Corona im Unterallgäu

Memminger Chefarzt wird Krankenhaus-Koordinator

Der Chefarzt der Notfallklinik am Klinikum Memmingen, Dr. Rupert Grashey, ist zum „Ärztlichen Leiter Krankenhauskoordinierung“ für die Region Donau-Iller ernannt worden – um die Patienten-Ströme steuern.

Der Chefarzt der Notfallklinik am Klinikum Memmingen, Dr. Rupert Grashey, ist zum „Ärztlichen Leiter Krankenhauskoordinierung“ für die Region Donau-Iller ernannt worden – um die Patienten-Ströme steuern.

Bild: Klinikum Memmingen

Der Chefarzt der Notfallklinik am Klinikum Memmingen, Dr. Rupert Grashey, ist zum „Ärztlichen Leiter Krankenhauskoordinierung“ für die Region Donau-Iller ernannt worden – um die Patienten-Ströme steuern.

Bild: Klinikum Memmingen

Notfallklinik-Leiter Rupert Grashey soll Überlastung der Kliniken in der Region Donau-Iller verhindern. Wie sein Job funktioniert.
11.11.2020 | Stand: 20:03 Uhr

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie ist er künftig für die Steuerung der Patienten-Ströme zuständig: Dr. Rupert Grashey, Chefarzt der Notfallklinik am Klinikum Memmingen. Grashey ist im Rahmen einer Allgemeinverfügung der Bayerischen Staatsregierung zum „Ärztlichen Leiter Krankenhauskoordinierung“ für den Zweckverband Donau Iller (Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung, kurz ZRF – siehe Info-Box) bestellt worden.

Der sogenannte Ärztliche Leiter Krankenhauskoordinierung ist im jeweiligen Zweckverband zur Steuerung der Patienten-Ströme befugt. Durch ihn sollen Überlastungen der Krankenhäuser durch Corona-Patienten verhindert werden. „Denn die Lage ist ernst. die Infektionszahlen nehmen weiter zu“, heißt es in einer Mitteilung des Klinikums Memmingen. Allein dort werden aktuell 19 Corona-Patienten behandelt – 18 auf der normalen Station und einer auf der Intensivstation. Deswegen hat das Gesundheitsministerium eine entsprechende „Allgemeinverfügung zur Bewältigung erheblicher Patientenzahlen in Krankenhäusern“ erlassen.

„Ärztliche Leiter sind Bindeglieder zwischen den Krankenhäusern“, erklärt Chefarzt Grashey. „Ihre Aufgabe ist die Verteilung der Patienten auf die Kliniken und Reha-Einrichtungen. Sie sollen Weisungen erteilen, verteilen und die Steuerung übernehmen.“

Bereits in der ersten Corona-Welle gab es solche Bindeglieder mit Weisungsrecht gegenüber den stationären Einrichtungen vor Ort. Angesiedelt sind die „Ärztlichen Leiter Krankenhauskoordinierung“ bei den 26 Rettungsleitstellen in Bayern. „Wenn es in nächster Zeit irgendwo richtig ‘brennt´, muss man unter Umständen Personen in andere Krankenhäuser verlegen“, erklärt Grashey.

Fachliche Voraussetzungen für die Ernennung zum Ärztlichen Leiter Krankenhauskoordinierung sind die klinische Tätigkeit in der Akutmedizin sowie die fachliche Expertise für Krisenbewältigung. Außerdem soll der Ärztliche Leiter Krankenhauskoordinierung nach Möglichkeit über klinische Erfahrungen in der Intensiv- und Notfallmedizin verfügen. All das ist bei Chefarzt Dr. Grashey gegeben..

Zur Erfassung der Behandlungskapazitäten und Covid-19-Erkrankten wird bayernweit ein einheitliches, IT-gestütztes System genutzt. Dort sind die Fallzahlen und Belegungsdaten ersichtlich und werden täglich aktualisiert. „Ich möchte mich ausdrücklich bei Herrn Dr. Grashey für die Übernahme dieser verantwortungsvollen Tätigkeit bedanken und sichere unsere volle Kooperation in der Bewältigung der Corona-Pandemie zu“, betonte der Vorstand des Memminger Klinikums, Gesundheitsökonom Maximilian Mai.