Premiere

Landestheater Schwaben startet Spielzeit im Studio mit "Zitronen"

Anne Verena Freybott

Chefdramaturgin Anne Verena Freybott hat das Stück „Zitronen Zitronen Zitronen“ am Landestheater Schwaben inszeniert.

Bild: Brigitte Hefele-Beitlich

Chefdramaturgin Anne Verena Freybott hat das Stück „Zitronen Zitronen Zitronen“ am Landestheater Schwaben inszeniert.

Bild: Brigitte Hefele-Beitlich

Zwei neue Schauspieler geben ihr Debüt im Stück des britischen Autors Sam Steiner. Darin verbietet ein Staat seinen Bürgern, mehr als 140 Wörter pro Tag zu verwenden.
30.09.2021 | Stand: 12:09 Uhr

Endlich wieder Theater: Das Leben kehrt mit frischem Schwung auf die Bühnen zurück. Im Studio des Landestheaters Schwaben (LTS) in Memmingen feiert heute Abend das Zwei-Personen-Stück „Zitronen Zitronen Zitronen“ des preisgekrönten britischen Autors Sam Steiner Premiere.

„Es ist höchste Zeit, dass es wieder losgeht. Wir freuen uns nach den langen Probenwochen auf unser Publikum“, sagt Chefdramaturgin Anne Verena Freybott. Sie hat die Geschichte inszeniert, in der es um die undemokratische Versuchsanordnung eines Staates geht, der die Verwendung von Sprache auf einen Tweet von nur 140 Wörtern pro Person und Tag beschneidet. „Die zwei liebenden Menschen Babette und Oliver stehen hier exemplarisch für die kleinste soziale Zelle der Kommunikation“, erläutert die Regisseurin.

Elf Meter langer Steg im Zuschauerraum

Freybott setzt die 75-minütige Liebesgeschichte, die über ein reines Beziehungsstück eines ungleichen Paares hinausgeht, kämpferisch in Szene, gibt sie Auskunft. Das Bühnenbild hat Franziska Isensee entworfen. Ein elf Meter langer Steg wird dabei zum Schauplatz, auf dem sich die beiden Schauspieler bewegen – er wird die Publikumsränge in zwei Hälften trennen. Ein Teppich im Camouflage-Muster soll den inneren und äußeren Kampf der beiden Figuren deutlich machen.

Mit dem Stück „Zitronen Zitronen Zitronen“ feiern zwei Newcomer am Landestheater ihr Debüt. Für Elias Baumann, der im Stück den Musiker Oliver spielt, ist es die erste Produktion als Ensemblemitglied. Nadja Bruder – sie kommt als Gast für die halbe Spielzeit – mimt die Juristin Babette, seine Partnerin im Stück. In der neuen Spielzeit übernimmt sie eine weitere Gastrolle im Kinderstück „Dschungelbuch“.

"Liebe kann durchaus die Welt retten"

Eine Herausforderung für die beiden Darstellenden, berichtet die Regisseurin, seien vor allem die vielen Szenenwechsel. „Zudem mussten sie sich viele Zahlen merken“, erklärt Freybott: „Die Anzahl der Worte werden zu Chiffren der eingeschränkten Kommunikation zwischen den Figuren.“ Ihre Verbindung sei nicht die Verständigung an sich – sondern es seien die wenigen Worte, die oft viel sagen. Das Stück erzählt von einer zwischenmenschlichen Beziehung in einer dystopischen Welt – die mehr noch zeigt, wie schön es sein kann, gemeinsam Widrigkeiten zu überwinden. Es geht um das gegenseitige Verstehen, um Annäherung und um die eigene Haltung und Meinung. „Dabei kann die Liebe durchaus die Welt retten“, sagt Freybott überzeugt und lacht dabei.

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Babette und Oliver zeigen in „Zitronen Zitronen Zitronen“ wie es gehen könnte. Wer mehr wissen will, sichert sich Karten für eine der Vorstellungen im LTS. Für die heutige Premiere um 20 Uhr im Studio gibt es noch Restkarten (Telefon 08331/9459-16). Während der Vorstellung muss eine medizinische Mund-Nasen-Maske getragen werden. Der Eintritt erfolgt nach der 3G-Regel.