Preis, sondern unsere langfristige und kontrollierbare Arbeit wichtig“, hielt Pöschl fest.

Es gehe also um einen langfristigen Prozess und darum, herauszufinden, wo Schwachstellen sind und welche Potenziale Buchloe hat. „Bei den ersten drei Jahren wollen wir es nicht belassen. Doch wir müssen erst schauen, wie sich das Projekt entwickelt“, sagte Pöschl. Zur Umsetzung des EEA soll ein Energieteam in der Stadt Buchloe gegründet werden. Außerdem gebe es jährliche Treffen mit Vertretern anderer Städte und Kommunen, um Erfahrungen auszutauschen und neue Möglichkeiten zu analysieren.

Für einen Projektzeitraum von zunächst drei Jahren fallen Kosten in Höhe von rund 76 000 Euro an. Die staatliche Förderung belaufe sich auf etwa 53 000 Euro, wodurch auf die Stadt Buchloe ein Eigenanteil von 23 000 Euro entfalle. Darüber äußerten sich die Stadträte sichtlich zufrieden. „Die Kosten befinden sich in einem vernünftigen Rahmen und eine professionelle Begleitung scheint sehr sinnvoll zu sein. Zudem können wir schon bestehende Projekte voranbringen“, sagte etwa Bernd Gramlich (SPD). Thomas Reiter (FDP) plädierte ebenfalls für eine externe Begleitung: „Solche Projekte funktionieren nur durch den Audit-Druck.“ Michaela Schilling (UBI) sah derweil auch langfristige Kostenreduzierungen für die Stadt: „Bei der Umstellung auf LED-Lampen haben wir auch einiges eingespart. Wir werden zwar zuerst investieren müssen, können aber dann nachhaltig wirtschaften.“

Insgesamt seien bereits über 1500 Kommunen am EEA beteiligt, der Großteil davon in der Schweiz, Deutschland und Österreich. Teilnehmer aus der Umgebung sind etwa der Landkreis Landsberg, die Städte Mindelheim und Kempten sowie die Gemeinden Stöttwang und Wildpoldsried.

Die Teilnahme am EEA hat der Umweltausschuss einstimmig beschlossen. Die Verwaltung wurde beauftragt, den Förderantrag bei der Regierung von Schwaben zu stellen, ehe der Bürgermeister ein geeignetes Fachbüro mit der externen Begleitung beauftragt. „Da wird eza wohl die erste Anlaufstelle sein“, äußerte sich Pöschl.