Alternative Energiegewinnung

Die Kraft der Sonne umfassend nutzen

Wo es sich rechnet und funktioniert, will die Stadt auch künftig Photovoltaik-Anlagen auf die Dächer ihrer Gebäude installieren. Im Bild das Jakob-Brucker-Gymnasium.

Wo es sich rechnet und funktioniert, will die Stadt auch künftig Photovoltaik-Anlagen auf die Dächer ihrer Gebäude installieren. Im Bild das Jakob-Brucker-Gymnasium.

Bild: Harald Langer

Wo es sich rechnet und funktioniert, will die Stadt auch künftig Photovoltaik-Anlagen auf die Dächer ihrer Gebäude installieren. Im Bild das Jakob-Brucker-Gymnasium.

Bild: Harald Langer

Die neue junge Gruppierung Generation KF im Kaufbeurer Stadtrat möchte Photovoltaik auf öffentlichen Gebäuden forcieren
23.01.2021 | Stand: 06:15 Uhr

Eine „Vorbild- und Vorreiterfunktion“ sollte Kaufbeuren nach Meinung der Stadtratsfraktion Generation KF (GK) beim Aufbau Bayerns zum Photovoltaikland einnehmen. Dieses Ziel hatte Ministerpräsident Markus Söder vor Kurzem ausgegeben. Die GK nahm dies zum Anlass, bei der Stadt nachzuhaken, auf welchen ihrer Gebäude es bereits Photovoltaikanlagen (PVA) gibt und wo noch Kapazitäten zur Verfügung stehen.

Viele Voraussetzungen

Ausführlich Stellung dazu nahm in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses Baureferent Helge Carl. Er erläuterte die Voraussetzungen für die Installation von PVA. Dazu gehören genügend Sonneneinstrahlung, eine ausreichende Tragfähigkeit der Dächer, eine geeignete Dachneigung, eine ausreichende Restlebensdauer der Dächer und die Einhaltung des Denkmalschutzes. Meist verhinderten diese Kriterien eine wirtschaftliche Nachrüstung bei bestehenden Gebäuden. Die Stadt prüfe ohnehin in der Regel bereits bei allen Sanierungen, Erweiterungen und Neubauten den Einbau einer PVA. Deshalb gebe es bereits Anlagen auf den Kitas am Klosterwald und am Leinauer Hang sowie auf dem Jakob-Brucker-Gymnasium, in der Kläranlage und auf dem Parkhaus am Kunsthaus. Ebenfalls mit PVA ausgestattet wurden städtische Wohnblöcke im Rehgrund, in der Perlengasse, in der Labauer Straße, in der Grünwalder Straße und im Gablonzer Ring. In Arbeit sind weitere PVA auf dem Brucker-Gymnasium auf dem Familienzentrum Grünwalder Straße und auf der Gustav-Leutelt-Schule. Vorbereitet für PVA wurden bereits das neue Feuerwehrhaus an der Neugablonzer Straße, das Schraderhaus, das Eisstadion, der Neubau für seniorengerechtes Wohnen in der Augsburger Straße und die Konradinschule. In Prüfung sind PVA bei den anstehenden Sanierungen des Pflegeheims der Hospitalstiftung, der Ludwig-Reinhard-Schule und des Jordanbadeparks. Auch beim Neubau der Turnhalle am Krautlussweg werde untersucht, ob eine PVA sinnvoll ist.

Markt wird beobachtet

„Insgesamt beobachtet die Verwaltung kontinuierlich den Markt für PVA, bewertet neue Technologien und Veränderungen der Förderungen und Einspeisevergütungen“, sagte Carl. Jedes der über hundert städtischen Gebäude systematisch zu prüfen, empfahl Carl nicht. Die Kosten lägen bei mehreren Tausend Euro pro Haus.

8,4 Cent pro Kilowattstunde

Zur Wirtschaftlichkeit erläuterte Carl, dass sich eine PVA bei rund zehn Prozent Eigenverbrauch nach etwa zehn bis zwölf Jahren amortisiere. Bei geringerem Eigenverbrauch verlängere sich die Zeit entsprechend. Bei der Planung sei zudem zu berücksichtigen, dass hoher Sonnenstand und hoher Stromverbrauch oft nicht gleichzeitig einträten. Als Beispiele nannte Carl Schulen mit Ferien und das Gablonzer Haus mit häufigen Abendveranstaltungen. Meist sei es nicht möglich, den erzeugten Strom von einem Gebäude zum anderen zu transferieren. Strom wirtschaftlich zu speichern, sei zudem kaum möglich. Die aktuelle Einspeisevergütung betrage 8,4 Cent je Kilowattstunde. Sie sinke derzeit monatlich um 0,1 Prozent.

Tobias Würfel sagte, die Generation KF schätze es, dass die Stadt bereits viele ihrer Forderungen umsetze. Er bat jedoch darum, dem Stadtrat nochmals konkret zu erläutern, wie viel eine systematische Analyse aller städtischen Gebäude kostet und ob sie prinzipiell möglich sei. „Wir bleiben an dem Thema dran“, sagte Würfel.