Fakten zu den FFP2-Masken

Kostenlose FFP2-Masken für Risikogruppen: Das müssen Sie wissen

FFP2-Masken bieten einen besonders guten Corona-Schutz - aber nur bei richtiger Anwendung.

FFP2-Masken bieten einen besonders guten Corona-Schutz - aber nur bei richtiger Anwendung.

Bild: Benedikt Siegert (Symbolbild)

FFP2-Masken bieten einen besonders guten Corona-Schutz - aber nur bei richtiger Anwendung.

Bild: Benedikt Siegert (Symbolbild)

Über 60-Jährige und Menschen mit Vorerkrankungen erhalten drei kostenlose und zwölf vergünstigte FFP2-Masken. Das sollte für den Schutz vor Corona beachtet werden.
FFP2-Masken bieten einen besonders guten Corona-Schutz - aber nur bei richtiger Anwendung.
Von Sascha Geldermann
11.12.2020 | Stand: 14:20 Uhr

Masken gehören mittlerweile fest zum Alltag in Deutschland - unter anderem beim Einkaufen oder im Bus sind sie Pflicht. Um sich besonders gut vor Corona schützen zu können, bekommen Risikogruppen wie Senioren oder Menschen mit bestimmten Krankheiten ab Mitte Dezember drei kostenlose und danach zwölf vergünstigte FFP2-Masken. Insgesamt sollen damit 27 Millionen Bundesbürger versorgt werden.

FFP-Masken schützen nicht nur andere Menschen vor einer Corona-Infektion, sondern auch den Träger selbst. Sie sind sicherer als ein Mund-Nasen-Schutz aus Stoff, da sie einen Filter besitzen, der feinste Partikel aus der Luft auffangen kann. Es gibt die Kategorien 1 bis 3 - je höher die Zahl, desto besser der Schutz.

Während die erste Kategorie zum Beispiel gegen Feinstaub hilft, ist für einen effektiven Schutz vor Viren mindestens eine FFP2-Maske erforderlich. Diese müssen mindestens 94 Prozent der Aerosole aus der Luft filtern und gelten als sehr sicher. Im medizinischen Bereich sind sie vorgeschrieben - ungeschulte Träger hingegen können viel falsch machen. Wir erklären, wer die Masken erhält und was beachtet werden sollte.

Kostenlose FFP2-Masken ab Mitte Dezember in Apotheken

Gesundheitsminister Jens Spahn hat angekündigt, dass die Masken noch im Dezember in Apotheken erhältlich sein sollen, damit Risikogruppen über Weihnachten versorgt sind. Menschen über 60 oder mit Vorerkrankungen können sich zwischen dem 15. und dem 31. Dezember zuerst drei kostenlose FFP2-Masken holen. Dafür müssen sie nur ihren Personalausweis vorlegen oder mit einer Eigenauskunft glaubhaft machen, dass sie unter einer Vorerkrankung leiden. (Lesen Sie auch: Klarsichtmasken erfüllen Corona-Vorgaben nicht.)

Coupons für vergünstigte FFP2-Masken

Für die Zeit nach Neujahr sollen Risikopatienten zwölf weitere FFP2-Masken erhalten. Betroffene bekommen dafür von ihrer Krankenkasse zwei Coupons für jeweils sechs Masken zugeschickt. Diese können sie in der Apotheke einlösen, wobei pro eingelöstem Coupon noch ein Eigenanteil von zwei Euro fällig wird.

Wer erhält FFP2-Masken kostenlos oder vergünstigt?

Die Masken bekommen zum einen über 60-Jährige und zum anderen Menschen mit den folgenden Vorerkrankungen:

  • chronisch obstruktive Lungenerkrankung
  • Asthma bronchiale
  • chronische Herz- oder Niereninsuffizienz
  • zerebrovaskuläre Erkrankungen, insbesondere Schlaganfall
  • Diabetes mellitus Typ 2
  • aktive, fortschreitende oder metastasierte Krebserkrankungen

Auch bei einer Risikoschwangerschaft, einer Therapie, die die Immunabwehr beeinträchtigen kann, und nach einer Organ- oder Stammzellentransplantation besteht Anspruch auf die Masken.

FFP2-Masken gegen Corona: Auf CE-Zeichen und enges Anliegen achten

Die Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) weist darauf hin, dass FFP2-Masken gut passen und dicht anliegen müssen. Schließlich sorgen Lücken dafür, dass doch ungefilterte Luft eingeatmet wird und der Schutz verloren geht. Männer müssen im Zweifel zum Rasierer greifen. Denn laut DGHM könne in vielen Fällen auch ein Bart verhindern, dass die Maske dicht anliegt.

Während medizinisches Personal im Umgang mit Masken geschult sei, komme es bei Privatpersonen immer wieder zu Fehlern. Das betrifft nach Angaben der DGHM schon das Auf- und Absetzen. Davor und danach müssten immer die Hände desinfiziert werden. Sonst drohe "eine Selbstinfektion von möglicherweise auf der Außenseite befindlichen SARS-CoV-2-Viren."

Auch das Robert-Koch-Institut weist darauf hin, dass Laien FFP2-Masken oft falsch verwenden und der Schutz dadurch nicht automatisch größer als bei einem Mund-Nasen-Schutz aus Stoff sei. Vor allem Risikopatienten sollten sich bei einer Anwendung von einem Arzt beraten lassen.

Wer sich noch abseits von Apotheken mit Masken versorgen möchte, sollte auf die Qualität achten. Unter anderem bei einem Test des ZDF-Verbrauchermagazins "WISO" hat sich gezeigt, dass in Deutschland auch minderwertige FFP2-Masken im Umlauf sind. Seit Oktober dürfen nur noch geprüfte Masken neu in den Verkauf gelangen. Da alte Bestände aber weiter angeboten werden, ist Vorsicht geboten. Käufer erkennen geprüfte und sichere Ware an einem CE-Zeichen mit vier Zahlen.

FFP2-Masken sind nicht waschbar: Wie lange können sie getragen werden?

Durch den Filter fällt das Atmen schwerer, weswegen FFP2-Masken nicht lange getragen werden können. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin empfiehlt medizinischem Personal daher, nach maximal 75 Minuten eine halbstündige Pause einzulegen. Nach spätestens acht Stunden müssten die Masken ausgetauscht werden.

Die meisten Experten empfehlen, FFP2-Masken nicht mehrere Tage zu tragen. In der Regel sind sie darauf ausgelegt, nur einmal verwendet zu werden. Sie sollten nicht gewaschen oder im Backofen sterilisiert werden, da dadurch der Filter beeinträchtigt wird. Das RKI rät aus diesem Grund auch davon ab, sie mit Desinfektionsmittel zu reinigen.

Da sie nicht wiederverwertbar sind, werden die von Bund und Ländern vorgesehenen 15 Masken für besonders gefährdete Menschen nicht lange reichen. Zumindest ist der Vorrat aber mittlerweile wohl groß genug, um die Risikopatienten zu versorgen. Am Anfang der Corona-Pandemie gab es noch die Empfehlung, FFP2-Masken wegen knapper Verfügbarkeit dem medizinischen Personal zu überlassen. Laut RKI sei es aber nicht ausgeschlossen, dass es bei anhaltend hohen Infektionszahlen wieder zu Engpässen kommen könne.

Mehr zur Corona-Lage in Deutschland und der Welt gibt es in unserem Newsblog.