Gewässer

Eisige Gefahr auf vermeintlich zugefrorenen Seen

In Übungen bereitet sich die Wasserwacht darauf vor, mit dem Eisrettungsschlitten Menschen aus eisigen Gewässern zu holen, die dort eingebrochen sind.

In Übungen bereitet sich die Wasserwacht darauf vor, mit dem Eisrettungsschlitten Menschen aus eisigen Gewässern zu holen, die dort eingebrochen sind.

Bild: Andreas Baumgartner/Wasserwacht Buchloe

In Übungen bereitet sich die Wasserwacht darauf vor, mit dem Eisrettungsschlitten Menschen aus eisigen Gewässern zu holen, die dort eingebrochen sind.

Bild: Andreas Baumgartner/Wasserwacht Buchloe

Buchloer Wasserwacht appelliert beim Betreten zugefrorener Weiher an die Eigenverantwortung.
06.01.2021 | Stand: 14:02 Uhr

Eisige Temperaturen locken im Winter auf zugefrorene Gewässer. In der Umgebung von Buchloe – unter anderem auf dem Gabriel-Weiher – haben sich schon die ersten Eisschichten gebildet. Gerade in diesem Jahr, wo coronabedingt die Eisstadien geschlossen sind, ist die Verlockung natürlich besonders groß, dort Schlittschuh zu laufen. Die Wasserwacht Buchloe appelliert an alle Bürger, sich von den Eisflächen fern zu halten und so Unfälle zu vermeiden. Das Eis sei einfach noch zu dünn.

Eine Eisdecke gilt für Einzelpersonen als tragfähig, wenn das sogenannte Kerneis eine Dicke von mindestens zehn Zentimeter aufweist. Zusammengepresster Schnee zählt nicht zum Kerneis, denn er trägt nicht zur Festigkeit der Eisdecke bei. Damit sich eine Gruppe auf den Weiher begeben kann, ist eine Kerneisschicht von mindestens 15 bis 20 Zentimeter nötig. Hierbei ist zu beachten, dass die Eisdecke im Allgemeinen zur Gewässermitte hin abnimmt.

Durch verschiedene Einflussfaktoren wie, Bodenwärme, Strömungen und Wasserpflanzen unterliegt die Eisdecke starken Schwankungen. Bricht das Eis weg, fällt man unweigerlich in das eiskalte Wasser. Die Folge ist eine lebensgefährliche Unterkühlung. Bei einem Eisunfall zählt daher jede Minute. Deshalb sollte so schnell wie möglich über den Notruf 112 Hilfe durch die Wasserwacht angefordert werden.

Jede Minute zählt

Sofern möglich, ist die Rettung von Land aus durchführen. Der direkte Kontakt zum Verunglückten ist zu vermeiden, damit man nicht selbst in Gefahr gerät. Helfer sollten Nach Möglichkeit Äste, Kleidungsstücke oder schwimmfähige Seile anreichen. Ein Helfer sollte sich niemals stehend der Einbruchstelle nähern. Zudem sollte man sich immer durch einen zweiten Helfer mit einer Leine oder notfalls mit den Händen absichern lassen.

Die Buchloer Wasserretter sind für die Rettung von im Eis eingebrochen Personen mit einem speziellen Eisrettungsschlitten ausgerüstet, berichtet der Vorsitzende der Buchloer Wasserwacht Andreas Baumgartner. Im Einsatzfall werden die Buchloer Wasserretter auch über die Ortsgrenzen hinweg über die Integrierte Leitstelle Allgäu alarmiert. (bz)