Herbstferien in Corona-Zeiten

Plötzlich Beherbergungsverbot: Diese Storno-Möglichkeiten haben betroffene Urlauber

Donnerstag, 8. Oktober: Für Menschen aus einem Risikogebiet gestaltet sich ein Herbsturlaub nun schwierig. Deutschlandweit gilt nun das sogenannte Beherbergungsverbot. Hotels dürfen demnach Gäste aus Risikogebieten nicht mehr aufnehmen. Der Ärger im Allgäu und ganz Deutschland darüber ist groß.

Donnerstag, 8. Oktober: Für Menschen aus einem Risikogebiet gestaltet sich ein Herbsturlaub nun schwierig. Deutschlandweit gilt nun das sogenannte Beherbergungsverbot. Hotels dürfen demnach Gäste aus Risikogebieten nicht mehr aufnehmen. Der Ärger im Allgäu und ganz Deutschland darüber ist groß.

Bild: Swen Pförtner, dpa (Symbolbild)

Donnerstag, 8. Oktober: Für Menschen aus einem Risikogebiet gestaltet sich ein Herbsturlaub nun schwierig. Deutschlandweit gilt nun das sogenannte Beherbergungsverbot. Hotels dürfen demnach Gäste aus Risikogebieten nicht mehr aufnehmen. Der Ärger im Allgäu und ganz Deutschland darüber ist groß.

Bild: Swen Pförtner, dpa (Symbolbild)

Der Urlaub ist gebucht - und plötzlich darf man nicht mehr kommen. Welche Storno-Regeln gelten für Urlauber, wenn sie das  Beherbergungsverbot trifft?
Von Allgäuer Zeitung
08.10.2020 | Stand: 15:03 Uhr

Vor ein paar Wochen konnte man noch recht problemlos seine Herbstferien an der Ostsee oder im Allgäu planen. Für Reisende aus Risikogebieten gestaltet sich das nun schwierig. Denn sie trifft ein Beherbergungsverbot. Das bedeutet: Urlauber aus deutschen Risikogebieten dürfen nur dann in einem Hotel beherbergt werden, wenn sie einen höchstens 48 Stunden alten negativen Corona-Test vorweisen können.

Greifen soll dies für Reisende aus Gebieten mit mehr als 50 Neuinfektionen je 100 000 Einwohnern binnen sieben Tagen. Das haben die Bundesländer am Mittwoch beschlossen, und Bayern hat dieses Beherbergungsverbot sofort umgesetzt (Lesen Sie dazu auch: Das sagen Hoteliers im Allgäu zum Beherbergungsverbot).

Aber was heißt das nun für betroffene Urlauber? Welche Storno-Rechte haben sie? Der Überblick.

Hotel oder und Ferienwohnung gebucht: Muss ich Storno-Gebühren zahlen, wenn ich den Aufenthalt absage?

Das grundsätzlich Problem in diesem Fall ist: Dem Beherbergungsverbot können Reisende ja entgehen, indem sie einen negativen Corona-Test vorweisen.

  • Der Deutsche Ferienhausverband erklärt auf Anfrage, ob der Test für den Gast zumutbar sei, darüber könne man geteilter Meinung sein. Es gebe dazu noch keine Gerichtsurteile. Wegen der unklaren Rechtslage empfiehlt der Verband, eine einvernehmliche Einigung mit dem Gastgeber zu erzielen - etwa den Aufenthalt auf Kulanzbasis gebührenfrei zu verschieben.
  • Ähnlich argumentiert der Hotelverband Deutschland IHA: "Juristisch betrachtet handelt es sich um ein sogenanntes präventives Verbot mit Erlaubnisvorbehalt", erklärt IHA-Juristin Nina Arndt. Ein solches Verbot führe nicht dazu, dass Beherbergungen schlechthin verboten seien, es unterwerfe diese nur einem Genehmigungsvorbehalt. "Nach unserer Auffassung liegt, anders als bei der Untersagung von touristischen Übernachtungen im Frühjahr, hier gerade kein Fall der rechtlichen Unmöglichkeit vor", sagt Arndt. Der Corona-Test falle in den Verantwortungsbereich des Gastes. Die Pflicht zur Zahlung bestehe weiterhin. "Eine kostenfreie Stornierung ist nicht möglich."
  • Der Reiserechtler Paul Degott aus Hannover sieht das etwas anders. Er geht nicht unbedingt davon aus, dass Urlauber aus Gebieten mit hohen Corona-Infektionszahlen auf ihren Kosten sitzen bleiben. "Man kann niemanden verpflichten, einen Test zu machen", argumentiert Degott. In der Regel wusste der Urlauber bei Buchung noch nicht, dass ein solcher Test auf eigene Kosten nötig sein würde.

Im Zweifel müssen am Ende die Gerichte entscheiden - sofern keine kulante Übereinkunft mit dem Gastgeber gefunden werden kann.

Was sollte ich tun, wenn ich jetzt kurzfristig Hotel oder Ferienwohnung buchen will?

Wer jetzt noch kurzfristig ein Hotel für die Herbstferien bucht, wählt zur Sicherheit besser eine Unterkunft mit kostenloser Stornomöglichkeit bis einen Tag vor Abreise.

Was gilt für gebuchte Zugreisen, die ich nicht antreten will?

  • Flexpreis-Tickets der Deutschen Bahn lassen sich bis vor dem ersten Geltungstag kostenlos umtauschen oder stornieren.
  • Sparpreis-Tickets lassen sich bis vor dem ersten Geltungstag für 10 Euro stornieren. Passagiere erhalten einen Storno-Gutschein mit drei Jahren Gültigkeit, der für spätere Fahrten genutzt werden kann. Sitzplatzreservierungen lassen sich einmalig kostenlos umtauschen.
  • Supersparpreis-Tickets sind laut Bahn vom Umtausch oder einer Stornierung ausgeschlossen. Das gleiche gilt für Länder-Tickets und Quer-durchs-Land-Tickets. Ausnahme sind hier Tickets, die bis einschließlich 13. März - also vor der Pandemie - gebucht worden sind. Die bekannten Umtausch- und Stornierungsregeln für den Supersparpreis gelten auch weiterhin, wie ein Sprecher der Bahn auf Anfrage bestätigte. Spezielle Ausnahmen angesichts der neuen Regeln für Reisende aus Corona-Risikogebieten gibt es also aktuell nicht. Die Deutsche Bahn empfiehlt das Buchen von stornierbaren Tickets.

Welche Storno-Regeln gelten, wenn ich einen Flug nicht antreten will?

Findet ein Flug statt, kann der Reisende nicht einfach ohne Stornogebühren sein Ticket zurückgeben.

  • Wer nun einen Inlandsflug zu einem Urlaubsziel gebucht hat, der sich nicht mehr lohnt, sollte prüfen, ob er gebührenfrei umbuchen kann.
  • Die Lufthansa etwa verweist auf Anfrage auf die derzeit kulanten Bedingungen: Die Umbuchungsgebühren wurden bis 31. Dezember 2020 abgeschafft. Sämtliche Tarife und Ticketpreise von Lufthansa, Swiss und Austrian Airlines seien beliebig oft kostenfrei umbuchbar. Auch andere Fluggesellschaften bieten gebührenfreie Umbuchungen an.