Intensivmedizin

Drohen Engpässe im Kaufbeurer Klinikum?

Intensivmedizinische Behandlung ist aufwendig. Die Betten sind knapp. Doch im Klinikverbund gibt es Reserven.

Intensivmedizinische Behandlung ist aufwendig. Die Betten sind knapp. Doch im Klinikverbund gibt es Reserven.

Bild: Symbolfoto: Thomas Heckmann

Intensivmedizinische Behandlung ist aufwendig. Die Betten sind knapp. Doch im Klinikverbund gibt es Reserven.

Bild: Symbolfoto: Thomas Heckmann

Corona-Patienten belegen immer mehr Betten. Warum sich Kapazitäten bei Bedarf in allen drei Verbundhäusern ausbauen lassen.
19.11.2020 | Stand: 12:00 Uhr

Die Coronawelle, die das Espachstift und die Profimannschaft des ESVK erfasst hat, treibt die Zahl der Infizierten in Kaufbeuren nach oben. Dazu kommt die allgemeine Infektionslage. Insgesamt macht sich das auch im Kaufbeurer Klinikum bemerkbar, wo immer mehr Betten mit Covid-19-Patienten belegt sind. Droht nun möglicherweise ein Engpass auf der Intensivstation? Das ist laut Klinikleitung derzeit nicht absehbar, zumal sie auf Reserven und weitere Kapazitäten setzen könne, sollte die Zahl der Corona-Patienten weiter steigen.

Zahl der Infizierten steigt

Oberbürgermeister Stefan Bosse rechnet damit, dass die Sieben-Tage-Inzidenz (Anzahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner) in Kaufbeuren dieser Tage auf 300 oder darüber steigt und damit einen bundesweiten Spitzenwert erreicht. Am Mittwoch lag der Wert bei 281. Der Anstieg liegt an den beiden sogenannten Hotspots in der Stadt: In der Senioreneinrichtung Espachstift haben sich 67 Bewohner und Mitarbeiter angesteckt. Beim ESVK ist ein Drittel der ersten Mannschaft und des Betreuerstabs infiziert. Ob sich Betroffene in intensivmedizinischer Behandlung befinden, ist nicht bekannt. Fest steht: Insgesamt steigt im Verbund der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren nach Angaben des Kommunalunternehmens die Zahl der Corona-Patienten.

Grenzen noch nicht erreicht

Teilweise bedürfen sie intensivmedizinischer Behandlung. Aufgezeigt werden kann allerdings nur eine Entwicklung, da sich die Zahlen täglich, teilweise stündlich ändern. Laut Bosse, der auch stellvertretender Verwaltungsratsvorsitzender ist, „machen sich die hohen Zahlen im Klinikum schon jetzt bemerkbar“. Die Grenzen sind freilich nicht erreicht. Im Kaufbeurer Haus gibt es 20 Intensivplätze. Möglich ist laut Klinikleitung bei Bedarf eine Ausweitung auf bis zu 30 Intensivbetten. Im Buchloer Krankenhaus lassen sich die sechs Intensivbetten auf bis zu zehn Beatmungsplätze erweitern. Auch am Standort Füssen sind statt der regulär sechs Intensivbetten bis zu zehn dieser Behandlungsplätze möglich. „Insgesamt können wir über 50 reguläre Intensivbetten aufstellen,“, sagt Kliniksprecherin Gabriele Apfelbacher. „Zuzüglich gibt es weitere Kapazitäten, falls die schlimmsten vorstellbaren Befürchtungen zutreffen.“

Davon ist man trotz der dynamischen Entwicklung noch weit entfernt. Am Dienstag befanden sich nach Angaben des Kommunalunternehmens zehn Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen, zwei der Erkrankten mussten beatmet werden. Schwierig könne es werden, wenn die Zahl der infizierten Patienten extrem schnell ansteigen würde, so Kliniksprecherin Apfelbacher. „Es kann auch zu einem Engpass kommen, wenn Pflegekräfte ausfallen.“ Personal also, das mitunter selbst an dem Virus erkrankt. Darüber hinaus gebe es eine Vielzahl von Möglichkeiten, „die einen Engpass definieren“. Dass es bisher noch keine kritische Situation dieser Art gab, sei vor allem den Mitarbeitern zu verdanken.

Weitere Infizierte im Espachstift

Keine Entspannung gibt es unterdessen im Espachstift. Dort haben am Mittwoch drei weitere Bewohner und ein weiterer Mitarbeiter Nachricht von positiven Testergebnissen bekommen. Damit gibt es nun 67 Infizierte in der Senioreneinrichtung. Eine betagte Frau mit Vorerkrankungen und Covid-19-Diagnose war am Montag verstorben. Kuratoriumsvorsitzender Ernst Schönhaar sagte, dass nach wie vor kein Bewohner im Krankenhaus sei. Einer älteren Frau, die unter starken Symptomen litt, gehe es etwas besser. „Wir sind mit den erkrankten Mitarbeitern in Kontakt“, so Schönhaar, „und in Gedanken bei allen Betroffenen.“ Noch immer sei es nun vorrangiges Ziel, die Pflegebetrieb aufrecht zu erhalten. Dieser Tage erhält das Espachstift Verstärkung durch freiberufliche Pflegekräfte. Schönhaar: „Wir werden das schaffen.“