Trunkelsberg

Keime im Trinkwasser in Trunkelsberg entdeckt

TB Wasser

Im Trinkwasser der Gemeinde Trunkelsberg wurden Keime gefunden. Die gesamte Kommune wird nur noch mit Wasser aus Memmingen versorgt. Dennoch gilt weiter eine Abkoch-Anordnung. Derzeit wird nach der Ursache der Verkeimung einer Quelle geforscht.

Bild: Franz Kustermann

Im Trinkwasser der Gemeinde Trunkelsberg wurden Keime gefunden. Die gesamte Kommune wird nur noch mit Wasser aus Memmingen versorgt. Dennoch gilt weiter eine Abkoch-Anordnung. Derzeit wird nach der Ursache der Verkeimung einer Quelle geforscht.

Bild: Franz Kustermann

Die Bürger der Gemeinde Trunkelsberg müssen ihr Wasser derzeit abkochen. Die Ursachenforschung läuft.

03.07.2020 | Stand: 12:27 Uhr

Vor etwa acht Jahren hat die Gemeinde Trunkelsberg ihre beiden gemeindeeigenen Trinkwasserquellen im Eisenburger Wald grundlegend saniert. Jüngst wurden nun im Wasser eines Quellstranges Keime festgestellt. Hierauf wurde laut Bürgermeister Roman Albrecht sofort eine „Abkoch-Anordnung“ erlassen. Beide gemeindlichen Quellen wurden vom Netz genommen. Seit 23. Juni wird die gesamte Gemeinde ausschließlich nur noch – über den fest installierten Notverbund – mitWasser der Stadt Memmingen versorgt. Aus Sicherheitsgründen müssen die Bürger das Wasser zunächst noch weiter abkochen, bis das Gesundheitsamt endgültig wieder grünes Licht gibt und die Ursache der Verunreinigung gefunden ist. Laut dem Gemeindechef wurden bei einer routinemäßigen Untersuchung des Trinkwassers vor zwei Wochen Keime festgestellt. „Kurz über der Nachweisgrenze“, so Albrecht. Anfangs sei einer der beiden Trinkwasserbehälter als Ursache im Verdacht gestanden. Hierauf wurde sofort das Abkochgebot erlassen und der betreffende Behälter vom Netz genommen.

Quellen abgekoppelt

Nachdem das Gesundheitsamt an verschiedenen Stellen Wasserproben entnommen hatte, wurde festgestellt, dass zwar ein Quellstrang (mit Sandbedeckung) einwandfreies Wasser lieferte, der andere (Nagelfluh) aber eine geringe Keimbelastung aufwies. Hierauf wurden sofort beide Quellen abgekoppelt. Seitdem wird der komplette Ort nur noch mit Stadtwasser versorgt.

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Da nicht ganz klar war, wie lange es dauert, bis das im Netz befindliche Wasser bis zum letzten Verbraucher komplett ausgespült ist, wird die Abkoch-Anordnung bis auf Weiteres beibehalten. Neueste Untersuchungen (vor dem letzten Wochenende) ergaben beim linken Quellstrang erneut wieder einwandfreies Wasser. Auch bei der rechten Quelle war laut Albrecht „so gut wie nichts mehr drin“. Am heutigen Donnerstagwerden nochmals Proben von der Quelle genommen: Falls dann beide Quellen wieder vollkommen keimfrei sind, dürfte diese wieder eingespeist werden. Aber erst, wenn das Quellwasser vom Gesundheitsamt als „vollkommen unbedenklich“ eingestuft wird, wird Trunkelsberg wieder mit dem eigenen Quellwasser versorgt. Die Abkoch-Anordnung gelte derzeit nur noch, „weil wir nicht wissen, wie lange es dauert, bis das gesamte Restwasser aus dem Leitungssystem ausgespült ist“, so der Gemeindechef.

Albrecht nimmt an, dass der Starkregen nach der langen Trockenphase und der total ausgetrocknete Waldboden im vergangenen Winter Auslöser der plötzlich auftretenden Keimbelastung waren: „Landwirtschaft“ werde dort nicht betrieben, denn die beiden Quellen liegen ihm zufolge bestens geschützt im Eisenburger Wald. Wenn die Oberfläche im Quellbereich so übermäßig stark ausgetrocknet sei – so mutmaßt der Bürgermeister – könnte es sein, dass bei heftigem Starkregen das Niederschlagswasser schneller in den Untergrund versickert, als es wohl von der belebten Bodenzone gefiltert werde. Man forsche nun nach der Ursache, warum nur ein Quellstrang betroffen war, und der andere nicht. Albrecht: „Dann leben wir eben so lange vom Stadtwasser, bis wir die Ursache bei der Kaltenbrunner Quelle gefunden haben.“ Der einzige Unterschied zu früher für den Verbraucher sei nur, dass das Stadtwasser (hauptsächlich Grundwasser aus dem Tiefbrunnen südlich von Benningen) einen erheblich höheren Kalkgehalt, also mehr Wasserhärte aufweist, und deshalb die Entkalkungsmaßnahmen an Waschmaschinen und Boilern geändert werden sollten.

Albrecht freut sich, dass es zwei unabhängige Quellen für das Ortswasser gibt. Wenn Trunkelsberg nur eine Bezugsquelle gehabt hätte, dann hätten die Bürger überhaupt kein Wasser mehr gehabt.“