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Meghan und Harry: Streit um Namen ihres zweiten Babys

Der britische Prinz Harry will nicht mehr unter ständiger Beobachtung stehen.

Der britische Prinz Harry will nicht mehr unter ständiger Beobachtung stehen.

Bild: Jordan Strauss/Invision/AP/dpa

Der britische Prinz Harry will nicht mehr unter ständiger Beobachtung stehen.

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Herzogin Meghan und Prinz Harry haben ihr zweites Kind bekommen. Warum der Name Lilibet eine heftige Debatte ausgelöst hat und was den abtrünnigen Eltern vorgeworfen wird.
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Von Katrin Pribyl
13.06.2021 | Stand: 10:20 Uhr

„Willkommen Lilibet von Kalifornien“, begrüßte am Montag die Zeitung "The Times" den jüngsten Nachwuchs im britischen Königshaus. Zwar wurde Lilibet "Lili" Diana Mountbatten-Windsor bereits am Freitag geboren, Prinz Harry und Herzogin Meghan verkündeten jedoch entgegen der höfischen Tradition erst am Sonntagnachmittag europäischer Zeit die freudigen Nachrichten. Eine beim Zeitpunkt der Bekanntgabe mitschwingende Botschaft: Seit ihrer Flucht ins ferne Kalifornien sind sie befreit von den Fesseln des starren höfischen Protokolls.

In den Medien auf der Insel ging es nach den ersten Glückwünschen sofort nur um eine Frage: Kann der jüngste Nachwuchs die Zerwürfnisse im Hause Windsor kitten? So verstanden einige Beobachter die Wahl des symbolträchtigen Namens als Friedensangebot an die Verwandtschaft in London, von der sich die beiden abgewandt haben.

Lilibet - woher die Queen ihren Spitznamen hat

Immerhin ist der Zweitname nicht nur eine Hommage an Harrys Mutter, Prinzessin Diana. Die Sussexes zollen vor allem Königin Elizabeth II. Tribut, die im Familienkreis nur Lilibet genannt wird. Den Spitznamen gab ihr als Kind ihr Großvater, König George V., weil die Prinzessin ihren vollen Namen nicht aussprechen konnte. Der Großteil der royalen Fangemeinde zeigte sich „delighted“, entzückt. Genauso wie die Familienmitglieder, die laut Statement „hocherfreut“ über die Geburt sind.

So weit so gut also? Natürlich nicht. Denn angeblich hat die Nachricht aus den USA sogar den Palast überrascht, viel Zeit für das Aufsetzen der Glückwünsche blieb laut Insidern deshalb nicht. Umso mehr wurde darüber spekuliert, ob das abtrünnige Paar, das sich Anfang 2020 aus der ersten Reihe der Royals verabschiedet hat, tatsächlich auf Versöhnung setzt.

Skandal-Interview mit Oprah Winfrey

War der Konflikt anfangs zwar offensichtlich, aber weniger öffentlich, sorgte das Interview von Prinz Harry und Herzogin Meghan im März mit der US-Talkmasterin Oprah Winfrey für einen Skandal. Die beiden klagten in einem außergewöhnlichen Rundumschlag über fehlende Unterstützung trotz psychischer Probleme und Suizidgedanken bei Meghan, über Falschnachrichten, die sogar vom Palast befeuert wurden, über das Gefühl des Gefangensein im goldenen Käfig, über die schonungslose Boulevardpresse – und am schlimmsten: Sie warfen den Royals Rassismus vor. So habe ein Mitglied der Familie in Gesprächen mit Harry Bedenken über die Hautfarbe seines zu diesem Zeitpunkt noch ungeborenen Sohnes geäußert. Die Gräben scheinen tief. Und mittlerweile haben sich auch in der Fangemeinde Lager gebildet.

So dauerte es nicht lange, bis in den sozialen Medien Empörung über die Namenswahl herrschte. Als „ironisch“ bezeichnete es der prominente Kommentator Piers Morgan, dass die Sussexes wochenlang damit verbracht hätten, „über die royale Familie und Monarchie herzuziehen“, um am Ende der Tochter den Namen Lilibet „Lili“ zu geben.

Der Tenor der Kritiker auf Facebook und Twitter klang ähnlich. „Die Queen und die Institution, die sie verkörpert und für die sie ihr ganzes Leben lebt, schlecht zu machen, und dann die Tochter nach ihr zu benennen“, das sei an Doppelmoral kaum zu überbieten, echauffierte sich eine Nutzerin. „Zu kitschig“, „zu einschleimend“, „zu kalkuliert“ – es prasselte Kritik auf die frischgebackenen Eltern ein. Einige warfen ihnen gar vor, mit dem Namen und der damit verbundenen Aufmerksamkeit ihre eigene Marke Sussex vermarkten zu wollen.

Harry weihte die Queen vorab in die Namenspläne ein

Harry hat laut Berichten seine Großmutter vorab eingeweiht, dass ihre jüngste Urenkelin nach ihr benannt werden würde. Wie sie reagiert hat, ist zwar nicht überliefert. Doch Königshausexpertin Angela Levin behauptete zu wissen, dass die Queen „äußerst unglücklich“ darüber sei, dass Meghan und Harry ihren „sehr privaten“ und „besonderen“ Spitznamen ausgewählt haben. „Es ist nicht richtig, es ist unhöflich“, so Levin. Prinz Philip, ihr im April verstorbener Mann, hatte seine Frau stets so angesprochen.

Was auch immer hinter den Palastmauern vorgehen mag, die von den Sussexes viel gescholtene britische Boulevardpresse arbeitet sich an jeder Spekulation mit größtem Genuss ab.

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